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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Prävention: Kinder besser vor Missbrauch schützen

12.09.2019

Ramsloh Große Erschütterung hatte es in Deutschland gegeben, als 2010 erstmals eine größere Anzahl von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche bekanntgeworden war. Danach war eine Präventionsordnung erstellt worden, die jüngst 2015 überarbeitet wurde. Diese bildet auch für das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) Vechta die Grundlage für Präventionsarbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

Und laut dieser muss jeder katholische Rechtsträger ein institutionelles Schutzkonzept (ISK) erstellen. Das betrifft im Bistum Münster 40 Kirchengemeinden. Bis Ende 2019 muss in diesen das jeweilige, individuelle Konzept umgesetzt werden. „Von den 40 sind vier noch nicht mit dem Konzept angefangen, 30 sind fertig, die anderen befinden sich in der Fertigstellung“, sagte Andrea Habe. Sie war vorübergehend in der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland als Präventionsfachkraft vom BMO tätig.

Krisenmanagement

Die Kirchengemeinde St. Jakobus hat einen Handlungsleitfaden erstellt, der erklärt, was beim Verdacht von sexueller Gewalt getan werden sollte. Er ist Teil des Schutzkonzeptes, das noch vom Pfarreirat verabschiedet werden muss. Der Leitfaden in Stichpunkten:

1. Verdacht: Beobachtung einer Situation, die als Grenzverletzung bzw. sexueller Übergriff wahrgenommen wird, oder jemand erzählt davon

2. Ruhe bewahren: Als erstes prüfen, woher der Verdacht kommt, um dadurch Fehlentscheidungen zu vermeiden

3. Kontakt aufnehmen: Bei Verdacht oder ungutem Gefühl an Ansprechpartner (Kollegen, Leitungspersonen, Fachberatungsstellen) wenden und zusammen nächste Schritte abwägen

4. Prüfen: Prüfen, ob sofortiger Handlungsbedarf besteht; wenn es zu weiteren gefährdenden Situationen kommen kann, nach Maßgabe der Fachberatung vorgehen; je nach Sachlage Leitungspersonen, Jugendamt, Strafverfolgungsbehörden, Ansprechpartner des Bistums informieren

5. Dokumentation: Sorgfältige Dokumentation des gesamten Prozesses

6. Achtung: Ist man mit einem Verdacht auf sexuelle Gewalt konfrontiert, sind Sprachlosigkeit und das Gefühl, hilflos zu sein, normal; für persönliche Entlastung sorgen

7. Reflexion: Prozess und Entscheidungen reflektieren

8. Qualitätssicherung: Pfarreirat hält das Schutzkonzept in regelmäßigen Abständen in Erinnerung

Für die Konzepterstellung hatte die Kirchengemeinde einen Arbeitskreis gegründet, der seine Arbeit vor etwa einem halben Jahr aufnahm. Ihm gehören neben Habe Mitglieder aus den kirchlichen Gremien an: Pfarrer Ludger Fischer, Pfarreiratsvorsitzender Georg Pugge, Werner Stavermann, Pastoralreferentin Mechthild Fickers, Sabine Kanne und Marlene Fortwengel. Am Dienstagabend traf er sich im Pfarrheim Ramsloh, um das Konzept zu verabschieden, das noch dem Pfarreirat und Kirchenausschuss vorgelegt werden muss. Der Pfarreirat beschließt darüber und überprüft es jährlich auf Aktualität.

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„Das Konzept soll breit gestreut werden in unseren Gruppen“, sagte Pfarrer Fischer. Angedacht ist, es in eine Broschüre für die Gruppen in der Kirche umzuwandeln. In Kraft gesetzt werden soll es zum 1. Dezember 2019. Jeder haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter muss schriftlich bestätigen, dass er das ISK zur Kenntnis genommen hat und seine Arbeit gemäß der darin aufgeführten Aufgaben ausführen wird. Und das nicht nur zum Schutz von Kinder und Jugendlichen, sondern auch von „Hilfebedürftigen und Schutzbefohlenen“, so Pugge.

Das Konzept sieht unter anderem vor, dass alle, die in der Kirchengemeinde mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und an einer Präventionsschulung teilnehmen müssen. Beides muss nach fünf Jahren erneuert bzw. aufgefrischt werden. Auch das wird vom Pfarreirat überwacht. „Je mehr Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, desto intensiver die Schulung“, so Habe.

Weiterer wesentlicher Bestandteil des ISK ist der Verhaltenskodex, der zum Beispiel Wortwahl, Gestaltung von Nähe und Distanz und Angemessenheit von Körperkontakten vorgibt.

Innerhalb jeder Kirchengemeinde soll es zudem mindestens eine Präventionsfachkraft vor Ort geben. Für St. Jakobus steht diese/stehen diese noch nicht fest, darum war Habe dort vorübergehend eingesetzt. Auch werden im Konzept Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Kirchengemeinde festgehalten. Erstere stehen ebenfalls noch nicht fest.

„Statistisch gesehen muss ein Kind sich siebenmal an einen Erwachsenen wenden, um Hilfe zu bekommen“, sagte Habe. Das soll nun schneller gehen. Jedes Kind solle wissen, dass es gehört werde und Ansprechpartner habe.

Und das Ziel des Konzeptes? „Wir wollen am Ende sagen können, dass wir alles Menschenmögliche für den Schutz von Kindern und Jugendlichen getan haben. Eigentlich geht es aber nicht um ein Konzept, sondern um die Sensibilisierung jedes Einzelnen“, sagte Habe abschließend.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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