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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

COMEDY: „Und dann fackelt der den Regenwald ab“

27.11.2006

CLOPPENBURG CLOPPENBURG - Frührentner Herbert Knebel aus Altenessen kommt nur selten aus seiner Gartenlaubenwelt heraus. Und dann auch nur, wenn seine Guste ihn lässt. Sie ließ ihn. Und so verschlug es die Kabarett-Ikone mit dem klassischen Ruhrpott-Malocher-Image am Freitagabend in die Cloppenburger Stadthalle – zur Freude der 550 Zuhörer.

Der kleine Mann von nebenan war nicht allein. Er hatte die fidele Rentnerband dabei. Es gab schon den ersten Applaus, als Herbert, der Trainer, Ozzy und Pichel mit Nordic-Walking-Stöcken im Gleichschritt die Gesundheitsbühne betraten. Aber angesichts der Lebensmittelskandale hat Knebel auf die Frage „Wat willste noch essen?“ seine eigene Philosophie: „Natürlich allet, wat Spass macht.“ Da schadet dann auch ein kleines Doping in Form eines kräftigen Schlucks aus dem Flachmann nicht. Das Thema Umwelt und eine gewisse Endzeitstimmung geht der nörgelnde Rentner auch auf unkonventionelle Weise an: „Die Polen schmelzen. Da kannste dich dann überlegen, wo de nen neuen Fliesenleger herkriegst.“

Ende der 80er Jahre erschuf Uwe Lyko, Frontmann der Rockgruppe „B1“, die Kunstfigur Herbert Knebel. Aus einer Laune heraus wagte er einen Mix aus Musik, Comedy, Theater und Klamauk. Es entstand das Kabarett-Projekt „Herbert Knebels Affentheater“. Heute ist er im WDR fester Bestandteil in den „Mitternachtsspitzen“ und füllt allerorten die Säle.

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Fehlen durften beim Thema Gesundheit auch die Zigaretten nicht, die bei Herbert Knebel „Zaretten“ heißen. So beschreibt er eine Reise an den Amazonas als Gewinn einer Zigarettenmarke auf seine Weise. „Und dann fackelt der den ganzen Regenwald ab, den Günther Jauch mühsam mit seine Bierkästen aufgebaut hat.“

Ein Höhepunkt war der Auftritt als ältere Frauen im Café. „Wir sterben ab“, warnte Herbert Knebel, „da machen wir Schwestern jetzt unseren Sex. Da wird gezeugt, was das Zeug hält“, war die Antwort der drei Seniorinnen auf das Bevölkerungsproblem. „Es war ein herrlicher Abend hier in Cloppenburg, wo wir die Halle erst gar nicht gefunden haben.“ Dass er sich dann doch durchgefragt hatte, dankte ihm das Publikum mit stehendem Beifall nach zwei Zugaben.

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