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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Osterfest verbindet Generationen

12.04.2017

Bollingen Wenn Conrad Niemeyer an Ostern denkt, dann strahlen seine Augen. „Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dem Fest“, sagt der 82-Jährige. Jedes Jahr kommen weitere hinzu, wenn er mit seiner großen Familie auf seinem Hof in Bollingen gemeinsam Ostern feiert. Seine vier Kinder, 13 Enkelkinder und zwei Urenkel kommen im Idealfall zusammen. Als eines von neun Kindern ist Conrad Niemeyer in Bollingen aufgewachsen. Im Alter von 15 Jahren fing er an, auf dem eigenen Hof (Milchviehbetrieb) als Bauer zu arbeiten.

Der 82-Jährige und seine Frau Elisabeth genießen die Familienbesuche an Ostern sehr. Das Glücksgefühl könne man nicht beschreiben. „Ich habe die Kinder so gerne um mich herum. Je mehr getobt und gespielt wird, umso besser“, betont Conrad Niemeyer.

Tradition statt Kommerz

Besonders viel Freude bereitet dem 82-Jährigen das Verstecken der selbstbemalten/gefärbten Ostereier für den Nachwuchs, am liebsten im Garten. Süßigkeiten werden nicht versteckt. „Aber im Haus kommt eine große Schüssel mit süßen Leckereien auf den Tisch“, erzählt Conrad Niemeyer. Vom zunehmenden Kommerz an Ostern hält er gar nichts: „Es wird heutzutage übertrieben mit den Geschenken. Ich finde es wichtig, den Kindern die österlichen Werte zu vermitteln.“ Man dürfe nicht vergessen, warum wir Ostern feiern – wegen der Auferstehung.

Er habe in seiner Kindheit an Ostern nichts vermisst, sagt der Ehrenvorsitzende des Bürgervereins Strücklingen, der während des 2. Weltkrieges aufwuchs. Am Ostersonntag warteten auf ihn und seine Geschwister nach dem Mittagessen (Suppe und Fitzebohneneintopf) mit gekochten bunten Eiern gefüllte Osternester im Garten. Die Eier stammten hauptsächlich von den eigenen Hühnern. Im Eiertopf wurden auch Blätter, Spinat und Zwiebelschale gekocht, die für die Färbung sorgten, erzählt der gebürtige Bollinger. Für seine zwei Schwestern gab es zudem manchmal aus Stoffresten gebastelte Osterhasen. Das Osternest hatten die Kinder mit ihrer Mutter gebastelt – aus gesammelten Zweigen und Moos aus dem angrenzenden kleinen Wald.

Aufregung vor der Tür

Stets begann der Ostersonntag mit der Auferstehungsmesse um 5 Uhr morgens. „Das war für mich etwas ganz außergewöhnliches“, berichtet Conrad Niemeyer von einer ganz besonderen, aufregenden Atmosphäre an und in der Kirche St. Georg in Strücklingen. „Der Pastor ist mit der Gemeinde dreimal um die Kirche prozessiert. Jedes Mal hat er einmal an die Kirchentür geklopft, doch erst beim dritten Mal öffnete sie sich.“ Dann erklang die Orgel.

Wochenlang sammelte Conrad Niemeyer mit seinen Geschwistern und Nachbarkindern Strauchgut für das Osterfeuer am Sonntagabend, das mal auf dem eigenen Hof, mal bei den Nachbarn entzündet wurde. Auch an ein Kinderspiel zu Ostern kann sich der 82-Jährige erinnern: Eierpicken. Die Spieler hatten ein Ei in der Hand und versuchten mit einer schnellen Stoßbewegung, die Schale der anderen Eier aufzubrechen.

Eine besondere Tradition sei auch das Basteln der Palmstöcke gewesen. Diese wurden mit einem „schönen, roten Apfel“ aus dem eigenen Garten verziert und am Palmsonntag an Verwandte und Nachbarn verteilt. „Zum Dank bekam man ein bis zwei rohe Eier, die es ja damals nicht so einfach zu kaufen gab“, erzählt Conrad Niemeyer. Am Samstag nach Ostern seien in der Kirche dann große Mengen Wasser geweiht worden. Jedem Haushalt, dem die Kinder einen Palmstock geschenkt hatten, brachten sie anschließend auch eine Flasche von diesem Weihwasser.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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