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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Künstler Aus Dem Saterland: Material aus der Zeit Jesu – Er baut Krippen aus Torf

10.12.2018

Saterland Weißtorf ist ein brüchiges Arbeitsmaterial. Beim Schnitzen und Schneiden sind scharfe Messer und vorsichtige Handbewegungen nötig. „Man mag’s kaum glauben. Aber die Schafe sind am schwierigsten“, sagt Karl-Heinz Brinkmann, der aus dem Torf Weihnachtskrippen mit der Heiligen Familie, den drei Königen, Hirten, Ochs und Esel und eben auch Schafen macht. Der Saterländer Künstler arbeitet mit vielen Materialien. Aber der getrocknete Weißtorf ist besonders: Er ist 2000 Jahre alt und damit so alt wie die Weihnachtsgeschichte selbst.

„Das ist schon beeindruckend. Was mag damals passiert sein?“, fragt sich der 64-jährige Brinkmann manchmal, wenn er zu Hause in Ramsloh, einem Ortsteil der Gemeinde Saterland im Kreis Cloppenburg, an seinem Werktisch sitzt und mit dem kleinen Messer die Figuren aus dem Torf heraussticht und -schnitzt. Bei den „schwierigen Schafen“ hat er einen Trick, damit die dünnen Torf-Beinchen nicht abbrechen: Er steckt von unten Holz-Zahnstocher durch. „Die geben Stabilität.“ Die Torf-Soden, kleine runzlig-braune Quader, stapeln sich im Regal. Sie kommen aus dem nahen Naturschutzgebiet „Esterwege Dose“, wo Torf in Teilgebieten abgebaut werden darf.

2017 zeigte Brinkmann, der Mitglied im Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn ist, seine Krippen beim bekannten Kölner Krippenweg. Die Organisatorin und Veranstalterin Caroline Maria Weber erinnert sich sehr gut. „Interessant ist die Zeitachse, mit der er arbeitet. Der Torf stammt aus einer Zeit in der Jesus Christus geboren wurde“, sagt die Vorsitzende des Vereins Kölner Krippenfreunde. Die Krippen seien Friedenssymbole schlechthin. Zwar blieben die Menschen auch vor elektrischen Modelleisenbahnen oder Puppenstuben mehr oder weniger bewundernd stehen. „Aber Krippen sind mehr. Sie umgibt etwas, sie laden zur Besinnung ein. Von ihnen geht eine Faszination aus. Das spüren die Leute“, sagt Weber, die 2017 eine Ramsloher Torf-Krippe erwarb, die in diesem Jahr wieder in Köln zu sehen ist.

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Die Idee für die Torfkrippen hatte eigentlich Brinkmanns Bruder, Johann. Der ist Prokurist eines Torfbetriebs in Saterland und suchte für seine Kunden ein originelles und kreatives Weihnachtspräsent. Etwas anderes eben als Gebäck und eine Weinflasche. Torf wachse pro Jahr nur um einen Millimeter, sagt Brinkmann. Sehr wahrscheinlich also, dass in den Torf-Krippen und -Figuren Fasern sind, die zeitlich aus dem Geburtsjahr Jesu Christi stammen. Die Zahl der Torf-Krippen ist limitiert. Etwa 50 gibt es und viel mehr sollen es auch nicht werden. „Die Kunden bekommen dann zu Weihnachten mal einen weiteren König oder eine andere Krippenfigur dazu“, sagt Johann Brinkmann.

Für die Rohform der Krippen werden mehrere Soden genommen, mit Holzleim zusammengeklebt und mit der Stichsäge zunächst in die grobe Form gebracht. Danach werden Josef, Maria und das Jesus-Kind in einem etwa 4 bis 5 Zentimeter tiefen Relief ausgeschnitzt. Eine staubige und und bröselige Angelegenheit. Als Mittel gegen die „ewige Krümelei“ hat Brinkmann eine Grundierung gefunden, die er zum Schluss auf Krippen und Figuren aufträgt. Auch eine Trockenvorrichtung über der Heizung hat er selbst entworfen. All das wuchs peu à peu seit 2012, als die erste Torfkrippe entstand.

Aber nicht nur Krippen formt der Ruheständler und frühere Zivilangestellte bei der Bundeswehr aus dem braunen Naturmaterial, auch moderne ausdrucksstarke Figuren entstehen in seinem Atelier. Die Skulpturen tragen Namen wie „Verbundenheit“, „Nähe“, „Tänzer“ oder „Torfstecher“. In dem Raum steht auch eine Druckpresse. Brinkmann fertigt Radierungen an, für die er Zinkplatten nutzt. Motive sind Häuser, Gebäudeensembles und Landschaften. Auch Großformat kann er: Eins seiner Außenbilder misst 8 mal 2,50 Meter. „Aber zur Weihnachtszeit, da schaut man ja eher auf die Krippen“, sagt er. Am 24. Dezember wird auch unter dem Weihnachtsbaum der Familie Brinkmann eine Torf-Krippe stehen.

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