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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Gemeinde pilgert für den Frieden

08.09.2015

Bösel „Wir sagen Danke für 70 Jahre Frieden, Freiheit, Gnade! Du auch?“ Unter diesem Motto stand die Gemeindewallfahrt, zu der die St. Cäcilia Gemeinde Bösel eingeladen hatte. Etwa 100 Mitglieder hatten sich mit dem Bus auf den Weg nach Esterwegen gemacht. Eine Gruppe aus Petersdorf kam später mit ihren Fahrrädern dazu. Zum Gottesdienst kamen weiter viele Gemeindemitglieder dazu.

„Vor einigen Monaten bin ich auf eine DVD der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem gestoßen mit dem Titel 1945 - 2015 – 70 Jahre Frieden, Freiheit, Aufbau, Wohlstand, Gott sei Dank“, sagte Pfarrer Stefan Jasper-Bruns. Dies sei für das Pastoralteam und Pfarreirat Anlass dieser Pilgerfahrt zu der Gedenkstätte Esterwegen gewesen. Begleitet wurden die Pilger in Esterwegen vom Theologen Michael Strodt. Er ist Krankenhausseelsorger in Sögel und auch für das Kloster in Esterwegen tätig.

Begonnen wurde mit einem Impuls in der St. Johannes Kirche in Esterwegen. „Mit dieser Pilgerfahrt wollen wir auf das Dunkelste unserer Geschichte zurückblicken“, sagte Pfarrer Stefan Jasper-Bruns. „Wir wollen den Weg in Gedenken an die vielen Menschen gehen“, so Jasper-Bruns weiter. Von der Kirche wurde dann zur Gedenkstätte gepilgert. Stationen wurden auf dem Friedhof, im Wald und schließlich in der Gedenkstätte abgehalten. Hier wurden jeweils Zeitzeugenberichte von Häftlingen verlesen und Gebete gesprochen. In der Gedenkstätte wurde gemeinsam über die Lagerstraße gegangen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Ausstellungshalle besucht. Filmvorführungen und eine Führung durch das Kloster standen an.

Auf dem Klostergelände wurde dann ein Gottesdienst gefeiert, der vom Niedersachsen Sound Orchester musikalisch gestaltet wurde. In seiner Predigt erinnerte der Pfarrer an die Gewaltherrschaft und den Terror des Nationalsozialismus. „Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung, dessen wir gedenken sollten“, so Jasper-Bruns. So sollen wir alle dankbar sein für 70 Jahre Frieden. Man müsse erkennen, wie kostbar und zerbrechlich Frieden und Freiheit sind. Er erinnerte an die Krise in der Ukraine, an den Bürgerkrieg in Syrien und an den islamistischen Terror der sogenannten Gruppe des „Islamischen Staates“.

„Das Gedenken des Leids der Opfer des Nationalsozialismus kann uns auch helfen, fremdes Leid auch heute zu sehen: die Not der Flüchtlinge und der Verfolgten, die Not der Perspektivlosigkeit und der Unfreiheit der Meinungsäußerung und Religionsausübung“, so Jasper-Bruns. Das Gedenken fremden Leids wolle Impulse geben zu sozialem Handeln. „Da geschehen auch in Bösel gute Initiativen wie im Rahmen der Flüchtlingsarbeit“, so Jasper-Bruns.

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