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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

„Menschen vermissen häusliche Weihnacht“

24.12.2015

Cloppenburg Weihnachten im Krankenhaus: Das ist besonders für schwerkranke Menschen, die über die Feiertage in der Klinik bleiben müssen, ohne Frage eine ex­trem belastende Situation. „Viele Patienten werden von einer besonderen Rührung ergriffen: Sie fragen sich, warum gerade sie im Hospital bleiben müssen. Sie erzählen dann von Familienmitgliedern, die nicht zu Besuch gekommen sind, von einem heftigen Streit oder auch vom ersten Weihnachtsfest ohne den Partner“, berichtet Ursula Willenborg, die seit 2010 hauptamtlich in der Krankenhausseelsorge des St.-Josefs-Hospitals in Cloppenburg arbeitet. Bei ihren Patientenbesuchen an Heiligabend – so die 47-Jährige weiter – falle es ihr nicht immer leicht, den Menschen eine frohe Weihnacht zu wünschen.

Froh über Zuhörer

Die Leute würden ganz einfach „das häusliche Weihnachten“ vermissen, ergänzt Diakon Martin Decker von der katholischen Stadtgemeinde St. Andreas. Der 63-Jährige ist bereits seit 2008 in der Krankenhausseelsorge engagiert. Neben Patienten, die gar nichts von dem Dienst wissen wollten, gebe es auch Menschen, die ganz einfach froh sind, wenn jemand bei ihnen sei. Andere Kranke – so Decker weiter – fingen erst nach einiger Zeit an zu erzählen und freuten sich dann, wenn sie einen Zuhörer hätten. Und das besonders, wenn klar sei, dass niemand anderes an ihre Türe klopfen werde.

Ein wenig weihnachtlichen Glanz in der ansonsten eher nüchternen Klinikatmosphäre verströmen drei Gruppen von Engelchen, die am heutigen Heiligabend bis 14.45 Uhr auf den Stationen nicht nur Weihnachtslieder singen und -gedichte aufsagen, sondern auch kleine Krippen aus Bronze verteilen. „Die sind ungefähr so groß wie ein Ei“, erzählt Decker. Im Krankenhausfernsehen wird derweil bereits ab 13 Uhr eine Wortgottesfeier aus der krankenhauseigenen Kapelle übertragen. Und wer will, bekommt auch an Weihnachten die Kommunion ans Krankenbett – den sieben ehrenamtlichen Kommunionhelfern und den zwei Schwestern aus dem Haus sei Dank.

Lob für Pflegepersonal

Der Heiligabend wurde bereits am 23. Dezember eingeläutet, als Teile des Gospelchors von St. Andreas durch die Stationen zogen und mit ihrem fröhlichen Gesang hier und da so machen trüben Gedanken vertrieben.

Viel Lob hat Willenborg für das Pflegepersonal über, dem sie selbst bis zu ihrem Wechsel in die Krankenhausseelsorge viele Jahre angehörte. „Die Schwestern und Pfleger machen das immer sehr liebevoll. Außerdem schieben sie die kranken Menschen im Bett oder im Rollstuhl zum Festgottesdienst, der am 1. Weihnachtstag schon um 8.30 Uhr in der Kapelle beginnt.“ Gerade zu den Weihnachtstagen zeigten die Pflegekräfte abseits ihres enggetakteten Zeitplans viel Geduld und Verständnis.

Verständnis müssen auch die Familien von Ursula Willenborg und Martin Decker an Heiligabend mitbringen. „Wenn ich um 16 Uhr in der St.-Andreas-Kirche mit meinem Mann Andreas und meinen vier Kindern sitzen will, gibt es oft einen fliegenden Wechsel vom Krankenhaus zur Kirche“, sagt Willenborg. Anschließend beginne das Weihnachtsfest bei Willenborgs: „Wir sitzen dann zusammen, erzählen und spielen viel.“

„Herzensangelegenheit“

Allein mit seiner Frau Ruth macht es sich derweil Diakon Decker in diesem Jahr unter dem Baum an der Krippe gemütlich. Die beiden Töchter, die mit ihren Familien in Papenburg bzw. Aachen leben, sind diesmal anders verplant.

Stichwort verplant: Häufig – so Willenborg und Decker unisono – komme es vor, dass man viel länger am Bett eines kranken Menschen sitzenbleibe, als dies eigentlich vorgesehen war. „Aber das ist mir eine Herzensangelegenheit“, bekräftigt Willenborg. Schließlich liege niemand gerne im Krankenhaus – und schon gar nicht zu Weihnachten.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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