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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Vom Degen zurück zu Stock und Hut

25.07.2015

Friesoythe Jedes Jahr das gleich Bild: „Hermann, Hermann, Hermann, Hermann“ tönt es laut im Chor aus den Reihen der Kompanie Lange Straße beim Friesoyther Schützenfest. Beim Abschreiten der Front durch die zwei ranghöchsten Offiziere feierte die Lange Straße „ihren“ Adjutanten: Hermann Kröger. „Das werd ich wohl mit am meisten vermissen. Ein tolles Gefühl, wenn alle Augen nur auf zwei Personen gerichtet sind“, so Kröger. Doch für den langjährigen Offizier ist nun „der Punkt erreicht“. 2014 war sein letztes Schützenfest in Uniform und Zylinder. Für Kröger ist nun der Ruhestand gekommen.

Ein Mann für die Gilde

Blickt man zurück auf Krögers Werdegang, ist es wohl nicht all zu anmaßend zu sagen, dass die Schützengilde mit ihm einen seiner treuesten Anhänger verliert. „Wie und wann genau ich zur Schützengilde gekommen bin, weiss ich auch nicht mehr ganz genau“, schmunzelt Kröger. Aus seinen Schränken holt der Friesoyther alte und dicke Bücher. Aufbewahrt hat er mehrere alte Schießbücher, in denen die Ergebnisse seiner Kompanie beim monatlichen Schießabend festgehalten sind. „Hier, da steh ich schon. Ich glaube das müsste mein erster Schießabend gewesen sein“, erinnert sich Kröger und zeigt auf seinen Namen im Schießbuch. Obendrüber steht 1976 – schon eine Weile her also – doch seine Ergebnisse konnten sich schon damals sehen lassen. Schnell lagen die Schießnadeln in Bronze, Silber und Gold in seinen Händen. Keine Überraschung also, dass der Friesoyther sich am Schützenfestmontag 1981 Scheibenkönig nennen durfte. Zwei Jahre später stand dann die Wahl eines neuen Ersatzfähnrichs für die Kompanie Lange Straße an. „Da hab ich damals nicht lange gezögert und wurde auch prompt gewählt“, so Kröger. Sein damaliger Hauptmann war Walter Paul, das Amt des Fähnrichs bekleidete Julius Hogartz. 1992 rückte Kröger auf zum Fähnrich – am 28. August 1995 wurde er schließlich Hauptmann. „Es ging in den 90er Jahren dann alles recht schnell. Die Arbeit als Hauptmann hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war immer eine tolle Stimmung in unserer Kompanie.“

Krögers Kommando

Zehn Jahre später folgte dann die letzte Beförderung. Walter Paul, inzwischen General, ging in den Ruhestand und Adjutant Theo Vahle wechselte in die gold-bestickte Uniform. Der dienstälteste Offizier im Range eins Hauptmann folgt laut Gilde-Statuten auf den Adjutanten-Posten: Kröger stand bereit.

Neues Personal

Die Schützengilde Friesoythe begeht das Schützenfest in diesem Jahr mit einigen personellen Veränderungen. Adjutant Hermann Kröger hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist der dienstälteste Hauptmann, Aloys Arkenau von der Kompanie Moorstraße. Dessen Nachfolger als Hauptmann wird Bernhard Dedden. Auch Tambourmajor Hubert Brinkmann hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird sein ehemaliger Stellvertreter, Norbert Moormann. Neuer stellvertretender Tambourmajor ist Jan-Hendrik Millhahn. Neu im Magistrat ist Bürgermeister Sven Stratmann.

„Man war zwar nun zweiter Mann in der Gilde aber mit der Beförderung wuchsen auch die Aufgaben. Hinter dem Amt steckt sehr viel“, so der gelernte Elektromeister. Der Thron, die Technik, der Ablauf – all das organisiert der Adjutant. Dazu verlangt das Amt eine robuste Stimme, denn der Adjutant gibt den Ton an in der Gilde: „Alles hört auf mein Kommando“ rief Kröger neun Jahre lang beim Antreten. Dazu kommen die Kommandos beim Schießen. „Da wird irgendwann der Hals trocken, gerade wenn der Vogel nicht runterkommen will.“

Doch das alles tat er gern: „Klar war es öfters anstrengend, doch zusammen mit Theo die Front abzuschreiten und die frohen und munteren Schützen zu sehen – das Gefühl kann einem keiner nehmen“, freut sich der 64-Jährige. Auch seine Frau Margret ist stolz auf den Werdegang ihres Mannes, auch wenn es oft stressig war. „Gerade in der ersten Zeit war ich nur unterwegs. Nicht nur mein Mann, auch die Kinder, die musikalisch das Schützenfest begleiteten mussten fertig gemacht werden“, erinnert sich Margret Kröger und ist sich aber sicher: „Es war eine schöne Zeit.“ 2006 wollte Kröger dann Schützenkönig werden. „Leider war das Glück nicht auf meiner Seite. Ganz ausschließen dass ich es noch mal probiere will ich aber nicht.“

Zurück in der Kompanie

Aufhören, wenns am Schönsten ist: „Jetzt bin ich 64. Gesundheitlich ist nun langsam die Grenze erreicht“, doch der Gilde bleibt er treu. „Ich tausche meinen Zylinder und den Degen jetzt wieder mit Stock und Hut.“ Als ganz normaler Schütze will Kröger wieder mitmarschieren. „Es wird wohl ein ganz neues Gefühl sein.“

Sein Nachfolger steht schon fest. Aloys Arkenau, Hauptmann der Moorstraße ist in diesem Jahr erstmals Adjutant. Vielleicht wird ja dann auch Hermann Kröger Arkenaus Spitznamen „Oskar, Oskar, Oskar“ beim Antreten rufen.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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