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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Aktion: „Kühling soll 305 000 Euro nicht zurückzahlen“

23.07.2011

CLOPPENBURG Eine Gruppe von Gläubigen aus der Kirchengemeinde St. Andreas in Cloppenburg macht mobil. Am Freitag ist eine Unterschriftenaktion initiiert worden, Inhalt: Die Unterzeichner setzen sich dafür ein, dass Dechant Alfons Kühling die rund 305 000 Euro nicht an die Kirchengemeinde zurückzahlen muss und diese auf die Eintreibung des Geldes verzichtet.

Wie berichtet, hatte das Landgericht in Oldenburg, bestätigt durch das Oberlandesgericht, den Pfarrer em. verurteilt, diese Summe an die Kirchengemeinde zurückzuzahlen. Die Begründung: Er habe das Geld ohne die Zustimmung der zuständigen Gremien ausgegeben. Kühling habe „seine Befugnis, über das Vermögen der Kirchengemeinde zu verfügen, bedingt vorsätzlich missbraucht“, lautete die Urteilsbegründung.

Nicht persönlich bereichert

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Eine persönliche Bereicherung des Geistlichen wurde allerdings nicht festgestellt. Dass Kühling die besagten mehr als 300 000 Euro für die Missionsarbeit und caritative Zwecke unter anderem in Florenz, Indien, Südafrika und Korsika ausgab, hatte er korrekt im Prozess belegen können – allerdings wohl zu spät.

Heinrich Havermann und Paul Froesch, beide Mitinitiatoren der Initiative, kritisieren, dass dieser „Formfehler“ nicht vor Gericht hätte gebracht werden müssen.

Die „bisher schweigende Seite“ (Havermann) wolle nun ihre Sichtweise in der „Kühling-Affäre“ ans Licht bringen. In der Amtskirche gebe es einen „Gegensatz von Predigt und Tun“, urteilt Havermann.

Das Offizialat habe einen nicht rechtmäßig vollzogenen Beschluss des Kirchenausschusses – nämlich, dass Kühling angeblich frei und ohne Zustimmung des Gremiums über Kirchenmittel habe verfügen können – zunächst übernommen, um ihn damit später in Misskredit zu bringen, so Havermann.

„Formfehler“ beseitigen

Im Kirchenvermögensverwaltungsgesetz sei klar geregelt, dass ein Beschluss im Kirchenausschuss direkt in der Sitzung protokolliert und unterschrieben werden muss. Nirgends ist aber dokumentiert, dass Kühling „freie Hand“ über das Kirchenvermögen hat. Beschlüsse, die nicht im Sitzungsbuch dokumentiert worden sind, sind nicht rechtmäßig, geht aus Paragraf 15 des Gesetzes hervor. In seinen jährlichen Haushaltsprüfungen hatte das Offizialat diesen „Formfehler“ (Havermann) feststellen und beseitigen müssen.

Kühling nicht gehört

Kühling sei zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen von Seiten der Kirche nicht ordnungsgemäß gehört worden, so Froesch und Havermann weiter. Mehr noch: Kirchenausschuss-Mitglieder seien erheblich unter Druck gesetzt worden, um die Klage gegen Kühling in Gang zu setzen.

„ Wie steht es mit der Dialogfähigkeit des Offizialats?“, fragt Havermann weiter. Denn Antworten auf die Fragen der Gläubigen in Bezug auf Kühling gebe es vom Offizialat bis heute nicht. „Das tut uns gewaltig weh“, sagte Froesch.

Von Seiten der Kirchengemeinde gibt es keine Stellungnahme, ob die der Gemeinde rechtlich zustehenden 305 000 Euro eingetrieben werden. „Ich kommentiere das nicht“, sagte Dechant Hartmut Niehues auf NWZ -Anfrage. Zur Sicherung der Ansprüche hatte die Kirchengemeinde den Eintrag einer Sicherungshypothek ins Grundbuch für das Cloppenburger Privathaus von Kühling erwirkt. In letzter Konsequenz könnte die Gemeinde das Haus zwangsversteigern lassen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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