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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Syrer folgen Ordensschwestern

14.12.2015

Schwichteler Unter großer Beteiligung der Bevölkerung ist Schwester Cherubine Kemper (75) am Sonntag in einem feierlichen Gottesdienst aus Schwichteler verabschiedet worden. Damit verlässt die letzte „Ilanzer Dominikanerin“ die Region und auch Deutschland. „Unsere personelle Situation lässt eine Fortführung des Konvents nicht zu“, begründete die Generalpriorin der Gemeinschaft mit Sitz im Schweizer Ilanz, Sr. Annemarie Müller, den Weggang.

Im neuen Jahr werden 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Christinenhof Schwichteler einziehen, bestätigte der Leiter des Bereichs Kinder- und Jugendhilfe des Caritas-Sozialwerks, Reinhard Schwarze, im Anschluss an den Gottesdienst. Die Einrichtung mit Sitz in Lohne werde die vermutlich 12- bis 17-Jährigen betreuen. Derzeit werde ein Team für die neue Außenstelle aufgebaut. Die neuen Bewohner kämen überwiegend aus Syrien.

Damit erfüllt sich ein Wunsch, den der aus Köln angereiste Provinzial der norddeutschen Dominikanerprovinz „Teutonia“, P. Johannes Bunnenberg OP, in seiner Predigt geäußert hat: „Dass die Türen im Christinenhof offen bleiben.“ „Eine segensreiche Epoche geht zu Ende – eine neue beginnt“, sagte er. Dass sich im Jahr der Barmherzigkeit das Tor für Flüchtlinge öffnen würde, sei ein Ankommen, mit dem man noch vor einem halben Jahr nicht gerechnet habe. Seinen Dank sprach er den Bürgern von Schwichteler aus, „die damals den Schwestern und auch uns die Türen geöffnet haben“.

Sr. Cherubine, deren beharrliches Wirken in zahlreichen Grußworten gewürdigt wurde, wechselt ins Mutterhaus nach Ilanz. In den Ort, nach dem ihre Gemeinschaft benannt ist. Nach 25 Jahren in Südoldenburg tue sie das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte die Tochter von Wirtsleuten vor Beginn des Gottesdienstes. Das lachende beziehe sich auf eine größere Gemeinschaft, in der sie künftig leben dürfe. „Alleine, dass 13 Schwestern heute hier sind, ist schön.“

Das weinende beziehe sich beispielsweise auf die Dorfgemeinschaft, der sie sich zugehörig fühlte. „Das ist nicht selbstverständlich“, so die 75-Jährige, die am Ende des Gottesdienstes ihre Dankesworte verlesen lies, weil ihr die Stimme versagte. Eine konkrete Aufgabe habe die gelernte Krankenschwester, medizinisch-technische Assistentin und ehemalige Pflegedienstleiterin im 700 Meter hoch gelegenen Ort Ilanz mit seinen 2400 Einwohnern im Kanton Graubünden noch nicht.

Auch der Prior der Vechtaer Dominikaner, P. Karl Gierse, bedauerte den Weggang: „Ein aufopfernder, blühender Einsatz, der nun ein Ende hat“, sagte er. Seit 1934 waren mit Ausnahme der Jahre 1946 bis 1954 mehr als 80 Schwestern in Schwichteler tätig. Hinzu kamen weitere 51 Ordensfrauen, die im Dominikanerkloster Vechta tätig waren.

Zur Niederlassung sei es gekommen, weil die Kongregation bereits mit deutschen Dominikanern zusammen gearbeitet habe, erklärte Sr. Annemarie. Derzeit gibt es weltweit noch knapp 150 Dominikanerinnen aus Ilanz.

Am Gottesdienst nahmen auch die Vertreter zahlreicher anderer Ordensgemeinschaften wie die Äbtissin der Dinklager Benediktinerinnen, Sr. Franziska, teil.


     unter www.kloster-ilanz.ch 
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