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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Fastenzeit: Mehr als nur Verzicht und Buße

02.03.2017

Friesoythe Wer denkt, am Aschermittwoch werden nur politische Reden geschwungen, liegt falsch. Nein, mit dem jedenfalls in der katholischen Kirche strengen Fast- und Abstinenztag hat am Mittwoch die 40-tägige Fastenzeit im Christentum begonnen. Pfarrer Michael Borth von der katholischen Kirche und Pfarrer Joachim Prunzel von der evangelisch-lutherischen Kirche kennen die kleinen aber feinen Unterschiede ganz genau.

 Katholische Kirche

Es wirkt karg in der St.-Marien-Kirche in Friesoythe. Die goldenen Kerzenhalter sind weg und durch schlichte Holzkonstruktionen ersetzt worden. Keine Blumen, keine Decken und ein geschlossener Hochaltar. Mit dem Aschermittwoch begann die Fastenzeit. „Und die ist bei uns auch eine Bußzeit, die uns auf Ostern vorbereitet. Deswegen wird auch alles Festliche aus der Kirche entfernt“, sagt Pfarrer Michael Borth, der zusammen mit seinen Kollegen in ganzen 14 Gottesdiensten am Mittwoch Aschekreuze verteilt hat. „An keinem Tag im Jahr gibt es mehr – auch nicht an Weihnachten“, fügt Borth hinzu.

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Katholische Tradition

Mit dem Aschermittwoch beginnt in der römisch-katholischen Kirche die 40-tägige Fasten- und Bußzeit vor Ostern. Der Aschermittwoch ist dabei, wie der Karfreitag, ein strenger Fast- und Abstinenztag.

Die Sonntage zählen in der katholischen Lehre nicht zu den Fastentagen, da an jedem Sonntag im Gottesdienst die Auferstehung Jesu in der Eucharistie gefeiert wird.

Beendet ist die Fastenzeit erst in der Nacht zum Ostersonntag, mit Feier der Osternachtsmesse.

Die Zahl 40 ist auf eine Bibelstelle zurückzuführen, in der Jesus 40 Tage abstinent in der Wüste verbrachte und dort vom Teufel in Versuchung gebracht wurde.

Aber warum eigentlich Asche? „Asche ist ja tote Materie. Sie soll als Zeichen für die Vergänglichkeit des Lebens stehen – die Jesus Christus an Ostern besiegt hat“, so der Pfarrer. Und da auch Jesus Christus 40 Tage in der Wüste gefastet hat, gab es Mittwochmittag für Borth auch nur einen lockeren Pfannkuchen – Fleisch am Aschermittwoch ist tabu. „Gleichzeitig versuche ich auch immer, auf Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten“, so Borth. Gar nicht so einfach. „Immer mehr Veranstaltungen werden in die Fastenzeit gelegt. Sie ist schon etwas aus dem Bewusstsein der Leute verschwunden“, sagt der Geistliche.

Wer zählen kann, merkt schnell, dass es noch mehr als 40 Tage bis Ostern sind. „Ja genau, denn der Sonntag zählt bei uns Katholiken nicht dazu. Da feiern wir ja in jeder Woche die Auferstehung Christi, da wird nicht gefastet“, erklärt Borth.

Aber die Fastenzeit ist für den katholischen Priester nicht nur Verzicht. „Als Vorbereitung auf Ostern versuchen wir auch, mehr gute Nachrichten mit in die Kirche zu bringen. So habe ich jedem Gottesdienstteilnehmer einen kleinen Zettel mit einer guten Nachricht mit auf den Weg gegeben.“

 Evangelische Kirche

„Fastenzeit? Kenne ich eigentlich gar nicht. Bei uns heißt das Passionszeit“, sagt Joachim Prunzel, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friesoythe-Sedelsberg-Bösel mit einem Schmunzeln. „Bei uns ist es nicht ganz so streng wie bei den Katholiken. Wir versuchen aber in den letzten Jahren verstärkt, die Fastenzeit wieder ins Gedächtnis zu rufen“, sagt der Pfarrer. Dabei hilft die Aktion „7 Wochen ohne“. Die Kircheninitiative betont seit 1983 den Fastengedanken neu und findet auch in der Gemeinde in Friesoythe breite Unterstützung. „Wir haben viele, die sich in den sieben Wochen wirklich vornehmen, auf etwas zu verzichten.“

Evangelische Tradition

Die Fastenzeit nennt sich in der evangelisch-lutherischen Kirche Passionszeit und wird weniger streng gehandhabt als in der katholischen Kirche.

Der Aschermittwoch wird je nach Region gering bis gar nicht gefeiert. Erst am kommenden Sonntag läutet ein Gottesdienst die Passionszeit der Lutheraner ein.

Wichtiger für die evangelischen Christen ist die bundesweite Aktion „7 Wochen ohne“, die 1983 ins Leben gerufen wurde. Damit nahm die Teilnehmerzahl an der Fastenzeit wieder zu.

Ein Unterschied zur katholischen Kirche ist, dass in der evangelischen Kirche die Fastenzeit nicht mit dem Bußsakrament verbunden ist.

Dabei hält Pfarrer Prunzel aber nicht viel davon, bis Ostern komplett abstinent zu sein. „Ich glaube, es bringt eher etwas, wenn man sich jeden Tag eine Stunde Zeit nimmt, um auf etwas zu verzichten, als über einen langen Zeitraum.“ Prunzel selbst hat sich vorgenommen, sich bis Ostern mehr zu bewegen. „Das Fahrrad soll jeden Tag rauskommen.“

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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