• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Geschichte: Kinder wecken poetische Lebensfreude

13.01.2016

Gehlenberg „Hier ruht Catharina Schücking geborene Busch Gemahlin des Amtmanns Schücking“ – So steht es auf einem Grabstein neben der Gehlenberger Kirche St. Prosper geschrieben. Hinter diesem Namen auf dem Grabdenkmal verbirgt sich eine Dichterin, die „erste westfälische Dichterin“, wie es heißt. Im Folgenden sind das Leben und vor allem das literarische Wirken der Poetin beschrieben.

Katharina Busch wurde am 26. Januar 1791 in Ahlen geboren und wuchs in Dülmen auf. Schon sehr früh war Katharina an Literatur interessiert. Eine Schulausbildung hatte sie aber nie erhalten. Sie ersetzte jedoch die fehlende Schulbildung durch Lesen. Über ihre Jugendzeit ist wenig bekannt. Allerdings sind Gedichte, die sie in dieser Zeit geschrieben hat, noch heute vorhanden. Ein Beispiel ist das Gedicht „Sehnsucht nach Ruhe“, welches sie schon mit dreizehn Jahren verfasst hatte. Mit etwa sechzehn Jahren kam sie nach Münster.

Erhebliches Aufsehen

Dort machte sie Bekanntschaft mit Anton Mathias Sprickmann (1749 bis 1833). Durch ihn wurde sie gefördert und ihr Kontakt vertiefte sich so stark, dass Katharina Busch ihn später liebevoll als „zweiten Vater“ bezeichnete. 1810 kam es erstmals zu Veröffentlichungen ihrer Gedichte „Herbstlied“, „Der Frühlingsabend“ und „Moosrose“ in der „Mimigardia“, einem poetischen Taschenbuch. Diese ersten Publikationen sorgten in der Öffentlichkeit für erhebliches Aufsehen, da eine an das allgemeine Publikum tretende Dichterin nicht in das Gesellschaftsbild der Zeitgenossen passte. 1813 lernte sie die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff kennen, die in einem späteren Gedicht betont, dass sie Katharina Schücking sowohl als dichterisches, wie auch als menschliches Vorbild gesehen habe.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Am 7. Oktober 1813 heiratete Katharina Busch Paulus Modestus Schücking. Das Paar lebte zunächst in Meppen. Sie hatten sechs gemeinsame Kinder. Zum 1. Januar 1815 wurde Schücking zum Richter der Königlich Hannoverschen Justizkommission für den Hümmling in Sögel ernannt, wo er seit dem 10. April 1828 außerdem als Herzoglich Arenbergischer Amtmann wirkte. 1815 zog das Paar mit seinem ältesten Sohn Levin, dem späteren bekannten Schriftsteller, nach Sögel. Sie wohnten im Marstall des Schlosses Clemenswerth. Auch in Sögel schrieb Katharina weitere Gedichte. 1830 zog die Familie in den Ludmillenhof in Sögel.

Schückings Einsatz als junger Richter und späterer Amtmann ist im Bereich des Hümmlings noch heute nicht vergessen. Er war unter anderem für den Ausbau der Straßen- und Postverbindungen verantwortlich. In Werlte (1832) und im damaligen Neuarenberg (heute Gehlenberg) sorgte er für Kirchenneubauten.

Außerdem war sein soziales Engagement und das seiner Frau sehr groß. Sie setzten sich für arme Moorkolonisten ein und erstrebten die Zulassung für einen zweiten Arzt in Sögel. Mit dieser Forderung stieß Paulus Modestus Schücking auf Widerstand. Unter anderem führte dies zu seiner Entlassung.

Studienarbeit

Die Autorin dieser Zeilen ist Lena Knipper aus Gehlenberg. Die 21-Jährige studiert in Osnabrück Französisch und Geschichte. Jetzt hat sie eine Hausarbeit verfasst zum Thema: „Das Leben der Katharina Schücking, geb. Busch. Dargestellt an Hand von Briefen an A. M. Sprickmann“.

Kurzvita: Katharina Sibylla Schücking wurde am 26. Januar 1791 in Ahlen geboren. Im Jahre 1813 heiratete sie den Juristen Paulus Modestus Schücking. Das Paar hatte sechs Kinder. Am 2. November 1831 verstarb sie auf dem Ludmillenhof in Sögel. Das Grabdenkmal von Katharina Sibylla Schücking befindet sich im Vorhof der St. Prosper Kirche in Gehlenberg.

Katharina Schücking hat seit ihrer Bekanntschaft mit Sprickmann bis kurz vor ihrem Tod regelmäßig Briefe an ihn geschrieben, wovon sich viele als Abschrift in ihrem Nachlass befinden. Sie gibt ihre Gedanken und Gefühle preis und es wird nicht nur einmal deutlich, dass Sprickmann ihr alleiniger Vertrauter ist, dem sie vieles mitteilt. Der Kontakt zu ihm und seine Meinung zu ihren Gedichten, scheint ihr sehr wichtig gewesen zu sein. Sprickmann sah sie schon als 16-jährige als talentvoll an und bezeichnet sie später als „Genie“.

Viele ihrer Gedichte wirken traurig und es entsteht oft der Eindruck, dass Katharina eine unglückliche Frau gewesen sein muss. Das mag daran liegen, dass viele ihrer Gedichte nach Schicksalsschlägen verfasst worden sind und sie mit Hilfe dieser versucht hat, mit der tiefen Trauer umzugehen. Indem sie ihre Gefühle und die Hoffnungslosigkeit, die sie oft nach schlimmen Erlebnissen empfand, in ihre Gedichte mit einbezog, entsteht diese Wahrnehmung bei den Lesern.

Einsamkeit gefiel ihr

Ihre Lebensfreude kehrt immer dann zurück, wenn sie von ihren Kindern schreibt. Bedeutsam war ihre Naturverbundenheit, die in ihren zahlreichen Gedichten immer wieder zum Ausdruck kommt. Die reine Luft des Hümmlings gefiel ihr, und auch die Einsamkeit.

Am 2. November 1831 um 8.30 Uhr verstarb Katharina Schücking. Beerdigt wurde sie als erste Tote neben der Kirche in Neuarenberg (Gehlenberg). Dort erzählt man sich, dass Katharina an diesem Ort begraben werden wollte, da sie die Waldeinsamkeit hier sehr mochte. Eine Textstelle ihres wohl bekanntesten Gedichtes „Die stille Tugend“ ist auf ihrem Grabstein zu finden: „Du wirst das Gute, weil es gut ist, wählen und eh du wähltest, hast du es vollbracht“.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.