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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Junker kämpft für ledige Mägde

29.06.2015

Emstek Recht sprechen wie anno dazumal – wie unterhaltsam das sein kann, erfuhren wieder einmal die Besucher des Gogerichts auf dem Desum in der Gemeinde Emstek. „Geschichtsbewusste Menschen haben sich heute wieder hier versammelt“, freute sich Vorsitzender Georg Meyer-Nutteln bei der Begrüßung. Sein besonderer Gruß galt Tobias Averbeck, Bürgermeister von Bakum, der die Rolle des Gografen übernommen hatte. „Ich bin froh und stolz“, betonte der Bürgermeister der Gemeinde Bakum. Er freute sich auch, dass der Heimatverein Bevern und die Theatergruppe aus Vestrup/Lüsche als Darsteller mitspielten.

In bewährter Weise rief Ludger Brokamp als Gerichtsschreiben die Schöffen auf. In diesem Jahr kamen sie aus Bakum-Vestrup, Friesoythe, Cloppenburg, Vechta-Oythe, Vechta-Langförden, Wildeshausen-Düngstrup, Visbek, Goldenstedt, Löningen und Cappeln. Anschließend wurde der erste historische Fall aufgerufen. Es ging um die Eigenmächtigkeiten der Nutzung in der Bakumer Mark. Zwei Brüdern – einer von ihnen ein Vogt – wurde vorgeworfen, unerlaubterweise Moorplaggen abzufahren. Das Urteil: Der Vogt muss sein Amt aufgeben und der bestohlene Bauer erhält einen Silbergroschen.

Im zweiten Fall ging es um die heikele Angelegenheit des Bedemunt-Rechts, eine Art Alimentenzahlung. Junker Otto Kobrink aus Daren bat um die Feststellung des bestehenden Rechts und die Verpflichtung der Zahlung von Alimenten, wenn eine leibeigene Magd eines Gutsherrn geschwängert wurde. Gleich zwei Anwälte trugen Pro und Contra vor. Als sachverständiger Zeuge trat Pastor Anton Feuerborn auf. Bei einem Wegfall des Bedemunts sah der Pastor ein Wegfall der moralischen Werte. „Es kann nämlich nicht sei, dass überall Sodom und Gomorrha einzieht“ so der Appell an das Gericht. Schlussendlich bekam Junker Kobrink Recht.

Dann war es an Hein und Jupp, vor Gericht zu sprechen. Die beiden baten um ein weises Urteil in der Frage, wie oft ein Mann im Monat in die Kneipe gehen darf. „In Anbetracht des immer fortschreitenden Kneipensterbens hat sich der Gerichtsstand dazu durchgedrungen, den Bürgern den Kneipenbesuch weiterhin gerichtlich zu erlauben“, entschied das Gericht.

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