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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Geschichte: Kapelle erst drei Jahre später eingesegnet

02.07.2014

Bösel Nicht, wie bisher geglaubt, in 1836, sondern drei Jahre später, genau am 14. Juli 1839, wurde die neu errichtete Kapelle in der Bauerschaft Bösel und Osterloh eingesegnet. Auf der Suche nach dem Ursprung des Altarbildes der damaligen Kapelle stieß der frühere Provisor der Kirchengemeinde, Aloys Gelhaus, auf diverse Unterlagen, die die bisherigen Darstellungen widerlegen.

Mehrere Quellen geben 1836 als Jahreszahl an, an dem die Kirche durch Offizial Herold eingeweiht worden sei, so auch das Standardwerk zur „Geschichte der Katholischen Pfarreien im Herzogtum Oldenburg“ von 1898, herausgegeben von Pfarrer Karl Willoh. „Dokumente aus dem Archiv des Offizialates in Vechta und dem Niedersächsisches Landesarchiv in Oldenburg belegen nun allerdings einen anderen als bisher angenommenen Verlauf der Bauphase“, informiert Gelhaus und führt aus:

Der Abriss der alten Kapelle hätte nach bisherigen Informationen etwa Anfang 1833 erfolgen müssen. Dies ist wenig wahrscheinlich, denn die Kapellenrechnung Dezember 1833 bis November 1834 enthält noch eine Ausgabe „An D. von der Horst zu Friesoithe für Besichtigung hiesiger Kapelle …“ und Herr Wilh. Glup in Friesoythe „1834 Jänner 2. In der Capelle ½ Tag gearbeitet und die Fensterwand dicht gemauert“ hat, was auf eine notdürftige Reparatur an der noch existierenden Kapelle hindeutet.

Grundlage für die neue Kapelle war der „Kostenanschlag B“, der im Niedersächsischen Landesarchiv Oldenburg archiviert ist. Datiert ist dieser mit dem 20. Januar 1836. Ein Kostenanschlag A wurde nicht vorgefunden.

Die „Commission zur Wahrnehmung des landesherrlichen Juris circa Sacra“ informiert den Großherzog am 12. Juli 1836: „Weil . . . das alte durch und durch morsche Gebäude jeden Augenblick den Einsturz befürchten ließ, … die sofortige Ausführung des Neubaus zu gestatten, und ist damit in diesem Frühjahr auch schon der Anfang gemacht worden.“ Diese Stellungnahme behandelte den Antrag des Kirchenvorstandes um die Genehmigung zu einer Darlehnsaufnahme in Höhe von 1000 Rt (=Reichstaler). Auch über die Gesamt-Baukosten und die Aufbringung der Eigenmittel werden wir darin aufgeklärt: „Die Kosten desselben sind zu 4500 Rt. veranschlagt und werden größtenteils aus verkauften Markengründen gedeckt werden.“ Das Darlehen wurde genehmigt und zusätzlich ein „Gnadengeschenk“ in Höhe von 250 Rt bewilligt.

Die Bauausführung bis zur Fertigstellung musste dann offensichtlich gestreckt werden. Vielleicht waren auch aufgekommene Finanzierungs-Engpässe mit dafür ausschlaggebend. Gerd Högemann und J. D. Beken baten im Antrag vom 29. Dezember 1837 um Stundung bzw. den Verzicht auf die Abführung von Pachtgeldern an Seine Königliche Hoheit: „Der Neubau der Capelle ist soweit gediehen, dass nur noch die inneren Arbeiten zu beschaffen sind, indeß verlangen die Baukosten einen bedeutend größeren Fond, als zu Disposition der Bauerschaft steht.“

Die vier Ausschussmänner, Heinrich Berend Meiners, Gerd Högemann, Johann Heinrich König und Johan Abel Meinerling, richteten am 30. Januar 1839 ihre Bitte um Schenkung eines Altarbildes an den Großherzog:

Neben der anstehenden Vollendung des Bauwerkes finden wir hier die neue und äußerst interessante Information, dass offensichtlich die Großherzogin Cäcilie, geb. Prinzessin von Schweden, den Grundstein für die neue Kapelle gelegt hat. Diese Bitte hatten die Ausschussmänner Gerd Högemann und Johann Deters Beken am 18. July 1836 „unterthänigst“ vorgetragen.

Vom damaligen Bischof von Münster, Caspar Maximilian Droste zu Vischering, bevollmächtigt, wurde vom ersten Vechtaer Offizial Herold, am Sonntag, 14. Juli 1839, die Einsegnung der neuen Kapelle vorgenommen. Das Datum geht aus der Erläuterung einer Kostenerstattung an Vikar Lammerding in der Jahresrechnung für 1939/40 hervor.

So hat es sich ergeben, dass zweimal über die 175-jährige Wiederkehr der Fertigstellung und Einsegnung der neuen Kapelle zu berichten war: Vor drei Jahren aufgrund der falschen Überlieferung des Fertigstellungsjahres und aktuell in 2014 auf Basis der nunmehr ausgewerteten Original-Unterlagen.

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