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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Tradition trifft Moderne in der Lyrik

10.11.2014

Bösel Mit Willem Tjebbe Oostenbrink ist erstmals ein Ausländer mit dem Borsla-Preis bedacht worden. Der Niederländer wurde für seinen Zyklus „Tussen tied en stroom“ von der Jury mit dem 3000 Euro dotierten Preis der Böseler Borsla-Vereinigung (Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur) ausgezeichnet.

Begrüßt wurden die Gäste im Heimathuus vom „Borsla-Vörsitter“ Dr. Josef Willer. Er übernahm auch den musikalischen Teil der Feierstunde und trug stimmgewaltig plattdeutschen Gesang vor. Die Grüße vom Landkreis und vom Heimatbund für das Oldenburger Münsterland sprach der stellvertretende Landrat Hartmut Frerichs aus. „Die Böseler können mit Kultur umgehen“, lobte er und erinnerte an das plattdeutsche Jahr und die Euro-Musiktage.

„Ich freue mich, dass wir einen niederländischen Preisträger haben“, stellte Jurysprecher Universitäts-Professor Dr. Hermann Gelhaus in seiner Laudatio fest. Die Gedichte des Preisträgers seien in „Westerkwartiers“, einem Dialekt des Gronischen, geschrieben. Übersetzt worden seien die Texte von Carl-Heinz Dirks. Die fünf Gedichte von Oostenbrink gehören zur Gattung Moderner Lyrik. „Die Gedichte des Preisträgers geben uns eine Ahnung davon, was Menschsein bedeutet“, so Gelhaus. Der Mensch sei eingebettet in die Zeit, durch die Zeit begrenzt und abhängig von der Zeit. „Er weiß, was in der Vergangenheit gewesen ist, aber er weiß nicht, was in Zukunft kommt“, so Gelhaus weiter. Oostenbrink habe es fertig gebracht, diesen Sinn paradox zu formulieren, nämlich auf der einen Seite dunkel, auf der anderen Seite klar. „So drückt sich moderne Lyrik aus. „Sie haben den Borsla Preis mit ihren Gedichten verdient“, schloss Gelhaus.

„Ich bin stolz darauf, den Borsla-Preis zu erhalten“, so der Preisträger, der 1963 in Zuidhorn bei Groningen geboren wurde. Es sei für ihn eine große Ehre, der erste Ausländer zu sein, der diesen Preis erhält, so der Preisträger, der in der Landwirtschaft, Natur und Umwelt tätig ist und viele Projekte aufgebaut hat.

In seiner mit Spannung erwarteten Festansprache berichtete der in Bösel aufgewachsenen Kurt Schulte von seinen Erfahrungen mit dem Plattdeutschen. Der Geistliche, der in Münster als Dompropst, Domkapitular und Leiter des Diözesangerichts tätig ist, sagte, seine Eltern hätten mit ihm immer hochdeutsch gesprochen. Erst in einem Praktikum im Friesoyther Krankenhaus während des Studiums habe er erstmals plattdeutsch mit den Patienten gesprochen. Später in der Seelsorge im Oldenburger Münsterland gehörte die plattdeutsche Sprache einfach dazu. „Plattdeutsch gehört zu unserer Heimat, da müssen wir dranbleiben und es pflegen“, so Schulte. „Die Pflege der Tradition, die plattdeutsche Sprache und das Miteinander in Freud und Leid gehören zusammen.“

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