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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Saterfriesisch-Wiki führt 3000  Artikel

03.08.2013

Ramsloh /Mildam Seine erste Reise ins Saterland wird Pyt Kramer aus Mildam im niederländischen Friesland wohl nie vergessen. So schreibt er in „Saterland, een levend taaleiland“, erschienen im „Zannekin Jaarboek 18“ 1996: „Vor 40 Jahren saß ich als junger Mann am Wegesrand, irgendwo an der Grenze zwischen Ostfriesland und Oldenburg (...). Da über der Grenze begann das Saterland (...). In meiner Tasche hatte ich den größten Schatz, das dünne Büchlein Sealterlân, in dem der schon lange verstorbene Dr. Botke eine vorkriegliche Expedition in das Land beschreibt (...).“

In Sprachen interessiert

„Schon meine Familie war sehr interessiert an Sprachen und Literatur“, erzählt er im Gespräch mit der NWZ . „Ich dachte mir, das Saterland ist nicht so weit entfernt, und die Sprache finde ich interessant“, sagt Sprachforscher Kramer über seine Motivation, diese Reise zu machen.

Diese hatte der heute 77-Jährige mit dem Fahrrad angetreten. Damals konnte er nur ein paar Brocken Saterfriesisch, heute ist er Saterfriesisch-Forscher und Ehrenmitglied des „Seelter Buund“. So schrieb er Bücher über das Saterfriesische, und auch Wörterbücher (Düütsk-Seeltersk) sind von ihm erschienen. Zusammen mit Hermann Janssen, den er oft in Ramsloh besuchte, rief Kramer die Zeitschrift „Seelter Trjoue, Tidschrift foar alle Seelter“ (1966-1972) ins Leben.

Am 6. März 2005 fragte ihn „Steinbach“ (so nennt er sich bei Wikipedia), der Musikologe und Gründer von Wikipedia in Seeländisch ist, ob Kramer nicht Lust hätte, Wikipedia auf Saterfriesisch zu gründen. Nach einigen Jahren Arbeit konnte die Testversion dann am 12. März 2008 als richtige Version umgesetzt werden.

Neben Heinz Amberger aus der Pfalz und Kening Aldgilles aus Westfriesland arbeiten unter anderem auch die Ramsloher Gretchen Grosser und Bernhard Horstmann an der Internetseite mit. Grosser pflegt ständigen Kontakt mit Kramer.

In Wikipedia auf Saterfriesisch finden sich ganz verschiedene Artikel sowie ein Wörterbuch. „Wir suchen allgemeine Themen. Diese können unter anderem Geschichte, das Friesland, das Saterland, die friesische Sprache, in der es über 200 Dialekte gibt, oder Biologie sein“, sagt Grosser. „Wir bringen die Welt ins Saterland und das Saterland in die Welt“, sagt Kramer, der genau wie Horstmann und Grosser ein Stückchen dazu beiträgt, dass diese Minderheitensprache nicht ausstirbt.

Kurz bis lang

„Die Artikel gehen von sehr kurz bis lang. Die Artikel über das Saterland sind meistens Originalarbeit, wie auch sonst einige, zum Beispiel die über Autonavigation. Andere sind übersetzt worden, wie die über Dante Alighieri“, sagt Kramer. „So sind es oft persönliche Interessen, die das Subjekt bestimmen. Und natürlich gibt es auch Ergänzungen von Seiten der Kollegen“, so der 77-Jährige weiter. Zum Teil seien Artikel auch ins Friesische übersetzt worden. „Wenn jemand einen Fehler in einem Artikel entdeckt, kann er dazu eine Diskussion auf Wikipedia starten und den Verfasser darauf hinweisen. Wer dann Zeit und Lust hat, korrigiert den Fehler“, sagt Horstmann.

So verhalte es sich auch mit dem Schreiben. „Jeder schreibt so, wie ihm gerade etwas einfällt“, sagt Grosser. Und das scheint oft der Fall zu sein. Waren es 2007 noch 500 Artikel und 2009 doppelt so viele, sind es aktuell 2993 Artikel. „Wir sind optimistisch, dass wir in den nächsten Tagen die 3000 erreichen“, sagt Horstmann.


Wikipedia auf Saterfriesisch unter   http://stq.wikipedia.org 
Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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