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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Lesung: „Wischi-Waschi“ in der Kirche

23.08.2013

Frage: Herr Dr. Wilmer, Ihr Buch heißt „Gott ist nicht nett“. Was hat Gott Ihnen denn getan?

Wilmer: (lacht) Der hat mir nichts getan. Mir ist klar, dass der Titel provokant ist. Es ist aber so, dass in der Kirche eine Wischi-Waschi-Mentalität herrscht. Wir sind von einem Extrem ins andere gekommen. Unseren Großvätern wurde ein strenger, strafender Gott gepredigt. Ordensmissionare haben mit rasselnden Ketten gepredigt. Heute ist Gott ,Everybodys Darling’. Es wird vermittelt, dass alles okay ist, was der Mensch macht. So ein weichgespültes Gottesbild ist unattraktiv. Mein zweiter Gedanke für den Titel des Buches kommt aus der negativen Theologie, die besagt, dass Gott ein Geheimnis ist und wir gar nicht wissen können, ob er nett ist.

Frage: Was waren Ihre Beweggründe, dieses Buch zu schreiben?

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Wilmer: Ich wollte dieses Buch gar nicht schreiben. Eigentlich wollte ich ein Buch über die Erziehung der Jesuiten in der Bronx schreiben. Ein Manuskript dazu hatte ich auch schon fertig. Es gefiel mir noch nicht, so dass ich mir Hilfe holte. Eine Frau unterstützte mich bei der Arbeit am Buch. Während unserer Gespräche löcherte sie mich immer wieder mit theologischen Fragen – sie selbst war zur Atheistin geworden. Irgendwann schlug sie auf den Tisch und sagte: ,Vergiss das Manuskript, du solltest etwas darüber schreiben, was du mir erzählt hast. Und schreib’ so, wie du sprichst’. Das war der Startschuss.

Frage: Ihr Buch ist sehr biografisch. War es anstrengend, sich so intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen?

Wilmer: Mir ist während dieser Zeit einiges über mich selbst klar geworden. Zum Beispiel habe ich aus der Zeit in der Bronx mitgenommen, dass jeder viel mehr kann, als er meint. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich von meinen Eltern mitbekommen habe, einiges zu riskieren. Beim Schreiben ist mir klar geworden, dass ich Humor ganz wichtig finde. Er macht das Leben spielerischer, ohne dass es an Tiefe verliert.

Frage: Sie schildern im Buch sehr offen Ihre Zweifel beim Einstieg in ihren Beruf oder dass Sie „das Bild des guten Hirten Jesu“ manchmal nicht mehr hören können. Haben Sie Kritik dafür bekommen?

Wilmer: Ich weiß, dass sich einige Menschen daran stoßen. Andere kaufen es gerade deswegen. Vor allem der Titel hat vielen Gläubigen Angst gemacht. Sie befürchteten eine Abrechnung mit Kirche und Glauben. Das ist es nicht. Ich bekomme täglich Mails und Briefe zu dem Buch – und der Titel ist immer wieder Thema. Viele kommen mit ihren eigenen Geschichten und berichten über schwierige Zeiten in ihrem Leben – wo Gott eben nicht nett war. Die Leute reiben sich stärker an dem Buch als ich dachte. Es freut mich natürlich, verblüfft mich aber auch.

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