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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Tiger und Bär zum Fressen gern

05.05.2018

Scharrel Begeistert hat sich Dr. Bernd Fabritius von seiner ersten Reise in das Saterland gezeigt. Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten in Deutschland, der dieses Amt seit April inne hat, stattete der Litje Skoule Skäddel am Freitagvormittag einen Besuch ab, um sich ein Bild davon zu machen, wie die saterfriesische Sprache in den Schulalltag integriert wird.

Schulleiter Torben Hinrichs führte ihn sowie Karl-Peter Schramm, Vorsitzender des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands, Margret Göken (Seelter Buund) und Bürgermeister Thomas Otto durch die Räumlichkeiten der Grundschule.

Zur Person

Dr. Bernd Fabritius wurde im April vom Bundeskabinett zum neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten berufen. Er wurde 1965 in Siebenbürgen geboren. Nach Deutschland wanderte er 1984 ein. Von 2013 bis 2017 war Fabritius Mitglied des Deutschen Bundestages. Zudem ist er Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV) und der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen.

Höhepunkt war ein Theaterstück, das die Saterfriesisch-Klasse 4 unter Leitung von Ingeborg Remmers präsentierte. Seit dem ersten Jahrgang erhalte die Klasse Mathematikunterricht auf Seeltersk, bekomme zusätzlich AG-Stunden in der Sprache und in diesem Jahr extra Projektstunden, schilderte Remmers den Gästen. Letztere werden für das Proben des Stück genutzt. Da beim Theater mehr Saterfriesisch gesprochen wird, hatte man sich dazu entschieden statt Mathe ap Seeltersk einen Teil von „Oo, wät fluch is Panama“ von Janosch nach der Buch-Übersetzung von Gretchen Grosser zu präsentieren.

Erzählt wurde die Geschichte vom kleinen Tiger und dem kleinen Bären, wie sie sich auf den Weg nach Panama machen. Zwischendurch wurde immer wieder getanzt und gesungen. „Zum Fressen“, war dann auch das Fazit des Bundesbeauftragten. „Ich bin begeistert, wie die Kinder mitmachen“, so Fabritius. Die Aufführung sei ein Geschenk gewesen. Und so revanchierte er sich bei den Kindern und überreichte ihnen Schlüsselbänder.

Das Saterland erinnere ihn stark an seine Heimat, sagte der in Siebenbürgen/Rumänien geborene Fabritius, der Mitglied der CSU ist. Denn die Siebenbürger Sachsen sind wie die Saterfriesen eine Minderheit. So würde er sich als neuer Minderheitenbeauftragter vor allem auf die Arbeit im Bereich nationale Minderheiten in Deutschland freuen. Fabritius: „Sie liegen mir besonders am Herzen.“

In Siebenbürgen habe fast jeder Ort einen eigenen Dialekt. Ähnlich verhält es sich mit dem Saterfriesischen in den Ortschaften des Saterlands. Denn wie Schramm sagte, gebe es auch hier Lautverschiebungen. „Ein eigener Dialekt ist vielleicht das prägendste Merkmal der eigenen Identität“, sagte Fabritius. Er träume sogar auf Siebenbürgisch. Wichtig sei, dass man früh damit beginne, die Sprache zu lernen. Eltern sollten auch mit den Kindern zuhause in der Minderheitensprache sprechen.

Schulleiter Hinrichs machte darauf aufmerksam, dass Kinder bereits im Kindergarten mit dem Saterfriesischen in Berührung kommen würden. Dies könnte dann nahtlos in der Litje Skoule Skäddel weitergeführt werden. Jedoch gebe es Eltern, die es nicht wünschten, dass ihre Kinder auf Saterfriesisch unterrichtet werden. „Ein Nachteil für die Minderheiten“, sagte auch Schramm.

Dies bedauerte Fabritius. Denn je kleiner der Schatz, desto mehr müsse man ihn bewahren. Die Frage müsste nicht lauten „Warum Saterfriesisch, sondern warum nicht?“. Auch müsse es Ziel der Politik sein, sich um die weitere Existenz der Minderheitensprache zu kümmern.

Die abschließende Frage, ob es der Besuch des Saterlands für ihn als Süddeutscher nicht ein Kulturschock sei, verneinte Fabritius. „Es ist eine Kulturreise“, sagte der neue Minderheitenbeauftragte begeistert.


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Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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