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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball: Geisterspiele sehr gewöhnungsbedürftig

18.05.2020

Bevern /Friesoythe /Thüle Endlich rollt er wieder – der Fußball. Nicht für die heimischen Teams, aber durchaus mit Interesse verfolgten die heimischen Trainer den Fußball „Marke Geisterspiel“ in der Ersten Bundesliga – mit durchaus unterschiedlichen Bewertungen.

„Ich habe mir die Konferenz angesehen und muss sagen, es war durch interessanter, als ich es erwartet habe“, sagte Matthias Risse, Trainer des Landesligisten SV Bevern. Er lobte dabei vor allem Borussia Dortmund für einen starken Auftritt im Revierderby, wie auch Mönchengladbach für dessen Spiel in Frankfurt. Es sei dort spielerisch mehr auch von der Laufleistung her geboten worden, als nach der langen Pause zu erwarten gewesen sei. Natürlich vermisse Risse die Stadion-Atmosphäre, die für größere Spannung und für Stimmung hätte sorgen könne. Sehr positiv empfindet Risse die Möglichkeit, fünf Spieler auswechseln zu können, was angesichts der schwierigen Trainingsvorbereitung der Teams durchaus gerechtfertigt sei.

Zur Situation für den eigenen Club hat Risse eine, für ihn fairste Lösung parat. „Die gesamte Saison annullieren, damit Ruhe in den Spielbetrieb kommt – ein völliger Neustart ist das Beste.“ Ein Rechtsproblem angesichts der außergewöhnlichen Umstände sieht er nicht, hält die sich abzeichnende Lösung, Abbruch der Saison ohne Absteiger, für problematischer. „Wo ist da das Gleichheitsprinzip, wenn sportlich auf- aber nicht abgestiegen wird. Außerdem führt dies zu aufgeblähten Ligen“, fragt sich Risse, der momentan seine Spieler jeder für sich fit halten lässt, weil sich ohne Ziel, sprich Termin für den Spielbetrieb zurzeit kein zielgerichtetes Mannschaftstraining Sinn mache.

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Für Hammad El-Arab vom Bezirksliga-Tabellenführer Hansa Friesoythe, der seit einer Woche wieder in Kleingruppen technisches und athletisches Training noch ohne Spielformen macht, um allmählich in den Normalbetrieb umschalten zu können, wäre eine Weiterführung der Saison die sportlich fairste Lösung. „Das Problem ist aber, dass der Termin dafür nicht gesichert ist, so dass die erforderliche Verzahnung mit den anderen Ligen schwierig werden könnte“, sagt El-Arab, der sich die Übertragung der Geisterspiele teilweise angesehen hat und einige Parallelen zu Spielen in der Bezirksliga sieht.

„Interessant ist es, die Kommandos der Spieler, der Trainer und der Schiedsrichter mithören zu können. Die Show, die Atmosphäre, die das Publikum entwickelt, auch die Provokationen von den Rängen aus fallen völlig weg. Es gibt keine Nebenschauplätze mehr. Es ist reiner, ehrlicher Fußball, der deutlich im Vordergrund steht“, sagt El-Arab, der sicher ist, dass die Saison nun wohl zu Ende gespielt wird. „Es wird im Umfeld sicher alles unternommen werden, die Saison zu Ende zu bringen, schließlich hängt wirtschaftlich zu viel für die Vereine davon ab.“

Da ist Michael Macke, Trainer des Bezirksligisten SV Thüle, etwas skeptischer. „Ob die Saison wirklich komplett zu Ende gebracht wird, hängt von vielen Faktoren ab. Da müssen alle Beteiligten sehr vorsichtig und diszipliniert sein“, sagt Macke und wundert sich. So sind Zweikämpfe auf dem Feld normal, auf der Bank werden zwei Meter Abstand eingehalten. Als schöne, interessante Abwechselung empfindet Macke diese Geisterspiele zwar, hat die Partie zusammen in kleiner Runde während einer Geburtstagsfeier gesehen. „Was natürlich fehlt, sind die Emotionen, die nun einmal von den Rängen kommen. Stattdessen hört man die Kommandos der Spieler und der Trainer, was eine interessante Variante ist“, sagt Macke, der für die laufende Saison in der Bezirksliga für eine Abbruch befürwortet.

„Angesicht unseres Tabellenstandes, ist es egal, ob mit Aufsteiger und/oder Absteiger die Saison abgebrochen würde“, sagt der Trainer des Tabellendritten, der bei einem Verzicht auf Absteiger davor warnt, die Ligen aufzublähen und so für zu viele Pflichtspiele zu sorgen. Zwölf Punkte Rückstand auf den designierten Aufsteiger Hansa Friesoythe und 15 Punkte Vorsprung gegenüber dem momentan ersten Absteiger BW Ramsloh, lassen beruhigt die Entscheidung des NFV auf dessen außerordentlichen Verbandstag am 27. Juni blicken.

Momentan ist beim SV Thüle aktive Pause, wird zurzeit abgeklärt, ob demnächst freiwillig trainiert wird, um auch wieder „das Gefühl für den Ball zu bekommen“, wie Macke sagt.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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