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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Woher kommen Stock und Hut?

14.07.2017

Friesoythe Grüne Röcke, graue Uniformen und alle im einheitlichen Dresscode. So sieht für die meisten Außenstehenden das typische Schützenfest aus. So oder so ähnlich wird auch heute noch in Altenoythe, Neuscharrel oder Gehlenberg gefeiert. Beim Friesoyther Schützenfest sieht das etwas anders aus. Nur die Offiziere sind in Uniform unterwegs – mit schwarzem Zylinder, Gehrock und Schärpe um Schulter oder Hüfte. Dazu kommt bei den Hauptmännern, beim General und beim Adjutant der Degen und beim Fähnrich die Fahne. Doch woher kommt die Tradition der Schützengilde Friesoythe eigentlich? Warum unterscheidet sie sich so eklatant von den Schützenvereinen der Nachbardörfer? Die NWZ hat sich auf Spurensuche begeben.

Institution der Stadt

Will man über das Friesoyther Schützenfest mehr erfahren, kommt man nicht am Friesoyther Ehrenbürger und ehemaligen Bürgermeister Ferdinand Cloppenburg vorbei. Der engagierte Heimatforscher hat nicht nur die Geschichte der Stadt Friesoythe, sondern auch die der Schützengilde erforscht. Beide sind von Anfang an eng miteinander verwoben gewesen. Auch in dieser Thematik beruft sich die Friesoyther Stadtgeschichte auf den Stadtschreiber Theodor Caspar Wreesmann, der das erste Schützenfest auf das Jahr 1337 datiert. Genau dieses Datum hat die Friesoyther Schützengilde auch als Gründungsdatum angenommen. „Die Schützengilde Friesoythe ist älter als das Friesoyther Schützenfest“, sagt Ferdinand Cloppenburg.

Der Heimatforscher tippt, dass die Gilde kurz nach der Stadtgründung bereits entstanden ist – die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Friesoythe ist 1308. „Unter der Herrschaft der Tecklenburger Grafen, die wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Nähe des Wirtschaftshofes Oythe eine Burg bauten, waren die Bürger zur Heeresfolge im Aufgebot des Landesherrn und zur Selbstverteidigung verpflichtet“, schreibt Cloppenburg in seinem Buch „Das Friesoyther Schützenfest – gestern und heute“. Aus dieser Pflicht heraus, wurde die Schützengilde Friesoythe als Institution der Stadt gegründet, ist also das Ergebnis einer mittelalterliche Wehrverfassung. Deshalb gehört noch heute auch der Bürgermeister automatisch der Schützengilde an. Damals war die Stadt noch sehr klein und bestand nur aus dem eigentlichen Stadtkern. So kam es auch zu Gründung der vier Kompanien Wasserstraße, Moorstraße, Kirchstraße und Lange Straße – viel mehr Straßen hatte die Stadt damals nicht.

Erst später entwickelte sich aus regelmäßigen Wehrübungen der Schützengilde das eigentliche Schützenfest. Das älteste Dokument, das die Regeln des Festes festhält, sind die Statuen von 1582. „Die Einrichtung der Schützenfeste konnte so unter den bestehenden Verhältnissen die allseitige Würdigung und Teilnahme der gesamten Bürgerschaft finden“, schreibt Landwirtschaftrat Heinrich Schulte, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Heimatschriftsteller in Friesoythe einen Namen gemacht hat.

Keine Uniform

Schaut man sich das bislang älteste Foto des Schützenfestes an, fällt einem sofort auf – der gemeine Schütze hat keine Uniform. Auch 1906 waren die Schützen nur mit Stock und Hut ausgerüstet. Die damalige Standardkleidung – ein schwarzer Anzug – passte mit den Uniformen des Magistrats besser zusammen, als der heutige Dresscode. Doch der Stock als Gewehrsymbol und der Hut sind es heute immer noch. Bei der Art der Kopfbedeckung sind der Kreativität heute aber keine Grenzen gesetzt.

Um ein ganz ähnlich aufgebautes Schützenfest zu finden, muss man nicht weit fahren. Das Gildefest in Wildeshausen hat sich genauso wie in Friesoythe ebenfalls aus einer Bürgerwehr der Stadt entwickelt – auch wenn das Ausmaß der Feierlichkeiten in Wildeshausen noch viel größer ist. Dort wird eine ganze Woche gefeiert. In Friesoythe reichen drei Tage.

Heiner Elsen
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2906

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