• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen

18.10.2016

Neuscharrel Aufgabe eines jeden verständigen Menschen müsse es sein, gegen Verfall und Elend in seiner Umgebung anzugehen. Das forderte Karl-Heinz Krüger, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Niedersachsen/Bremen, in Bezug auf Papst Franziskus, den Werner Fuhler, Vorsitzender der Lebensmittelausgabe Carla, aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Carla zitiert hatte. „Wir sind ein so reiches Land, sind zur Hilfe für viele andere aufgefordert, denen es zweifelsfrei deutlich schlechter geht, und zwar auch im Rahmen der Gemeinschaft, der wir in Europa angehören“, so Krüger vor rund 150 geladenen Gästen im Jugendheim St. Ludger in Neuscharrel.

Das Problem laut Krüger: Die Einkommen von immer mehr Menschen erlaubten es ihnen nicht, angemessen an dem, was heute in der Gesellschaft Standard ist, teilzuhaben – die Klassenfahrt, die die alleinerziehende Mutter ihren Kindern nicht bezahlen kann, das Handy, das sie nicht kaufen kann. Auch Witwen, die nur eine abgeleitete Rente nach ihrem verstorbenen Ehemann bezögen, müsse man bei der Tafelarbeit besonders ins Blickfeld nehmen.

Den beklagten Missbrauch von Lebensmittel-Spenden brachte Krüger auch zur Sprache. „Natürlich gibt es diesen, aber bei welcher sozialen Leistung gibt es den nicht.“

Die zahlreichen Ehrenamtlichen in den Lebensmittelausgabestellen in Friesoythe, Bösel, Barßel, Garrel und Scharrel bildeten das Fundament der Arbeit der Lebensmittelausgabe.

Carla-Vorsitzender Fuhler sagte: „Auch wenn die Arbeit in der Carla uns viel Freude macht, ist sicherlich unser großer Wunsch, dass Einrichtungen wie die Carla nicht mehr notwendig sind.“

In den vergangenen zehn Jahren habe sich viel geändert, das direkten oder indirekten Einfluss auf die Arbeit gehabt habe. „Armut versteckt sich“ – eine Erfahrung, die mit den Ausschlag für die Gründung der Lebensmittelausgabestelle in der St.-Marien-Straße in Friesoythe gegeben hatte, erinnerte Fuhler. Ehrenamtliche in den Pfarreien bekamen wenig mit von der Not. Das änderte sich durch die Carla. Dass die Not da war, beweist der Erfolg. Wurden zunächst 60 Berechtigungsscheine ausgestellt, waren es bald 120 Familien und der Platz an der St.-Marien-Straße reichte nicht mehr. Umzug an den Scheefenkamp. Dann der erneute Umzug an den Pehmertanger Weg 1. Die Arbeit beeinflusst hatte 2015 die große Zahl geflüchteter Menschen, die in Deutschland Hilfe gesucht hätte.

Heute sind rund 550 Familien als Berechtigte bei der Carla eingetragen. „Hinter dieser Zahl verbergen sich 1500 Menschen und viele Einzelschicksale. Nicht wenige fühlen sich an den Rand gedrängt und chancenlos.“ Auf das Geschenk überschüssiger Lebensmittel und auf die Barmherzigkeit anderer angewiesen zu sein, könne beschämend sein, stellte Fuhler fest.

Die große Nachfrage bei der Carla spreche „eine erschreckende Sprache“, sagte Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann. Er wünschte sich „mehr helfende und weniger bittende Hände“.

Dechant Michael Borth gab zu, die Entwicklung der Carla nicht für möglich gehalten zu haben. Es sei zwar traurig, dass die Tafel überhaupt notwendig sei, aber der Not müsse man sich stellen und sie zu lindern versuchen. Die Ehrenamtlichen würden ein Stück Gottesdienst leisten. Heribert Mählmann, Vorstand des Caritas-Sozialwerks Lohne, bescheinigte der Carla ein hohes Maß an Professionalität und äußerte die Hoffnung, dass sich möglichst viele Menschen berühren ließen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2901
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.