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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Platt als internationale Sprache

12.12.2015

Garrel Günter Buschenlange ist mit Plattdeutsch aufgewachsen. Er schnackt Platt mit Geschäftsleuten und privat sowieso. „Nur wenn man mal in die Stadt nach Garrel oder in die Großstadt Cloppenburg muss, spricht man Hochdeutsch“, sagt der 55-Jährige und grinst.

Wenn man zum Haus von Günter Buschenlange möchte, unternimmt man eine Reise aufs Land. Die nächsten Nachbarn wohnen circa 200 Metern weit weg. Die Familie Buschenlange lebt seit 1875 in der Region rund um Garrel. Das fand Günter Buschenlange heraus, als er versuchte, mehr Informationen zur Familiengeschichte zu finden.

Die Familienforschung ist ein großes Hobby von ihm und tatsächlich führte es ihn auch über mehrere Umwege nach Amerika. Eine Reisegruppe aus den USA besuchte Norddeutschland. Sie war auf der Suche nach ihren Wurzeln und Vorfahren. Eine der Frauen, Betty, kontaktierte den Heimatverein Garrel, in dem auch Buschenlange Mitglied ist. Und tatsächlich fand er die Nachkommen ihres Vorfahren.

Über diesen Kontakt ergab sich für Buschenlange die Möglichkeit, in die USA zu reisen. 2011 besuchte er also die „Deutsch-Amerikanische Plattdüütsch-Konferenz“ in Wausau/Wisconsin. „Das war ein Abenteuer. Nach vielen Stunden Flug bin ich endlich gelandet und dann saß ich noch vier Stunden am Flughafen fest“, erzählt der Landwirt.

Sein zweiter Flug zur Plattdeutschkonferenz 2013 verlief da schon entspannter und in diesem Jahr war er überhaupt kein Problem mehr. 2015 fand die Konferenz in Davenport/Iowa statt.

„So eine Konferenz läuft eigentlich immer ähnlich ab“, berichtet Buschenlange. Sie beginne am Freitagabend mit einem gemeinsamen Dinner und jeder Menge Smalltalk – eine lustige und bunte Mischung aus Englisch, Deutsch und Platt. In diesem Jahr hatte er noch die Möglichkeit, sich mit Familie Burck, Jeff Herbert und dem Ehepaar Schnetzer zu treffen. Sie wanderten selber aus der Region um Friesoythe und Garrel aus, beziehungsweise sind Nachfahren von Auswandern. Damit war der Freitag vollgepackt.

Am Sonnabend folgen jede Menge Vorträge. „Manche auf Plattdeutsch, andere auf Englisch und einige auf Deutsch“, sagt Buschenlange. Am Nachmittag werden Exkursionen angeboten. „Wir haben verschiedene Farmen und Dörfer besucht, mit Namen wie Berlin oder Hannover“, sagt Buschenlange und lächelt.

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag reisten alle Teilnehmer zurück nach Hause – ob nun 50 oder 5940 Kilometer.

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Heimatverein Garrel