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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Großer Zapfenstreich auf dem Fußballplatz

17.08.2018

Garrel Die Garreler Schützen haben bereits am Mittwochabend geprobt, denn Großes steht bevor. Und damit ist nicht das Schützenfest gemeint. Der Zapfenstreich wird am Samstag, 15. September, um 20.30 Uhr auf dem Fußballplatz „Platz 3“ an der Straße Am Sportplatz präsentiert.

Vor genau 25 Jahren anlässlich und zu Ehren des Bundesfestes der Schützen am 15. September in Garrel richtet die Garreler St.-Johannes-Schützengilde das höchste militärische Zeremoniell in diesem Jahr seit langer Zeit wieder in Garrel aus. In langer Vorarbeit haben die Verantwortlichen Gerhard Göken (Brudermeister), Willy Mechelhoff (Kommandeur), Frank gr. Hillmann (Adjutant) und Josef Berkemeyer (Fahnenträger) den Plan vom Großen Zapfenstreich ausgearbeitet. Schnell wurde jedoch klar, dass der Schützenverein dies nicht alleine bewältigen kann. Denn neben den mitwirkenden Schützenschwestern und Schützenbrüdern werden ein Musikkorps sowie ein Spielmannszug benötigt.

Der Große Zapfenstreich

Was genau ist ein Zapfenstreich, noch dazu ein großer? Der große Zapfenstreich ist in Deutschland das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr, er wird lediglich bei wichtigen Anlässen oder Ehrungen zelebriert – etwa, wenn aus dem Amt geschiedene Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Bundesverteidigungsminister verabschiedet werden. Neben den bereits erwähnten Schützen (in der ursprünglichen Variante Soldaten der Bundeswehr), dem Musikkorps und dem Spielmannszug, komplettieren die zahlreichen Fackelträger das imposante Gesamtbild.

Wenn die Landsknechte zur festgesetzten Abendstunde in das Lager zurückkehren sollten, ging ein Offizier, begleitet von einem Pfeifer oder Trommler, durch die Gaststuben und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen eines Bier- oder Weinfasses. Danach durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben und die Soldaten mussten in die Zelte. Diesen musikalischen Befehl nannten die Landsknechte „Zapfenstreich“. Wer sich ihm widersetzte, wurde hart bestraft. Erstmalig erwähnt wurde der Begriff Zapfenstreich im Jahre 1596.

Mit dem Musikverein Garrel von 1920 e.V. (unter der musikalischen Leitung von Dirigent Helmut Sprenger) und dem Feuerwehr-Spielmannzug Cloppenburg (unter der musikalischen Leitung von Tambourmajorin Sabine Moorbrink) haben sich schnell zwei Vereine gefunden, die bereit sind, dies Zeremoniell mitzugestalten.

Insgesamt werden am Samstag, 15. September, in Garrel etwa 250 Protagonisten an dem Zeremoniell mitwirken. Mit dieser Personenanzahl bewegt sich das Zeremoniell in Garrel nahe am offiziellen Protokoll der Bundeswehr, das in etwa 300 Soldaten, Fackelträger und Musiker vorsieht.

Der heutige Große Zapfenstreich ist in mehrere Teile gegliedert. Neben einem Aufmarsch, zu den Klängen vom „Yorkschen Marsch“ wird eine Serenade gespielt, bei der üblicherweise drei Stücke vorgetragen werden, die in keiner direkten Beziehung zum Zapfenstreich stehen. Nach diesem musikalischen Exkurs wird der Kommandeur Willy Mechelhoff das Kommando übernehmen und den „Großen Zapfenstreich“ melden. Der offizielle musikalische Teil beginnt mit dem Locken zum Zapfenstreich vom Spielmannszug und dem gemeinsamen Zapfenstreichmarsch beider Musikgruppen. Danach werden drei sogenannte Posten (auch „Retraite“ genannt) gespielt. Abschluss bildet ein musikalisches Gebet, bei dem auf Kommando die Hüte abgenommen werden, in Verbindung mit der deutschen Nationalhymne. Die formelle Abmeldung des Großen Zapfenstreichs durch den Kommandeur wird durch den Ausmarsch unter den Klängen des Zapfenstreichmarsches vervollständigt.

In Wildeshausen zum traditionellen Gildefest wird zwar der Große Zapfenstreich ausgeführt, dieser aber ohne Fackelträger, im Gegensatz zum großen Spektakel, das in Garrel vorgeführt wird.

Reiner Kramer
stv. Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2901

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