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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Häuser schon vor dem Großbrand?

23.06.2012

CLOPPENBURG Noch einige Rätsel wirft eine Holzpfahlgründung auf, die Archäologe Dirk Dödtmann gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Grabungshelfer Klaus Steinkamp, der die Arbeiten derzeit unterstützt, am Donnerstag bis spät in die Abendstunden freigelegt hatten. Die Pfähle, die in etwa einem Meter Breite dicht nebeneinander senkrecht in den Boden getrieben waren, befanden sich in etwa gleicher Flucht wie die Findlinge, die in der vergangenen Woche gefunden worden waren. Diese dienten als Unterkonstruktion für ein Fachwerkhaus (die NWZ  berichtete). Die Pfähle jetzt lagen allerdings noch tiefer.

Welchen Sinn diese Konstruktion (Substraktion), die aus ausgesuchtem Material teils aus Astgabeln, teils aus schiefen Knüppeln bestand, einst hatte, darüber wird nun spekuliert. Sie könnte als Uferbefestigung oder für die Befestigung der Straße gedient haben, so der Archäologe Dödtmann, allerdings hält er beide Varianten für weniger plausibel. Er hält es für wahrscheinlicher, dass die Pfahlgründung als Unterkonstruktion für ein Haus gedient haben könnte, auf der dann wiederum Findlinge gelegen hätten. Diese sind allerdings bei den Ausgrabungen nicht gefunden worden.

Eine genaue Datierung soll über die Bestimmung der Jahresringe der Eichenholz-Scheiben (Dendrochronologie) erfolgen. Bei Eiche sei eine Datierung auf das Jahr genau möglich, bei Erle, auch die ausgegraben wurde, sei das nicht möglich.

Leider sei nur wenig Keramik im Bereich gefunden worden, die eine genaue Datierung ermöglichen würde. Dödtmann vermutet aber, dass das Holz aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammt. Das würde bedeuten, das bereits vor dem verheerenden Großbrand 1716 in diesem Bereich Häuser gestanden hätten – bisherige Annahmen müssten revidiert werden, Dödtmann: „Wir müssten ein anderes Bild entwickeln.“

Stadthistoriker Wolfgang Imsiecke glaubt hingegen nicht, dass an dieser Stelle schon so früh Häuser gestanden hätten. Karten wiesen darauf hin, dass dort erst nach dem Stadtbrand Häuser gebaut worden waren. „Man hat sich dort vorher bestimmt ein Schussfeld freigehalten“, begründet er seine Einschätzung. Möglicherweise seien die Pfähle Befestigungen für den Zwingergraben.

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