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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Gespräche und Gemüseeintopf

29.05.2015

Bösel Rhabarber? Nie gesehen. „Raven“, übersetzt Elisabeth Meyer von der Carla-Lebensmittelausgabe in Bösel per Smartphone ins Albanische. Paprika, spec i kuq, liegt daneben im Kasten. Die Übersetzungen helfen ein wenig, die Sprachbarrieren zu durchbrechen. Die beiden Flüchtlingsfrauen Valbona und Nertike sind aber sehr darum bemüht, die deutschen Bezeichnungen zu lernen.

Sieben Flüchtlingsfrauen lernen an Mittwochabend in der Schulküche der Oberschule, die im Gebäude der St.-Martin-Grundschule untergebracht ist, wie man aus dem Warenkorb der Lebensmittelausgabe Carla leckere Gerichte zubereitet. Der Warenkorb, den Elisabeth Meyer von der Carla mitgebracht hat, hält vielerlei parat: Margarine, Äpfel, Blumen- und Chinakohl, Bananen, auch Nüsse und Spargel (übersetzt Shparg).

Valbona lebt erst seit sechs Monaten in der Gemeinde Bösel, Nertike seit neun Monaten. Ein wenig verstehen sie die deutsche Sprache schon. „Langsam sprechen“ mahnen sie, wenn es ihnen zu schnell geht. Sie fühlen sich wohl in der Gruppe, sind froh über das Angebot.

„Viele wissen nicht, was man aus den für uns selbstverständlichen Lebensmitteln machen kann“, schildert Edith Niemöller. Sie leitet den Kochkursus, der von der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) Bösel in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelausgabe Carla durchgeführt wird und noch einen Fortsetzungstermin Anfang Juni haben wird.

An der Tafel steht, was heute gekocht werden soll: Bananenmixmilch, Spargelröllchen, ein reichhaltiger Gemüseeintopf, Quarkspeise mit Erdbeeren und Rhabarberkuchen. Nacheinander nimmt Ishild Hildebrandt den Pfannenwender, die Knoblauch-Presse und den Sparschäler zur Hand und erklärt die Begriffe. Dann geht es ans Schälen und Zerkleinern der Früchte und Gemüsesorten. Schon nach wenigen Minuten köchelt es in den Töpfen.

Gemeinsam mit Hanna Menke bereitet Ata einen gemischten Salat zu, verschiedene Paprika schneidet sie klein, dazu Radieschen. Die Albanerin wohnt mit ihrem Mann und vier Kindern in der Gemeinde, allerdings etwas abseits. Deshalb hat die Familie ein Fahrrad bekommen. Nun muss sie lernen, mit dem Fahrrad zu fahren, nicht einfach für Ata und ihren Mann, die noch niemals Fahrrad gefahren sind. Prompt sind sie gestürzt und haben sich verletzt, schildert die Mutter.

Bei Marianne Thoben wird schon der Quark für die Nachspeise abgeschmeckt. Die Flüchtlingsfrau an ihrer Seite verzieht ein wenig den Mund, etwas mehr Zucker darf es sein. Edith Niemöller unterstützt hier und da.

Die Tische im hinteren Bereich der Küche sind mit Servietten geschmückt, tiefe und flache Teller stehen bereit, Kerzen brennen bereits. Als alle Gerichte gekocht sind, nimmt die 14-köpfige Gruppe Platz und lässt sich die Gerichte schmecken. Dabei kommen die Frauen ins Plaudern – und sich näher.

Edith Niemöller sagt, sie möchte den Frauen die Rezepte mitgeben, auch in albanischer Sprache. „Praktischer Sprachunterricht“, sagt sie. Im Herbst möchte sie diesen Kursus gerne wiederholen, dann mit Lebensmitteln, die im Herbst aktuell sind.

Reiner Kramer
stv. Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2901

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