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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Schildwirtschaft kommt ans Licht

05.08.2016

Cloppenburg Einen lange Zeit unter mehreren Lehmschichten im Boden verborgenen Mosaikstein der Cloppenburger Stadtgeschichte hat ein vierköpfiges Team der Firma Denkmal 3 d aus Vechta unter der Leitung von Marit Ufken in den vergangenen drei Wochen freigelegt. Die Funde, darunter Steinzeug, Reste von Tabakspfeifen und Bruchstücke rot lasierter Irdenware, so Ufken, wurden im Detail aufgenommen. Anschließend erstellte das Team einen Laserscan von der Grabungsparzelle. Der ermöglicht auch nach einer späteren Überbauung noch weitere Untersuchungen.

Unsere Vorfahren, so erläutern die Experten, errichteten Fundamente stets übereinanderliegend. Das änderte sich erst, als Bagger aufkamen. Wo nicht ausgekoffert wurde, finden sich somit wertvolle Zeugnisse der Besiedlungsgeschichte. Auf der Basis von für eine Dokumentation gewonnenen Daten entsteht nach dem Abschluss der Arbeiten ein Drei-D-Modell.

Bei der inzwischen fünften Ausgrabung an der Mühlenstraße untersuchten die Grabungstechniker die Grundmauern einer bis auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück gehenden Schildwirtschaft. Dabei stießen sie unter anderem auf Feldsteinfundamente von zwei Ackerbürgerhäusern. Hinzu kamen massive Fundamente eine Stalles, wie ihn der Ausspann einst für die dort vorgehaltenen Pferde nutzte. Bevor Bauarbeiter im Auftrag eines örtlichen Investors auf dem Areal ein Wohn- und Geschäftshaus errichten, hatten also, erstmals an der Ostseite der Mühlenstraße, Forscher das Wort. In Kürze wird alles wieder zugeschüttet.

Schildwirtschaften boten im Gegensatz zu normalen Schankwirtschaften über Jahrhunderte hinweg auch Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten für Reisende an. Sie lagen, wie die Stadt Cloppenburg, an Schnittpunkten von Handels- und Heerstraßen. 1803 befanden sich drei der maximal fünf historisch belegten örtlichen Gaststätten dieser Art, darunter der „Weiße Schwan“ und der „Schwarze Adler“ im Bereich der Mühlenstraße. Daran erinnert der ehrenamtliche Grabungshelfer und Fachmann für Stadtgeschichte, Klaus Steinkamp.

Verbunden mit den Schildwirtschaften sind beispielsweise die im heimischen Raum bekannten Namen von Familien, wie von Garrel, Bley oder Dunker. Das besagen Bürgerlisten vergangener Jahrhunderte. Von Garrel etwa ist bereits in der ersten Bürgerliste der Soestestadt von 1473 genannt. Weit später, nämlich 1803, führte diese Familie in ihrem Schild den Namen des Bischofs von Münster. Der war damals der Landesherr im heimischen Raum.


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Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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