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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Museumsleiter lädt zum Bummeln ein

07.12.2013

Cloppenburg Bei heißem Apfelpunsch, Swing und einem Hauch Pulverschnee ist Freitagmittag der 3. Nikolausmarkt im Museumsdorf Cloppenburg eröffnet worden. Treffpunkt war der Schafstall auf dem weitläufigen Gelände, in den der Freundeskreis des Museums eingeladen hatte. Professor Dr. Uwe Meiners begrüßte die Gäste und dankte allen Förderern der Einrichtung für ihre Unterstützung. Er freue sich auf den Nikolausmarkt, denn solche Veranstaltungen würden viele aufs Museumsdorf aufmerksam machen. „Museum soll Spaß machen“, betonte er. Und ein solcher Markt trage dazu bei.

Derweil hatten sich schon einige Besucher auf dem Gelände eingefunden, um sich die Waren der Händler anzuschauen. Rund 80 Aussteller präsentieren an diesem Adventswochenende in den alten Gebäuden ihre zumeist handgefertigten Produkte. In manchen Werkstätten ist es Sonnabend und Sonntag, 7. und 8. Dezember, zudem möglich, den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Adventliche Musik erklingt in den Nachmittagsstunden in der kleinen Dorfkirche. In der Dorfschule werden Weihnachtsgeschichten erzählt, und auch das Puppentheater ist vor Ort.

Bei all dem Rahmenprogramm wird wohl auch immer mal wieder vom Nikolaus die Rede sein. Im Zuge der NWZ -Serie zum Nikolausmarkt wurde die Figur des Heiligen Mannes beleuchtet – auch in der Literatur, etwa in Kinderbüchern. So erscheint beispielsweise in dem Buch „Der Struwwelpeter“ von Dr. Heinrich Hoffmann der „große Nikolas“, um die bösen Buben Wilhelm, Ludewig und Kaspar zu bestrafen. Sie hatten einen Mohren verspottet und wurden nun zur Strafe in ein Tintenfass getaucht. Die Darstellung zeigt jedoch nicht den Heiligen, sondern einen profanen Nikolaus. Außer dem Namen, teilt dieser mir seinem Vorbild noch die Fürsorge für Schüler. Interessant: die Kleidung. Hoffmann lässt seinen Nikolaus mit einer roten Zipfelmütze und einem roten Mantel auftreten – dieser war allerdings in der ersten Ausgabe seines Buches noch braun. Auch der charakteristische lange, weiße Bart fehlt nicht. Der größte Unterschied zum heutigen Weihnachtsmann besteht in der Fußbekleidung: Während der Weihnachtsmann heutzutage immer Stiefel trägt, hat der Hoffmannsche Nikolas Pantoffeln an.

Warum Hoffmann den Nikolaus so dargestellt hat, lässt sich mit Blick auf seine Religion erahnen. Als Protestant wollte er keinen Heiligen darstellen, aber dennoch Bezug zur Weihnachtszeit herstellen.

Hoffmann schrieb aber auch einige politische Satiren, weshalb der Gedanke nicht ganz abwegig ist, dass er mit seinem Nikolas im Struwwelpeter auch den Zaren Nikolaus I. von Russland karikieren wollte. Nikolaus I. war für die strenge Zensur bekannt, mit der er sein Reich überwachen ließ. Bücher aus Russland erkannte man zu Hoffmanns Zeiten an den vielen eingeschwärzten Stellen. Vielleicht soll die sonderbare Kopfbedeckung an eine Zobelfellmütze erinnern, wie sie damals am Zarenhof getragen wurde.

Es gibt noch ein berühmtes Kinderbuch, in dem ein Nikolaus vorkommt. Er nennt sich allerdings schon Weihnachtsmann. Auf der Weihnachtswiese sitzt er im Lehnstuhl und wiegt das Christkind – „Peterchens Mondfahrt“ erschien 1915. Der Text stammte von Gerdt von Bassewitz, die Illustrationen zeichnete der Berliner Künstler Hans Baluschek. Sein Weihnachtsmann ist konventionell gekleidet. Liefe er heutzutage durch eine Fußgängerzonen, dann er wohl würde kaum auffallen.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/cloppenburg 
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Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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