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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Jahrzehntelanger Einsatz für Spracherhalt

15.09.2017

Ramsloh /Scharrel Es ist fast unmöglich, alles aufzuzählen, was der Heimatverein Saterland Seelter Buund in den vergangenen Jahrzehnten erreicht hat. In diesem Jahr kann er auf sein 40-jährige Bestehen zurückblicken. Aus der Taufe gehoben wurde der Seelter Buund am 14. Dezember 1976 in der Gaststätte Awick in Scharrel. Im März 1977 fand die erste Versammlung nach der Gründungsveranstaltung im Gasthof Olthoff in Hollen statt. Auf dieser wurde die Satzung beschlossen und ein Vorstand gewählt. Es handelte sich um eine Neugründung des 1952 gegründeten Seelterbuund.

Vorsitzender wurde 1977 Heinrich Kröger, sein Stellvertreter Otto Immer, Schriftführer Theo Deddens, sein Stellvertreter Heinz Deddens, Schatzmeisterin Elisabeth Frank und Stellvertreterin Renate Caspary. 103 Mitglieder zählte der Seelter Buund nach der Versammlung. Schon bei der Gründungsveranstaltung hatte der damalige Vorsitzende des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland, Hans Roter, dafür plädiert, ein „ordentliches Schulfach Saterfriesisch“ einzuführen. Und auch Dr. Marron C. Fort sagte, dass die Saterländer einen Eigenanteil aufbringen müssten. Nur so könne die saterfriesische Sprache gerettet werden.

Und genau dafür setzte sich der Heimatverein ein. Ziel ist es, die saterfriesische Sprache und Kultur zu erhalten. So initiierte er zweisprachige Ortsschilder im Saterland. Zudem wird auf seine Initiative hin an allen öffentlichen Schulen in der Gemeinde freiwilliger Unterricht in Seeltersk angeboten. Auch in den Kindergärten wird die Sprache durch ehrenamtliche Helfer des Vereins gelehrt. Durch die Aufnahme in die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland, die 1998 in Kraft trat, unterstützt auch die Bundesregierung den Spracherhalt.

Programm am 28. Oktober

Gefeiert wird das 40-jährige Bestehen des Seelter Buund mit Mitgliedern und Ehrengästen am 28. Oktober ab 18 Uhr in der Aula des Schulzentrums Saterland. Neben der Preisverleihung des „Seelter Skrieuwerpries“, Begrüßung und Ansprachen gibt es ein buntes Festprogramm.

Tanzvorführungen gibt es von der Volkstanzgruppe Saterland und der „Seelter Dons- und Drachtenkoppel“. Die „Seelter Sjungere“ unterhalten mit Liedern. Zudem ist eine historische Modenschau geplant. Ein Film über das Saterland wird gezeigt und verdiente Mitglieder werden geehrt.

Des Weiteren erwarb der Seelter Buund 2002 den ehemaligen Bahnhof in Scharrel und baute ihn zum „Seelterfräiske Kulturhuus“ um. Zum Verein gehören die Volkstanzgruppe „De Seelter Dons- un Drachtenkoppel“ sowie die Gesangsgruppe „Seelter Sjungere“. Die Kindertanzgruppe „Seelter-Dons-Stirne“, die auf Initiative von der Scharrelerin Helene Stolle gegründet wurde, gibt es nicht mehr.

Stolle war auch an der Gründung der „Dons- und Drachtenkoppel“ beteiligt. Ihr Sohn Bernd, damaliger Schriftführer, hatte sich dafür eingesetzt, dass das Saterland 1990 als „kleinste Sprachinsel Europas“ in das Guinness-Buch der Rekorde (Ausgabe 1991) aufgenommen wurde.

Neben Helene Stolle hat der Verein weitere Ehrenmitglieder: Sprachforscher Dr. C. Marron Fort und Pyt Kramer. Heinrich Kröger ist mittlerweile verstorben. Fort und Kramer haben großen Anteil daran, dass die Sprache am Leben erhalten wurde – genauso wie die Ramsloherin Gretchen Grosser. Sie war lange Zeit Kassiererin des Vereins, schreibt Geschichten auf Seeltersk und übersetzt. Mit Karl-Peter Schramm sind die Saterfriesen im Minderheitenrat der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands vertreten. Zudem ist der Seelter Buund Mitglied im Friesenrat und der Oldenburgischen Landschaft.

Sprache und Brauchtum werden unter anderem durch Heimatabende, Kartoffelfest, Schlachtfest, Großelterntag und Gesprächskreis am Leben erhalten. Vorsitzender ist heute Heinrich Pörschke, Stellvertreter Heinz-Hermann Evers, Schriftführerin Margret Göken, Stellvertreter Stefan Dannebaum, Schatzmeisterin Elisabeth Sibum, Stellvertreter Antonius Kanne. Heute gehören dem Verein mehr als 280 Mitglieder an.

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Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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