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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Kruzifix ohne Arme sorgt für Zündstoff

10.03.2009

CLOPPENBURG „Man muss die Schärfe des Kreuzes zeigen“, sagte Dr. Martin Feltes zur Eröffnung der Ausstellung „Mein Gott, mein Gott, warum?“ am Sonntag in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS). Das Kreuz des Künstlers Ulrich Fox, um das es in der Exposition geht, ist heute noch umstritten. Es steht vor dem Marienhospital in Vechta und zeigt Jesus Christus am Kreuz ohne Arme.

Professor Dr. Karl Josef Lesch, Dozent für Religionspädagogik im Institut für Katholische Theologie Vechta, räumte den schwierigen Zugang zu diesem Kunstwerk für manche Christen ein. Gründe dafür sei das Verständnis von christlichem Glauben oder dem Verständnis von Kunst. Dabei wolle die moderne Kunst den Betrachter zum Nachdenken bringen, ihn herausfordern, Gewohntes und lieb Gewonnenes zu hinterfragen.

Der Theologie-Dozent nahm einen Brief von Papst Johannes Paul II. zum Thema Kunst und Glaube an Künstler auf. In ihm habe der Papst 1999 betont, dass die Kirche die Kunst brauche. Denn die Kunst solle die Welt des Geistes, des Unsichtbaren, die Welt Gottes wahrnehmbar machen. Sie müsse das Unaussprechliche in bedeutungsvolle Formen übertragen. Dabei habe der Papst – so der Theologe – nicht nur die sakrale Kunst im Blick, sondern auch die profane, moderne auf Selbstständigkeit bedachte Kunst. Diese habe auch jenseits ihrer typischen religiösen Ausdruckformen eine innere Nähe zur Welt des Glaubens.

Der Künstler wolle nicht die Kreuzigung abbilden, so Lesch. Vielmehr wolle er dem Betrachter eine Botschaft übermitteln: Innezuhalten, um über die Präsenz des Gekreuzigten in der Welt und dem Leben nachzusinnen. Die Kunst wolle nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern zum Handeln aufrufen. Die fehlenden Hände seien ein solcher Aufruf, ein Aufruf zur Nächstenliebe, zur Pflege von Kranken und zum Trösten von Traurigen.

Das Kruzifix, das der Lohner Künstler 1989 für eine Familie als Wegekreuz fertigte, stand ursprünglich zwischen Rechterfeld und Visbek, bis es mit der dortigen Bevölkerung Ärger gab. Auf Bitten des damaligen Vechtaer Probstes Günther Weigand bekam es einen neuen Platz vor dem Marienhospital in Vechta.

Die Ausstellung mit Bildern und Texten ist bis 14. April in der KAS zu sehen.

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