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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Kapellen-Abbau gleicht einem Puzzlespiel

13.11.2013

Timmerlage Vorbei ist es mit der Stille auf dem inzwischen geschlossenen Niels-Stensen-Hof in Timmerlage. Bereits seit Montagmorgen arbeitet ein achtköpfiges Bauarbeiterteam aus Litauen mit Hochdruck am Abbau der ehemaligen Holzkapelle „Maria Königin“. Ehemalig deshalb, weil sie bereits am Montag von Weihbischof Heinrich Timmer­evers per Dekret entweiht worden ist.

Wie berichtet, hatte die Stiftung St.-Josefs-Stift am 22. Oktober dieses Jahres das skandalumwitterte Gotteshaus, das ein Symbol für das undurchsichtige Finanzgebaren des ehemaligen Dechanten Alfons Kühling ist, an die im Juli 2011 gegründete katholische Kirchengemeinde „Des seligen Johannes Paul II.“ im litauischen Marijampole verschenkt. Zurzeit feiert die junge Gemeinde ihre Messen noch in einer Schule.

Der Abbau der Kapelle, deren Errichtung 2007 geschätzt eine Million Euro gekostet hat, gleicht einem Puzzlespiel. Bauingenieur Vytautas Zabiels­kas, der die Arbeiten leitet, hat mit Hilfe Dutzender Fotos eine Art Anleitung erstellt. Zudem wird jede Schraube sorgsam in kleinen Plastikdosen gesammelt, die Innenverkleidung der Kapelle, die Ende der Woche vollständig abgebaut sein soll, komplett mit Folie ummantelt.

Die fleißigen Hände aus dem Baltikum kommen offenbar so gut voran, dass die Außenhülle, die – wie berichtet – eigentlich bis zum Frühjahr 2014 stehenbleiben sollte, bei guten Witterungsbedingungen möglicherweise auch schon Ende dieses, Anfang nächsten Jahres demontiert werden kann. Gleichwohl gestaltet sich der Abbau des Gebäudes schwieriger als der des Innenraumes. „Jeder einzelne Balken muss nummeriert werden, damit hinterher alles wieder exakt passt“, erklärt der 56-jährige Zabielkas am Dienstag bei einem Ortstermin in Timmerlage. GPZ-Leiter Clemens Rottinghaus, der die Schenkung nach Litauen maßgeblich miteingefädelt hat, der litauische Pfarrer Marius Rudzinskas und die Übersetzerin Zita Karpaviciene sind gekommen, um sich ein Bild vom Stand der Arbeiten zu machen.

Dass ihm der Wiederaufbau der Kapelle im 1400 Kilometer entfernten Marijampole gelingt, davon ist Zabielskas überzeugt. „Es muss klappen, denn dann – so sagt der Pastor – habe ich meinen Platz im Himmel sicher. Wenn es schiefgeht, werde ich aus Marijampole ausgewiesen“, scherzt der zweifache Familienvater.

Auf dem Niels-Stensen-Hof haben die Arbeiter, die in ihren tarnfarbenen Anzügen eher wie Soldaten aussehen, ideale Arbeitsbedingungen vorgefunden. Die demontierten Teile können sie in der nahe gelegenen Scheune lagern, bis diese in Kürze von einem ersten Lkw abgeholt werden. Und sie selbst sind warm und trocken im Haupthaus untergebracht – so entstehen nicht noch weitere Kosten durch Hotelübernachtungen.

Stichwort Kosten: Dass sich der zeitintensive Abbau der durchaus wertigen Kapelle – die Experten gingen bei einem ersten Ortstermin am 22. Oktober von rund zwei Monaten aus – überhaupt lohnt, liegt an den vergleichsweise niedrigen Löhnen, die in Litauen gezahlt werden. Rund 900 Euro verdienen die in Timmerlage tätigen Bauarbeiter, die alle bei der Baufirma „UAB Kalstata“ in Marijampolėe angestellt sind, im Monat. „Und das sind gute Löhne, weil es auch die besten Leute sind“, lobt Bauleiter Zabielskas seine Truppe.


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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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