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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

„Landwirte sind keine Verbrecher“

22.10.2019

Molbergen „Landwirte sind keine Verbrecher. Sie haben für ihre tägliche Arbeit unsere Wertschätzung verdient“, forderte Molbergens Pfarrer Uwe Börner im feierlichen Erntedankgottesdienst an einem mit Feldfrüchten bunt dekorierten Altar. Nach dem Gottesdienst und einem Konzert des Musikvereins Molbergen feierte die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist den Ernteball im Außenlager der Firma Claas an der Hohen Feldstraße unter dem Motto „Frieden – Eine Frage der Ähre“. Mehrere hundert Besucher wollten mit den Mitgliedern der KLJB, die das Fest vorbereitet hatten, „danken für die Arbeit der Bauern und all derer, die dafür sorgen, dass wir täglich zu essen haben“, wie Pfarrer Uwe Börner betonte.

„Früher war es nicht selbstverständlich, dass der Kühlschrank voll ist. Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass den Bauern die Wertschätzung entgegengebracht wird, die sie für ihre Arbeit verdient haben“, so der Molberger Pfarrer, der den Gottesdienst mit Pfarrer Jineesh und Diakon Holger Meyer und der Fahnenabordnung der KLJB Molbergen feierte.

Die grünen Kreuze auf den Feldern sollten mahnen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe am Scheideweg ständen. Sie wüssten nicht, wohin die Reise gehe, ob sie aufgeben müssten oder ob ihr Betrieb eine Zukunft habe. „Verlieren wir nicht den Bezug zu Pflanzen und Tieren, wenn die Höfe zu groß werden?“, fragte Börner, der forderte, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssten. „Was heute kritisiert wird, hat auch der Markt bestimmt. ,Geiz ist geil’ hat keine Zukunft. Die Zukunft der Landwirtschaft hängt vom Maß ab, das wir wiederfinden müssen – auch auf dem Teller. Denn jede Arbeit ist ihres Lohnes wert.“

Noch seien die Kreuze nicht schwarz. Im Kreuz sei Heil, im Kreuz sei Leben. Grün sei Hoffnung. Das sei tröstlich. Höfe, die seit Generationen existieren, müssten eine Zukunft haben. „Ich habe Verständnis, dass sich die Landwirte nun bemerkbar machen. Eine gute Arbeit muss sich ihr Recht verschaffen. Nehmen wir das, was wir essen, mit Wertschätzung. Die Bauern haben es verdient“, so Börner. Auch die Landjugendlichen kritisierten vor mehreren hundert Besuchern in ihren Fürbitten die Lebensmittelverschwendung und die Zerstörung der Umwelt. „Wir leisten uns viel, kosten das Leben aus und beuten die Erde aus“, stellten sie fest und forderten ein Umdenken.

Nach dem Gottesdienst luden sie zum Konzert des Musikvereines und zur anschließenden Party ein. „Schön, dass wir eine so tolle Landjugend haben“, freute sich Börner über das Engagement der Jugendlichen bei der Gestaltung des Erntedankfests. Er appellierte an die Bauern, im nächsten Jahr in einem anderen Gemeindeteil eine Scheune oder Diele für das Erntedankfest zur Verfügung zu stellen. „Denn der Glaube muss dahin, wo das Leben ist.“

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