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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Im Kampf gegen die Nörgler der Nation

24.11.2011

FRAGE: Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal so richtig traurig gewesen?

STELTER: Vor circa eineinhalb Wochen war ich in Urlaub. Es war herrliches Wetter, und ich war mit der ganzen Familie zusammen. Als ich wieder nach Hause fahren musste, war ich schon traurig.

FRAGE: Sie sind sonst schon eher der fröhliche Typ. . .

STELTER: Als humorvoll würde ich mich bezeichnen. Aber ich bin auch nicht 24 Stunden am Tag witzig.

FRAGE: Wie ist es denn um die Laune in Ihrer Branche bestellt?

STELTER: Es ist keineswegs so, dass mir ständig nur gut gelaunte Kollegen begegnen. Es steckt ja auch ganz viel Arbeit darin, die Leute zu amüsieren. Mein Freund und Mentor Rudi Carrell hat immer gesagt: „Wenn du den Leuten einen schönen Abend machen willst, bring’ sie zum Lachen. Wenn du Ihnen einen tollen Abend machen willst, bringe sie zum Lachen und zum Weinen.“ Wenn ich nur witzig wäre, wäre ich Witzeerzähler. Das will ich beim besten Willen nicht sein. Ich nenne mich Komiker, und der hat auch ruhige Seite.

FRAGE: Sie sprachen es gerade an: Mit ihrem Kollegen Rudi Carrell haben sie mehr als zehn Jahre erfolgreich „7 Tage, 7 Köpfe“ gemacht. Werden Sie manchmal wehmütig, wenn Sie an die Zeit zurückdenken?

STELTER: Wehmütig ist das falsche Wort, ich werde demütig. Wehmütig würde bedeuten, ich wünsche es mir zurück – das nicht. Damals habe ich drei Tage für die Sendung geschrieben, einen saß ich im Studio. Heute habe ich Zeit, um auf Tournee zu gehen, Bücher zu schreiben. Jede Arbeit hat ihre Zeit.

FRAGE: An Ihrer Seite saß damals auch Gaby Köster. . .

STELTER: Ich freue mich sehr, dass es ihr soweit gut geht. Ihr Grips funktioniert gut. Es ist bei diesem Krankheitsbild ja nicht selbstverständlich, dass man hinterher wieder normal sprechen kann. Ich glaube, es wäre für Gaby Köster fürchterlich gewesen, hätte sie ihr Mundwerk nicht mehr einsetzen können.

FRAGE: Haben Sie eigentlich manchmal Versagensängste?

STELTER: Von dem Programm bin ich restlos überzeugt, die Angst ist vielmehr: Was ist, wenn ich etwas Neues schreiben muss? Die Angst, hier zu versagen, ist immer präsent.

FRAGE: Kommen wir mal auf Ihr Programm zu sprechen: „Mundwinkel hoch“. Bedarf es dieses Imperativs?

STELTER: Wir haben einen ungeheuer hohen Prozentsatz an Nörglern in Deutschland, die granteln und nörgeln an allem, was passiert. Es gibt eine Studie der Universität Michigan, die untersucht hat, wie zufrieden die Bevölkerung ist. Deutschland liegt genau in der Mitte auf Platz 47 hinter Ruanda und Nigeria.

FRAGE: Dann sind wir halt Miesepeter. Warum ist die Therapie ` la Stelter denn notwendig?

STELTER: Miesepetern geht es nicht gut. Wir sind auf der ständigen Hatz nach irgendwelchen Neuigkeiten, die zumeist negativ sind. Wir müssen rausgehen, dann sehen wir auch positive Bilder. Wenn ein Mensch nur 20 Sekunden lacht, dann bringt er die gleiche körperliche Anstrengung auf als wenn er drei Minuten stark rudert. Gesund ist es, optimistisch auf die Welt zu sehen.

FRAGE: Zu den positiven Bildern gehört bestimmt auch der Karneval. . .?

STELTER: Wer im Karneval unterwegs ist, der sieht zumeist positive Bilder, die ihn fröhlich stimmen. Das hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit – es sei denn, man trinkt zu viel Alkohol.

FRAGE: Jetzt kommen Sie nach Cloppenburg in die karnevalistische Diaspora.. .

STELTER: Ich bin schon das vierte Mal in Cloppenburg. Die Stadt wirkt auf mich immer unglaublich sauber, aufgeräumter als andere Städte.

FRAGE: Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Cloppenburg denken?

STELTER: Rote Klinker. Nach meinem letzten Auftritt in Cloppenburg bin ich Laufen gewesen und habe viele Häuser mit roten Klinkern gesehen.

Der 50-jährige ist bekannt geworden durch Moderationen, hatte zahlreiche Fernsehauftritte („7 Tage, 7 Köpfe“) und tourt derzeit mit seinem fünften Kabarett-Programm „Mundwinkel hoch“. In der Cloppenburger Stadthalle gastiert Bernd Stelter am Sonntag, 4. Dezember, 20 Uhr. Karten für die Veranstaltung gibt es bei der Stadthalle, Mühlenstraße 20-22, unter Telefon  04471 / 9228-28 oder unter

 @   http://www.stadthalle-clp.de  @   http://www.nordwest-ticket.de

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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