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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball-Nationalspieler Alfred Picard: Einsatz in Kneheim ohne Wiederkehr

11.04.2020

Cloppenburg Der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945) machte auch vor Deutschlands Fußball-Nationalspielern nicht Halt. Auch sie wurden eingezogen und mussten an die Front. Für viele von ihnen war es ein Einsatz ohne Wiederkehr. Einer von ihnen war Alfred Picard (ein A-Länderspiel). Er fiel am 12. April 1945 im Alter von nur 31 Jahren in Kneheim. Picard ruht auf der Kriegsgräberstätte auf dem Sankt-Andreas-Friedhof in Cloppenburg.

Auf der Grabinschrift steht der Name Piccard mit zwei c geschrieben, jedoch handelt es sich dabei um jenen Picard, der als aktiver Fußballer viele legendäre Partien bestritt. Geboren wurde Picard am 21. Mai 1913 im hessischen Dietesheim. Im „Spielerlexikon 1890 - 1963 Teil 1“, erschienen im Agon Sportverlag, heißt es, dass Picard Berufssoldat war.

Wechsel nach Ulm

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Über den FC Ballsport Dietesheim landete Picard beim 1. SSV Ulm 1928, wo er als Mittelläufer mit starken Auftritten auch überregional auf sich aufmerksam machen sollte. So bestritt er viele Partien für die württembergische Gau-Auswahl.

Der wohl größte Tag in seinem Fußballer-Leben stand ihm aber noch bevor. Es war der 26. März 1939, als Picard ein Länderspiel für die Nationalmannschaft absolvierte. Mit Deutschland spielte er in Differdingen gegen Luxemburg. Der 26. März 1939 ist in doppelter Hinsicht ein denkwürdiges Datum, denn an jenem Tag absolvierte die Deutsche Nationalmannschaft zwei Länderspiele.

Ein Team spielte gegen Italien (2:3), und die Truppe um Picard gastierte in Luxemburg. Reichstrainer „Sepp“ Herberger coachte das Team beim Italien-Spiel, während im luxemburgischen Differdingen sein Assistent Emil Melcher die Betreuung der Truppe übernahm.

Bittere Niederlade

Denkwürdig war das Datum auch, weil die favorisierten Deutschen ihr Spiel in Luxemburg 1:2 verloren. Dabei hatte alles gut angefangen. Bereits in der ersten Spielminute durfte Picard zum Torjubel ausholen, denn sein Mitspieler Erich Hänel (BC Hartha) hatte per Freistoß die Führung erzielt. Doch im weiteren Spielverlauf übernahmen die Luxemburger das Kommando, und die Deutsche Abwehr um Picard hatte Probleme mit ihren schnellen Gegenspielern. Zudem ließen die Deutschen Angreifer gute Gelegenheiten aus. In der 20. Minute markierte Mart das 1:1 für Luxemburg.

In der zweiten Hälfte versuchten die Deutschen, einen Zahn zuzulegen. Sie kamen zu Chancen, die der Luxemburger Keeper zunichte machte. In der Folgezeit fanden die Luxemburger besser ins Spiel. Jedoch hielt Deutschlands Torhüter Heinz Flotho (VfL Osnabrück) das Remis fest – bis zur 87. Minute, in der Mart mit seinem zweiten Treffer den 2:1-Endstand für Luxemburg erzielte. Zuvor hatte sich Picard einen folgenschweren Ballverlust geleistet.

Echte Überraschung

Dass Deutschland seinerzeit die Partie verlor, war schon überraschend. Zumal die Luxemburger in der ersten Halbzeit gut 25 Minuten in Unterzahl gespielt hatten. Der Akteur Kemp hatte sich verletzt und kam nach längerer Behandlung erst mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder zurück auf den Platz.

Zudem war die Deutsche Mannschaft mit starken Spielern besetzt gewesen. Neben Reinhold Münzenberg von Alemannia Aachen waren Hans Rohde (Eimsbütteler TV) und Adolf Urban (FC Schalke 04) mit von der Partie. Darüber hinaus waren mit Ludwig Männer, Johannes Jakobs, Edmund Malecki und Ludwig Pöhler gleich vier Spieler von Hannover 96 dabei. Alle vier waren mit Hannover im Jahr 1938 sensationell Deutscher Meister geworden. Trotz der vorhandenen Klasse reichte es nicht zu einem Sieg.

tor gegen Bayern

In der bisherigen Geschichte der Aufeinandertreffen beider Nationen ist es die einzige Niederlage einer Deutschen A-Nationalmannschaft gegen Luxemburg. Picard nahm während seiner Zeit als Fußballer mit Ulm auch am Tschammer-Pokal (heute DFB-Pokal) teil. Mit den Ulmern erlebte er im Pokal viele packende Duelle.

In der ersten Runde 1936 warf er mit dem 1. SSV Ulm den FC Bayern München (4:3) aus dem Wettbewerb. Beim Sieg gegen die Bayern, die vier Jahre zuvor die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, gelang ihm sogar ein Treffer.

Gastspiel in Danzig

Durch die kriegsbedingte Situation war es den Fußballern auch möglich, durch Gastspielgenehmigungen dort zu spielen, wo sie gerade als Soldaten stationiert waren. So kam es dann auch, dass Picard in der Saison 1943/1944 für den Luftwaffen-Sportverein (LSV) Danzig in der Gauliga Danzig-Westpreußen aktiv war. Mit dem LSV wurde er Gaumeister Danzig-Westpreußen.

Mit dem LSV nahm er 1944 auch an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Doch bereits in der ersten Runde gegen Hertha BSC war Endstation. Nach einem 0:0 nach Verlängerung im ersten Duell kassierten die Danziger im Wiederholungsspiel in Berlin eine 1:7-Niederlage. Rund ein Jahr später, in den letzten Kriegstagen, fiel Picard in Kneheim. Sein Dienstgrad war Leutnant.

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