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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Auf BVC-Traumstart folgt Alptraum

27.10.2008

CLOPPENBURG Da war sie endgültig weggeblasen, die Lockerheit der westfälischen Frohnatur Frank Schulz. Wie in Stein gemeißelt kauerte der 47-jährige Trainer des Fußball-Regionalligisten BV Cloppenburg in der Pressekonferenz auf seinem Hocker, rang nach Luft und innerlich um Fassung. Der Grund: Seine Schützlinge hatten im richtungsweisenden Heimspiel gegen den 1. FC Kleve eine satte 3:0-Führung verdaddelt und waren mit 4:5 leer ausgegangen (siehe Bericht auf Seite 17).

Schulz war Profi genug, einen verbalen Vulkanausbruch zu vermeiden, auch wenn ihm danach war, seine Mannen kräftig zusammenzustauchen. „Unglaublich, welche und wie viele Fehler wir nach der Pause gemacht haben“, musste der Ex-Herner machtlos mitansehen, wie seine Spieler durch plumpes Zuschauen einen toten Gegner in Rekordzeit reanimierten. „Bei uns hat anfangs alles geklappt. Wir hatten den Gegner im Sack. Da fehlen mir dir Worte.“

Ganze fünf Minuten brauchten die Gäste in einem verrückten Spiel, um aus einem 1:3 ein 4:3 zu machen. „Das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert“, frotzelte ein BVC-Sponsor.

Derweil setzte auf der anderen Seite Schulz’ Gegenüber und Freund Arie van Lent sein breites holländisches Grinsen auf. „Ich dachte, der BVC kloppt uns so richtig vom Platz. In der letzten Saison hatten wir einen Spielerstreik bei uns. Das war in der ersten Halbzeit auch ein Streik. Dann noch drei Punkte mitzunehmen, ist der Wahnsinn. Ich glaube, der Frank ist zehn Jahre älter geworden.“ Schweißgebadet beim Abpfiff war Kleves prominenter Manager Klaus Hilpert. „Ich bin jetzt 64 Jahre alt. Solch ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Aber so ist der Fußball.“

Hilpert wusste auch, warum der Traumstart des BVC noch in einem Alptraum endete. „Die Cloppenburger hatten das Spiel innerlich nach dem 3:0 schon gewonnen.“

Angefressen und enttäuscht war selbstredend auch Cloppenburgs Präsident Professor Dr. Joachim Schrader. „Keine Ahnung, was los war. Ich kann den Einbruch nicht erklären. Vielleicht ist die Mannschaft mental einfach zu schwach. Zum Teil ist es auch ein Qualitätsproblem. Wir haben den zweitgeringsten Etat der Liga. Und danach sieht es zur Zeit leider auch in der Tabelle aus.“

Der Mediziner gab auch bereits die Parole bis zur Winterpause aus. „Ich sehe jetzt in Mönchengladbach und dann gegen Leverkusen kaum Chancen. Wir dürfen auf jeden Fall den Anschluss nicht verlieren und müssen dann gucken, ob personell noch etwas geht.“ Schrader hofft immer noch auf „einen Abwehrchef“ und einen „großen Stürmer“. Einen Seitenhieb gab’s auch für das Publikum – erstmals kamen in der laufenden Spielzeit weniger als 1000 Zuschauer. „Da kommt in Cloppenburg einfach nichts, wenn die Mannschaft Hilfe braucht. Nur wenn es gut läuft, sind alle zufrieden.“

Mitgefühl mit seinen alten Teamkollegen hatte unterdessen Kleves Aktivposten Marek Klimczok. „Da war viel Pech dabei. Nach hinten raus hätten die Jungs locker noch das 5:5 machen können“, sagte der ehemalige Cloppenburger.

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