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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Kunst: Kein Stein von der Stange

03.04.2019

Hengstlage /Nikolausdorf Mehr als 40 Stunden Arbeit hat Rainer Oehlmann sicherlich schon in die Bearbeitung des Steins gesteckt, hat Ebene um Ebene den Jura-Kalkstein, der aus dem Altmühltal bei Regensburg stammt, herausgearbeitet. „Das fordert sorgfältige und geduldige Arbeit“, sagt der Bildhauer, der in Hengstlage (Gemeinde Großenkneten) selbstständig ist, dessen Arbeit aber auch bei Kunden aus der Gemeinde Garrel geschätzt wird. Der Grabstein soll auf dem Friedhof in Nikolausdorf aufgestellt werden. Der Material ist rund 200 Millionen Jahren alt – „ein sehr lebendiger Stein“, schwärmt der Bildhauer und weist auf die dunklen Färbungen hin: Muscheln, Schnecken, möglicherweise Ammoniten. Jeder Stein habe seine eigene Geschichte.

Das Denkmal ist einem klassizistischen Grabstein in Riegersdorf in Schlesien nachempfunden – es wird das Grab eines Nikolausdorfers zieren, der aus Schlesien vertrieben worden war.

Mit Säge, Flex, Schleifmaschinen und verschiedenen groben und feineren Presslufthämmern arbeitet er Ornamente und Reliefs aus dem Block heraus, nachdem er eine Zeichnung des Originals aufgepaust hatte. Den Fortgang der Arbeiten dokumentiert Rainer Oehlmann stets mit dem Smartphone und informiert die Nikolausdorfer.

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Verschiedenste Grabmale hat Rainer Oehlmann bereits geschaffen – von der Dünenlandschaft über Engel bis zum Fachwerkhaus, das er in den Stein einarbeitete. Einem verstorbenen „Bücherwurm“ schuf Oehlmann ein Grabmal mit einem abgebildeten Bücherstapel. „Alles Unikate“, sagt der Bildhauer, „Steine von der Stange“ gebe es bei ihm nicht.

Für den Entwurf nimmt er sich Zeit, kommt mit der Familie ins Gespräch, um Leidenschaften oder Hobbys des Verstorbenen in Erfahrung zu bringen, die er dann auf dem Stein verarbeiten könnte. „Zu mir kommen die Leute, die etwas Besonderes wollen“, sagt der Bildhauer.

Das wollte auch eine Garreler Familie, die eine Sonnenuhr bei dem Bildhauer, der sein Handwerk in Freiburg und der Schweiz erlernte, in Auftrag gab. Weitere Sonnenuhren gingen nach Juist, Hannover oder in den Park der Gärten nach Bad Zwischenahn. Eine Skulptur, die dem Gemälde „Der Kuss“ von Gustav Klimt nachempfunden wurde, steht ebenfalls in Garrel – „nahezu ornamental“, sagt der Bildhauer, der auch Frauenfiguren oder Hunde schuf.

Der ausgebildete Lehrer Oehlmann hat seine Nische entdeckt, die er von seinem kleinen Ein-Mann-Betrieb in Hengstlage aus füllt. Die individuellen Grabmale bereicherten die Bestattungskultur, meint Oehlmann, der Vorbilder dafür im Süden Deutschlands sieht. Und bald auch den Friedhof Nikolausdorf.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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