• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Anonyme Bestattungen: „Mit mir nicht zu machen“

02.11.2017
Frage: Zum Fest Allerseelen besuchen viele Angehörige das Grab der Verstorbenen und entzünden eine Kerze. Auf katholischen Friedhöfen werden die Gräber gesegnet. Welche Bedeutung hat die Segnung?
Paul Horst: Die Gräbersegnung ist wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur. Ein jüdisches Sprichwort sagt: „Verweigerte Erinnerung ist Mord“. Der Trend geht dahin, den Namen des Toten nicht in Erinnerung zu halten, ihn auszulöschen. Dabei ist jeder Mensch einmalig und unersetzbar. Durch das Gedächtnis der Toten sprechen wir deren Leben und damit auch unserem Leben einen Sinn zu.
Frage: Immer mehr Menschen werden anonym bestattet...
Paul Horst: Das ist mit mir nicht zu machen. Selbstverständlich sind auf unserem Friedhof Urnenbestattungen möglich, aber nur mit einer Namensnennung. Ein anonymes Begräbnis, also ohne Namen, widerspricht der Einmaligkeit des Menschen. Die Alten abschieben und die Namen der Toten ausradieren ist mit dem christlichen Auferstehungsglauben nicht vereinbar. Wenn wir gleichgültig über die Toten weggehen, werden wir schließlich auch für die Lebenden keine Verheißung mehr haben.
Frage: Dann leistet die Erinnerungskultur einen wichtigen Beitrag für die Lebenden?
Paul Horst: Bei Gott sind alle Verstorbenen unvergessen, so wie auch wir bei Gott nie vergessen werden. Gott verbürgt, dass unsere Toten und dass wir nicht wie eine ausgebrannte Rakete im Weltall erlöschen. Gott verbürgt, dass keiner untergeht in einem anonymen Fortschrittsprozess.
Frage: Was drücken die Angehörigen aus, wenn sie auf den Gräbern ihrer Angehörigen eine Kerze entzünden?
Paul Horst: Die Kerzen sind ein Hoffnungszeichen, ein Zeichen dafür, dass der Glaube an die Auferstehung der Verstorbenen Wirklichkeit wurde. Darum verbinden wir unser Totengedächtnis mit dem Gedächtnis Jesu Christi in der Feier der Eucharistie. Dieses Mahl feiern wir nicht als einzelne, sondern miteinander und füreinander. Dieser soziale Sinn der Eucharistie endet nicht bei den Lebenden. Der Glaube zeigt seine ganze soziale Kraft, indem er die Toten beim Namen nennt und im Gedächtnis bewahrt. Die Kerzen auf den Gräbern brennen für die Verstorbenen und für die Lebenden. Das Entzünden der Kerzen und der Besuch auf dem Friedhof anlässlich der Gräbersegnung sind ein starkes Zeugnis des Glaubens an die Auferstehung. Gebe Gott, dass wir diese Tradition lebendig halten.
Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.

NWZ-Trauer.de
Trauerfälle aus der Region sowie Ratgeberartikel zum Thema Trauer.