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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Von Amboss bis Papst-Blut

09.08.2018

Garrel Klein und unscheinbar ist der Kelch. Doch sicher „das kostbarste Zeichen aus der Vergangenheit“ der katholischen Kirchengemeinde und des Ortes, sagt Hubert Looschen. Angeschafft wurde der Kelch 1591, geht aus der lateinischen Inschrift hervor. „Auf gemeinsame Kosten der Männer in Garrl ist dieser Kelch gemacht worden im Jahre des Herrn 1591“ ist dort zu lesen. Und zwar in einer Zeit, als die Gemeinde lutherisch geprägt war. Erst 1613 wurde Garrel wieder katholisch. Und auch den 30-jährigen Krieg überstand der Kelch schadlos. Der wertvolle Kelch ist heute an einem sicheren Ort verwahrt.

Er ist aber nicht der einzige „Schatz“, den die katholischen Kirchen St. Peter und Paul, St. Josef Beverbruch, Herz-Jesu Nikolausdorf und Maria-Königin Falkenberg beherbergen, geht aus dem Kirchenführer hervor, den die Kirchengemeinde jetzt neu aufgelegt hat.

Die erste Auflage war im Jahr 2000 erschienen, ist aber „restlos vergriffen“, sagt Looschen. Einige Veränderungen hat es in den Kirchen der Gemeinde St. Johannes Baptist zudem gegeben. Als Ulrike Wübbelmann, die Kirchenführungen anbietet, Looschen nach dem Heftchen fragte, gab sie unbewusst den Anstoß für die erweiterte nun 91 Seiten umfassende Neuauflage.

Die sichtbarste Veränderung an der Kirche St. Peter und Paul, die am 23. November 1871 geweiht worden war: die Nebeneingänge links und rechts des Haupteinganges sind nicht mehr vorhanden. 2000 waren auf den zugemauerten Eingängen Plastiken des Künstlers Ferdinand Starmann (Neuenkirchen) angebracht worden. Christophorus auf der einen Seite, Erzengel Michael auf der anderen. Michael trägt als Himmelswächter eine Waage in Händen: in der linken Schale eine Schlange als Zeichen des Bösen, in der rechten einen Igel als Symbol des Guten.

Die Betonplastik von Peter und Paul, die bis vor wenigen Jahren noch vor der Garreler Pfarrkirche stand und die der polnische Bildhauer Mieczyslaw Welter aus Warschau geschaffen hatte, ist beim Offizialat eingelagert. Diese wieder nach Garrel zu bekommen, hat sich Looschen zum Ziel gesetzt. Nicht so leicht, denn die Plastik muss restauriert werden. Sie war abgebaut worden, weil die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Statuen der Apostel finden sich auch im Inneren der Kirche links und rechts der Orgel.

Zum Preis von fünf Euro erhältlich

Der Kirchenführer ist zum Preis von fünf Euro erhältlich im Pfarrbüro, Kirchstraße 1 in Garrel (Telefon 04474/ 50770), sowie auch  bei Hubert Looschen (Telefon 04474/1287) . Er liegt zudem im Schriftenstand in der Garreler Kirche aus. Die neue und erweitere Ausgabe ist in einer Auflage von 1000 erschienen und informiert auf 91 Seiten unter dem Titel „Ein Haus voll Glorie schauet“ in verständlicher Sprache über die Ausstattung der vier Gemeindekirchen St. Peter und Paul, Herz Jesu, Maria-Königin und St. Josef.

Der Amboss vor der Sakristei, den Kunstschmied Alfred Bullermann (Bösel) geschaffen hatte, war Paul Horst von der Böseler Pfarrgemeinde zum Abschied geschenkt worden. Grundlage des Ambosses ist der Satz des seligen Kardinals Clemens August Graf von Galen: „Wir sind Amboss und nicht Hammer“, denn: „Wenn er hinreichend zäh, fest, hart ist, dann hält meistens der Amboss länger als der Hammer“, definierte von Galen die Art und Weise des Widerstands gegen die Nazis.

Die Bilder des Kreuzwegs im alten Kirchenschiff sind etwa 150 Jahre alt. Anstelle des 13. Bildes ist eine Marienstatue zu sehen – eine der wertvollsten Statuen in der Kirche. Sie stammt aus dem Jahre 1654 und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Noch wertvoller soll auf der gegenüberliegenden Seite das Bildnis der schmerzhaften Mutter sein. Auch ein Museum soll den Erinnerungen von Pfarrer Conrad Landgraf nach Interesse daran gehabt habe.

Großes Interesse findet auch das Reliquiar mit einem Blutstropfen des verstorbenen heiligen Papstes Johannes Paul II. Es war Pfarrer Paul Horst persönlich geschenkt worden. Wie es dazu kam, berichtet Looschen ebenfalls.

Monstranz, Hostienschalen, Bilder, Statuen: Viel zu entdecken gibt es in den Kirchen der Gemeinde. Pfarrer Paul Horst betont „die Bedeutung der Gegenstände für den Glauben“, die helfen könnten, „zur Mitte des Glaubens zu Gott“ zu führen. Wege zu finden, auf denen alle sich wiederfinden könnten – das sei der Reichtum und die Chance der Kirche. Er bedankte sich bei Autor Hubert Looschen für „den wichtigen Dienst“.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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