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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Konzertkritik: Regionalorchester zeigt sich von bester Seite

21.09.2011

CLOPPENBURG Der Cloppenburger Projektchor unter der Leitung von Jürgen Löbbecke hat für sein Konzert am Sonntag in der St.-Augustinus-Kirche eine musikalische Rarität ersten Ranges ausgegraben: die Vertonung der Fronleichnamssequenz „Lauda Sion Salvatorem“ op. 73 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Auftragskomposition

Es handelt sich dabei um eine Auftrags-Komposition, Mendelssohn sollte den Text dieser Sequenz anlässlich der 600-Jahr-Feier der Einsetzung des Fronleichnamfestes in Lüttich im Jahre 1846 neu vertonen. Dass Mendelssohn als evangelischer Christ jüdischer Herkunft diesem Text musikalisch dennoch so viel abgewinnen konnte, spricht für seine geistig-seelische Weite, was ihn auch mit J. S. Bach und Max Reger verbindet.

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Majestätisch musizierten der Cloppenburger Projektchor und das Regionalorchester mit seinem Konzertmeister Paul Bialek unter der Leitung von Jürgen Löbbecke. Statt der oft anzutreffenden Unmittelbarkeit war zu Beginn so etwas wie Sphärenmusik – wie aus einer anderen Welt – zu vernehmen. In der Tat klangvoll, wie es der Text vorgibt, bot Renate Lücke-Herrmann ihre folgende Sopranarie dar, worauf quasi kommentierend der Chor antwortete.

Der anschließende Vortrag des Solo-Quartetts mit Renate Lücke-Herrmann (Sopran), Carola Göbel (Alt), Andreas Post (Tenor) und Dirk Beyer (Bass) zeichnete sich durch ein homogenes Klangbild aus. Ebenso war in den weiteren Passagen dieser so selten zu hörenden Komposition ein beredtes Musizieren zu vernehmen. Auch fehlte es nicht an Dramatik und der „großen Stimme“, insbesondere in jenem Abschnitt, wo Thomas von Aquin den rechten Empfang des Altarsakraments anspricht.

Mendelssohn hatte sich kompositorisch mit dem Wechsel von Solisten und Chor ganz darauf eingelassen, was zum Greifen nahe interpretatorisch umgesetzt und bis zum Schluss konsequent fortgeführt wurde. Dem Regionalorchester muss an dieser Stelle Lob gezollt werden, da es die Solisten und den Chor immer wieder zum engagierten Einsatz motivierte.

Wie bei Beethovens neunter Sinfonie sind auch hier die ersten drei Sätze der anschließend zu Gehör gebrachten Symphonie-Cantate „Lobgesang op. 52“ von allein dem Orchester vorbehalten. Vom großen Orchester-Tutti bis zur subtilen Schattierung in Gestalt einer fein ausbalancierten Dynamik gepaart mit ausgewogenen Tempi und stets alles in vornehmer Diktion, wie es sich für den Feingeist Mendelssohns geziemt, präsentierte sich das Regionalorchester von seiner besten Seite.

Im Finalsatz in Form einer Kantate treten Solisten und Chor hinzu. Verschiedene Psalmverse hatte der Komponist herangezogen, wobei Vers 6 aus dem 150. Psalm „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ zu Beginn und am Schluss eine gedanklich-thematische Klammer bilden. Sowohl im Rezitativ als auch in der großen Solopartie entwickelte Andreas Post (Tenor) einen spannungsgeladenen Vortrag. Im Duett der Soprane hoben Renate Lücke-Herrmann und Carola Göbel, hier nun als Mezzosopran, den kammerkonzertanten Duktus einfühlsam im innigen Zwiegespräch hervor.

Nach der bangen Frage des Tenors „Hüter, ist die Nacht bald hin?“ folgt das engelhafte Sopransolo (Renate Lücke-Herrmann) „Die Nacht ist vergangen!“ Renate Lücke-Herrmann intonierte diese Passage geradezu glockenrein.

Stehende Ovationen

Nicht enden wollender Applaus sowie stehende Ovationen waren die Antwort des begeisterten, überaus zahlreich erschienen Publikums für diese hervorragende und zugleich mitreißende Darbietung.

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