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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Das lachende Klassenzimmer

02.10.2015
Friesoythe  – 
Frage: Herr Légat, Sie waren ein Jahr in Kanada und sind dort auch als Stand-Up-Comedian aufgetreten. Im Raum Friesoythe sind Sie als Klavier-Kabarettist bekannt. Lachen die Kanadier anders als die Deutschen?
Légat: Was die Geräuschkulisse angeht, klingt das kanadische Lachen genauso wie das deutsche. Lachen ist eben eine Sprache, die überall gesprochen wird.
Frage: Und worüber lachen die Kanadier?
Légat: Da gibt es durchaus Unterschiede zu den Deutschen. Der Humor ist schwärzer, die Sprache manchmal vulgärer. Kaum ein deutscher Comedian benutzt so viele Kraftausdrücke wie die nordamerikanischen Komiker. Da fällt dann gerne mal das F-Wort (lacht). Zwei Sachen gehen aber in beiden Ländern immer: Schadenfreude und Gags über Sexualität. Bei religiösen oder politischen Themen kommt es aber auch auf das Publikum an, was als witzig oder unangebracht empfunden wird. Da muss man als Komiker das richtige Fingerspitzengefühl haben, um nicht auf die Nase zu fallen.
Frage: Mussten Sie sich mit ihrem Programm sehr umstellen?
Légat: In Deutschland mache ich Kabarett mit dem Klavier. Wegen der Sprachbarriere bin ich in Kanada aber lieber als Stand-Up-Comedian aufgetreten. Musik machen und gleichzeitig Pointen auf einer anderen Sprache liefern probiere ich vielleicht beim nächsten Mal.
Frage: Nach ihrer Rückkehr im August beginnen Sie bald mit einem Lehramtsstudium mit den Fächern Französisch und Kunst. Wollen Sie das Lachen auch ins Klassenzimmer bringen?
Légat: Absolut! Ich kenne das noch aus meiner eigenen Schulzeit: Wenn man Spaß beim Lernen verspürt, es auch mal locker und lustig zugeht, ist die Motivation gleich höher. Ich will aber natürlich nicht ständig Witze im Klassenzimmer reißen.
Frage: Man sagt über Deutsche, dass sie keinen Humor hätten. Stimmt das?
Légat: Dieses Vorurteil habe ich in Kanada direkt in mein Programm aufgenommen. „Wir Deutschen haben keinen Humor, was mache ich also überhaupt hier?“, habe ich das Publikum zu Beginn meines Programms gefragt. Ich hoffe, ich konnte die Leute dort vom Gegenteil überzeugen.
Frage: Ist Selbstironie wichtig?
Légat: Ja. Man darf sich selbst nie zu ernst nehmen. Als Komiker schon gar nicht.
Frage: Welche Rolle hat Humor in Zeiten von Krisen und Leid? Darf man überhaupt noch lachen?
Légat: Natürlich sollte man besonders ernste Themen nicht ins Lächerliche ziehen. Aber Humor hilft oft, mit Problemen besser klar zu kommen. Wenn man sich sagt: „Okay, jetzt haben wir einfach mal zusammen Spaß“, dann lassen sich manche Dinge leichter überstehen.
Frage: Lachen Sie eigentlich über ihr eigenes Programm?
Légat: Ich finde es immer schwierig, mir Mitschnitte von meinem eigenen Programm anzusehen. Ich bin dann eher peinlich berührt über mein eigenes Verhalten. Zum Glück kann ich mir ja selbst nicht zugucken, während ich auf der Bühne stehe.
Frage: Was bringt Sie zum Lachen?
Légat: Ein lustiger Film oder Theaterstück, oder auch Alltagsituationen. Wie oft erinnert man sich an alte Zeiten zurück und lacht, weil einem etwas Witziges in den Sinn kommt.
Frage: Was sind Ihre weiteren Pläne?
Légat: Zunächst möchte ich im Studium ankommen. Wenn das alles läuft, will ich irgendwann ein neues Konzert machen. Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, worum es darin gehen kann.
Frage: Sind Sie eigentlich Comedian oder Kabarettist?
Légat: Ich bin einfach nur Etienne. Jemand hat mal gesagt: „Comedians machen ihr Programm wegen dem Geld, Kabarettisten des Geldes wegen.“ Solange die Menschen und ich selbst daran Spaß haben, was ich mache, interessiert es mich nicht, wie man das bezeichnet, was ich tue.
Andreas Heizmann Volontär / NWZ-Redaktion
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