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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Wo Geschichte lebendig wird

21.04.2015

Altenoythe Manchmal ist es gar nicht schlimm, wenn einer Gemeinde das Geld fehlt. „Wenn die Altenoyther reicher gewesen wären, dann wäre die St.-Vitus-Kirche im 19. Jahrhundert bestimmt abgerissen worden“, sagt Roswitha Krause. Genauso wie die meisten anderen Findlingskirchen. Doch das Gotteshaus steht noch immer und erzählt Geschichten aus hunderten von Jahren. Am Sonntag, 26. April, – dem „Tag der Gästeführung im Oldenburger Land“ – zeigt Gästeführerin Krause zusammen mit ihrer Kollegin Margot Ohms Besuchern die alte Kirche.

Eine halbe Stunde sollen die Führungen dauern. „Damit die Besucher die Chance haben, auch noch einen weiteren Ort zu besichtigen“, sagt Krause. Schließlich warten fast im kompletten Oldenburger Land – von Wilhelmshaven bis nach Lohne – Sehenswürdigkeiten, über die Gästeführer informieren.

Gästeführung mit Stern

„Aber nicht jeder, der sich Gästeführer nennt, darf mitmachen“, sagt Krause und zeigt auf ein grün-schwarzes Logo auf dem Programmheft. „Nur Gästeführer mit Stern“, ergänzt Ohms nicht ohne stolz. Mit dem Zertifikat der ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) solle die Qualität der angebotenen Führungen gewährleistet werden.

Ohms und Krause sind „Gästeführerinnen mit Stern“. Seit Anfang der 90er Jahre führen die beiden Frauen Besucher durch Friesoythe und Umgebung. St. Vitus ist auch immer wieder dabei. Wie oft sie schon Gäste durch die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche geführt haben? „Das kann ich gar nicht sagen“, meint Ohms. „Wir müssen uns auf jeden Fall nicht mehr einarbeiten“, sagt sie und lacht.

„Tag der Gästeführung“ im Oldenburger Land

Zum zweiten Mal wird der Tag der Gästeführung von den Gästeführern des Oldenburger Landes, koordiniert von der AG Kulturtourismus der Oldenburgischen Landschaft in Kooperation mit der ländlichen Erwachsenenbildung, unter dem Motto „umzu und mittendrin“ veranstaltet. Überall im Oldenburger Land werden am Sonntag, 26. April, jeweils um 14 und um 16 Uhr Führungen angeboten. Diese rund 30 Minuten dauernden Kurzführungen sind kostenlos und sollen einen Einblick in das umfangreiche Angebot der Gästeführung im Oldenburger Land geben.

Mehr Infos unter www.kulturtourismus-ol.de

Die beiden Gästeführerinnen des Vereins „Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre“ können in den 30 Minuten nicht alles zur Kirche erzählen. Deswegen hofft Krause auch, den Gästen Lust auf einen zweiten Besuch zu machen. Auch für Einheimische seien die Gästeführungen spannend. „Viele sagen: ,Ach, das kennen wir doch schon alles‘“, sagt Krause. Nach der Führung sehe das anders aus, oft habe sie gehört: „Das habe ich ja noch gar nicht gewusst.“

Die Augen öffnen

Sie wollen den Menschen „die Augen öffnen für die Dinge, an denen man oft vorbei geht, ohne sie wirklich zu sehen“. Und das sei durchaus gefragt. „Die Gottesdienste werden immer leerer, das Interesse für die Kirchen ist immer noch da“, sagt Krause. Und weil laut Ohms „jeder aus anderen Gründen und mit anderem Interesse kommt“, entwickelten sich immer wieder lebhafte Diskussionen während der Führungen. Dass jemand Fakten vorbetet, sei nicht mehr gewünscht. Stattdessen gibt es Details, Hintergründe und Anekdoten.

Die beiden Frauen wollen Geschichte erlebbar machen, mehr bieten, als die Gäste selbst in Büchern lesen können. Das ginge in Friesoythe und umzu sehr gut. „Der begriff ,Eisenstadt‘ macht viele neugierig“, sagt Krause. Vor allem Auswärtige. Zu denen gehörten vor mehr als 40 Jahren auch die beiden Gästeführerinnen. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum sie heute anderen die Region näher bringen.

Neugierde groß

„Vielleicht ist bei Auswärtigen die Neugierde etwas größer“, sagt Ohms, die genau wie Krause längst zu den Einheimischen gehört. Aber auch für sie gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

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