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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Mit vereinten Kräften zum Ziel

12.10.2019

Scharrel Sie ist ein schönes Ausflugsziel und ein Wahrzeichen des Ortes Scharrel: die dreistöckige Galerieholländermühle von 1870. Seit 1980 befindet sie sich in Scharrel in Gemeindebesitz. Seinerzeit hatte sie diese von der Familie Hanekamp erworben, damit darin ein Heimatmuseum eröffnet werden konnte. Das gibt es heute noch dort. Aber bis dahin bedurfte es noch einiger großer Renovierungsarbeiten, wie das Archiv der Nordwest-Zeitung offenbart.

1982

Und diese begannen im Oktober 1982 – vor 37 Jahren. Zunächst wurde die Mühlenkappe neu mit Reet eingedeckt und das Achtkant damit notdürftig ausgebessert. Der orkanartige Sturm von 1972 hatte die Mühle stark beschädigt. Zudem wurden Bretter der alten Galerie wegen Einsturzgefahr demontiert. Rund 30 000 DM hat seinerzeit die Renovierung der Dachgaube gekostet. Die größten Schäden waren erst einmal beseitigt. Und für eine große Renovierung fehlte der Gemeinde 1982 das Geld.

Wissenswertes über die Mühle

Bei der Mühle in Scharrel handelt es sich um eine dreistöckige Galerieholländermühle mit Steert, Segelflügeln und drei Mahl­gängen. Sie ist heute noch mit zwei Mahlgängen voll betriebsbereit. Errichtet worden war sie 1870 von drei Scharreler Bauern als Holländerwindmühle auf Genossenschaftsbasis mit Mahl-, Schrot- und Peldegang.

In den Folgejahren war die Mühle einmal von der damaligen Gemeinde Scharrel übernommen und 1921 an Müller Hanekamp verkauft worden. 1948 wurde die Mühle überholt. Müllersohn Willi bewirtschaftete sie noch bis 1972. Dann kam der große Sturm.

Der Rat beschloss später die Erhaltung der Mühle. Die Gemeinde erwarb die Mühle 1980. Drei Jahren lang wurde sie renoviert. 1986 waren die Arbeiten beendet und die Mühle baulich wieder in ihren Anfangszustand versetzt.

Heute wird die Mühle, die denkmalgeschützt ist, vom 1998 gegründeten Mühlenverein gepflegt und betrieben. In den Sommermonaten bietet der Verein Scharrel jeweils immer an einem Sonntag Führungen an.

Das war dann auch der Grund dafür, dass die Mitglieder des Heimatvereins Saterland („Seelter Buund“) und des Bürgervereins Scharrel im November ankündigten, die weiteren Arbeiten so gut wie möglich in Eigenleistung übernehmen zu wollen. Voraussetzung dafür war allerdings ein Gespräch mit der Gemeinde, in dem die Einzelheiten besprochen werden sollten.

1983

Im September 1983 gab es dann einen Besichtigungstermin bei der Mühle, an dem Vertreter der beiden Vereine, der Bezirksregierung Weser-Ems und der Gemeinde teilnahmen. Dort wurde Folgendes besprochen: „Vom Bürgerverein und vom Heimatverein sollten insbesondere die Ausbesserung des Mauerwerks – Reinigung mit Dampfstrahl, Auswechslung von Steinen und das Einfügen durchgeführt werden. Auch die Galerie sollte von den beiden Vereinen in Eigenleistung gemacht werden“, schrieb die NWZ am 9. September 1983. Weitere Maßnahmen der Vereine sollten die Renovierung und das Anstreichen zweier zweiflügeliger Türen auf der Nord- und Südseite sowie der Fenster sein.

Aus Landesmitteln stand ein Zuschuss zur Verfügung. Die Gemeinde hatte zwar im Haushalt Mittel eingestellt, die jedoch erst ausgezahlt werden sollten, wenn auch der Landkreis einen Zuschuss zahlt. Doch damit war nicht zu rechnen.

So gründeten die beiden Vereine den „Arbeitskreis Mühle“. Da der Landeszuschuss noch im gleichen Jahr aufgebraucht werden musste und es viel zu erledigen gab, rief der Arbeitskreis die Scharreler zur Unterstützung auf. Mit den Arbeiten wurde dann im Oktober 1983 begonnen.

1984

Ein Jahr später, am 4. Oktober 1984 schrieb die NWZ, dass der Rat im Haushaltsplan 1984 75 000 DM für die Renovierung bereitgestellt und die Verwaltung diese ausgeschrieben habe. Der Verwaltungsausschuss habe des Weiteren die Aufträge für die Herstellung einer neuen Galerie – die alte war von Heimat- und vom Bürgerverein 1983 abgebaut worden – und die Anfertigung von Windpöl und Sprüt mit Scharen vergeben. Kosten: etwa 70 000 DM.

1985

Dann endlich im Oktober 1985: „Bis auf wenige Malerarbeiten sind die Renovierungsarbeiten an der Scharreler Windmühle endgültig abgeschlossen. Noch vor wenigen Tagen konnte eine Oldenburger Firma mir den Eindeckungsarbeiten des reetgedeckten Achtkantes die Renovierungsarbeiten abschließen“, hieß es am 3. Oktober 1985 in der NWZ. Ins Achtkantfeld wurden die Jahreszahlen „1870 – 1985“ eingearbeitet. 1870 sollte künftig an das Jahr der Errichtung, 1985 an das der Neueindeckung des Achtkants erinnern. 1986 war die Renovierung beendet.

So konnte letztendlich die Mühle mit vielen helfenden Händen als Baudenkmal in Scharrel erhalten bleiben.

Stöbern Sie in über 70 Jahren Zeitgeschichte in unserem NWZ-ePaper Archiv.

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Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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