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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Zynischer Frauenflüsterer mit Hut

11.04.2016

Friesoythe Er bezeichnet sich ganz freimütig als Exil-Bayer mit CSU-Allergie. Im tiefsten Norden durfte er dies natürlich ungestraft sagen. „Ich freue mich, dass ich hierher gefunden habe“, begrüßte Martin Herrmann am Sonnabend die vielen Zuschauer im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ in Friesoythe daher auch mit offensichtlicher Freude. „Wir freuen uns, dass wir den selbst ernannten amtlichen ,Frauenflüsterer’ für unser Programm gewinnen konnten“, meinte der Vorsitzende des Kulturkreises Bösel-Saterland-Friesoythe, Thomas Cloppenburg.

Die Besucher wurden wahrlich nicht enttäuscht und erlebten eineinhalb Stunden lang einen Kabarettisten, der sich böse, aber stets mit Augenzwinkern und vor allem mit viel Witz präsentierte. Es war ein Abend mit durchaus albernem Klamauk und auch tiefsinniger Wortakrobatik. Den Zuschauern war es recht und so mancher kam aus dem Lachen nicht heraus. Hermanns aktuelles Bühnenprogramm „Keine Frau sucht Bauer“ – feinzynisch und mit Pointen gespickt – traf so recht den Geschmack seiner Zuhörer.

Er erklärte den Besucher, warum keine Frau etwas auf dem Lande zu suchen habe. Als „Östrogenseismograph“ habe er erkannt, dass heute immer weniger auf dem Acker stehen, aber immer mehr auf den Akademiker. Mit Wort und Lied widmete sich der „Anti-Liedermacher“ Martin Herrmann dem Zeitgeist zwischen Stadt und Land. Der in der Nähe von Augsburg geborenen Hermann erklärte anhand von vielen amüsanten und jedem einleuchtenden Beispielen, warum die Scheidungsquote in den Städten bei 50 Prozent liegt und auf dem Lande Stabilität herrscht: Auf dem Land gebe es schlicht keine Frauen. Die säßen alle in der Stadt und ließen sich scheiden.

In seinem Namen, sagte Herrmann, sei der wissenschaftliche Versuch unternommen worden, die Weiblichkeit gleich doppelt auszugrenzen. Schon als Kleinkind habe er nur im Stehen in die Windeln gemacht, auch habe seine Mutter ihm die Brust nicht gegeben, er habe sie sich genommen. Als Martin Herrmann den Seppl-Hut aufsetzte, das rot-weiß karierte Trachtenhemd überstreifte und den esoterisch angehauchten Bauern verkörperte, der auf der tibetanischen Küchenharfe mit geweihtem Draht musiziert, blieb kein Auge trocken. Martin Herrmann begeisterte in der Eisenstadt und kam ohne Zugaben nicht von der Bühne.

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