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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Handarbeit wie vor 125 Jahren

02.05.2017

Barßel Sie ist eines der großen Wahrzeichen von Barßel: die Ebkenssche Windmühle. Vor genau 125 Jahren wurde die Holländer-Galerie-Windmühle von Friedrich Ebkens errichtet. Am Sonntag wurde der Geburtstag mit einem kleinen Festprogramm gefeiert, das der Arbeitskreis Mühle des Bürger- und Heimatvereins Barßel vorbereitet hatte. Den ganzen Tag über drehten sich die Mühlenflügel in dem frischen Wind des Seemannsdorfes – sehr zu Freude der vielen Besucher, denn das Spektakel wird nicht jeden Tag geboten.

Die Gäste wurden mit dem traditionellen Müllergruß „Glück zu“ von den Mitgliedern des Arbeitskreis begrüßt. Im Erdgeschoss der Mühle befindet sich das Barßeler Trauzimmer, in dem sich die Gäste gründlich umschauten. „Mit Heiraten sind wir fertig“, scherzte ein Besucher nach seiner Runde und machte sich daran, die steile Treppe zur Galerie zu erklimmen.

Von dort aus hatten die Besucher einen wunderbaren Blick auf das Storchennest und konnten das Treiben der Glücksbringer beobachten. Die Mitglieder des Arbeitskreises boten kostenlose Führungen durch die Mühle an. Dabei erfuhren die Besucher so einiges über den damaligen Mühlenbetrieb und deren lange Geschichte, aber auch über die Bemühungen der fünf fleißigen Helfer Franz Cloer, Hans-Wolfram Thieben, Günter Frerichs, Hinrich Grüßing und Heinz Schleunes zum Erhalt des Barßeler Wahrzeichen.

Nostalgie war ohnehin angesagt. Zu sehen gab es eine alte Dreschmaschine, die einst zum Mühlenensemble zählte, und ein Hanomag aus dem Jahr 1958. Einmal Müller spielen wollten nicht nur die Besucher, sondern auch Barßels Bürgermeister Nils Anhuth und Pfarrer Ludger Becker von der Katholischen Kirchengemeinde. Sie beförderten einen Sack mithilfe eines Flaschenzugs in die Höhe, so wie es früher zur täglichen Arbeit des Müllers zählte. Dabei galt es auch, das Gewicht des mit Getreide gefüllten Sacks zu schätzen.

Auf Bänken unter grünen Bäumen beim Müllerhaus nahmen die Gäste anschließend Platz. Manches Elternteil musste, bevor es seinen Durst mit Kaffee löschen konnte, ein Weilchen auf seinen Nachwuchs warten, der sich in der Hüpfburg austobte. Aus dem Backofen von Bäcker Otto Schmidt aus Hannover nahmen viele Besucher frischen Butterkuchen mit auf den Heimweg – oder auch eine Tüte mit frisch gemahlenem Mehl aus dem Schmuckstück der Mühle, der Osttiroler Getreidemühle.

„Der Verlauf des Geburtstages war sehr zufriedenstellend. Wir hatten viele Besucher und Mühlenfreunde, die sich für die Geschichte der Mühle interessierten“, freute sich vom Arbeitskreis der Mühle der freiwillige Müller Franz Cloer.