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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

KULTUR: Torf vereint Shakespeare und Rheuma-Bekämpfung

19.11.2008

SCHARREL Der Badetorf der Griendtsveen AG in Scharrel begeisterte vor Kurzem das Deutsche Theater Berlin dermaßen, dass der Kunstbetrieb 20 Kubikmeter des Moorsediments kaufte. Im Zelt des Deutschen Theaters wurde Shakespeares Lustspiel „Was Ihr Wollt“ aufgeführt und zwar auf einer Bühne voll mit Torf der Griendtsveen AG.

Eine Vertretung der Firma unternahm einen Abstecher nach Berlin, um der ungewöhnlichen Bestellung auf den Grund zu gehen. Denn bislang wurde der Badetorf zur Linderung von Rheumatismus und ähnlichen Beschwerden eingesetzt.

Nach Auskunft des Produktionsleiters sollte das Bühnenbild einen Acker darstellen. Dafür gab die Regie den Auftrag, Schlammboden als Bühnenauflage zu beschaffen. Dieser sollte im Wasser nicht gammeln, gut auswaschbar und gesundheitlich unbedenklich sein.

Der anfängliche Versuch, Lehmboden einzusetzen, scheiterte aufgrund der stark haftenden Wirkung. Einfacher Mutterboden stellte sich für den geplanten Körpereinsatz der Schauspieler als zu unhygienisch heraus. Über handelsübliche Moorpackungen, die jedoch nur in Kleinstmengen zu kaufen sind, fiel dann schnell die Wahl auf Badetorf. Torf weist bekanntlich keine negativen Veränderungen auf, wenn er längere Zeit stark benässt ist.

Bevor jedoch der Torf eingesetzt werden konnte, musste dieserden „Waschtest“ überstehen. Die Kostüme sollten schnell und möglicht gründlich zu reinigen sein. Auch hier schnitt der Torf am besten ab.

Zunächst war geplant, eine 30 Zentimeter dicke Schicht auf die Bühne zu packen. So wurde eine Probebühne errichtet und mit entsprechend viel Torf belegt. Da dieser sich als zu starke Last für die Bühne herausstellte, wurde die Schicht auf 8 Zentimeter reduziert und der perfekte „Acker“ war gefunden.

Die Regieassistentin

verriet, dass der Badetorf bei den Schauspielern als Heilerde angekündigt worden war. Der Spaß, in diesem matschigen Element zu spielen, war bei den Darstellern groß.

Die Reaktion des Publikums war unterschiedlich, aber überwiegend gab es positive Stimmen. Auch sie hätten Spaß am außergewöhnlichen Bühnenbild gehabt. Zum Schutz der Kleidung erhielten die Zuschauer in den ersten 3 Reihen einen Einmal-Schutzumhang, der sich tatsächlich als notwendig erwies.

Theaterkritiker berichteten, dass das Bühnenbild einen starken Eindruck hinterlassen habe. Die Atomsphäre, die der Torf ausstrahlte, kam sehr gut an. Es liegen bereits Nachfragen von den Bühnen in Stuttgart und Oldenburg vor.

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