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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Historie: BVC-Duo erlebt an Bremer Brücke turbulente Tage

17.12.2015

Cloppenburg In der Saison 1948/1949 belegten die Fußballer des BV Cloppenburg als Aufsteiger den fünften Platz in der Landesliga West. Die guten Leistungen sorgten damals wie heute dafür, dass andere Clubs ihre Fühler nach den vielen Leistungsträgern der ersten Mannschaft ausstreckten. Ganz oben auf der Liste stand Torhüter Waldemar Mrusek. Was er im Torwartpullover in der unmittelbaren Nachkriegszeit an Paraden zeigte, war Extraklasse.

Heiße Diskussionen

Der VfL Osnabrück, der seinerzeit in der erstklassigen Oberliga Nord unterwegs war, machte schließlich das Rennen. Mit ihm wechselte in Person von Franz Solowski noch ein zweiter BVCer an die Bremer Brücke. Noch Jahrzehnte später wurde unter BVC-Fans heiß darüber diskutiert, ob Mrusek nur unter der Bedingung zum VfL wechselte, dass die Lila-Weißen auch seinen „Spezi“ Solowski unter Vertrag nehmen würden.

Schließlich verband beide mehr als nur die Leidenschaft zum Fußball. Beide hatte es durch die Wirren der Nachkriegszeit nach Cloppenburg verschlagen. Da die Osnabrücker Mrusek unbedingt verpflichten wollten, haben sie dem Deal zugestimmt. Obwohl sie seinerzeit im Offensivbereich bereits einige Hochkaräter besaßen. Mit Adolf „Addi“ Vetter (dreimal Torschützenkönig in der Oberliga Nord) und Spielgestalter Hans Haferkamp (vier A-Länderspiele, zwei Tore) war die Konkurrenz für Solowski haushoch. Dementsprechend schwer war es für ihn, sich einen Platz in der ersten Elf zu erkämpfen. Mrusek und Solowski waren jetzt Vertragsfußballer. Ein Profitum gab es damals in Deutschland noch nicht. Selbst Spitzenspieler wie Fritz Walter oder Josef Posipal erhielten offiziell fürs Fußballspielen nur einen festgeschriebenen Höchstsatz von 320 Mark. Mehr erlaubte der Deutsche Fußball Bund zum damaligen Zeitpunkt nicht.

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Debüt in Lohne

Mrusek war dagegen gesetzt. Sein Debüt im VfL-Dress gab er in einem Spiel in Lohne gegen eine Niedersachsenauswahl. 10 000 Zuschauer sahen einen 5:1-Erfolg der Osnabrücker. Mrusek erhielt gute Kritiken, während Solowski zu keinem Einsatz kam. In den Punktspielen sollte es ähnlich laufen. Mrusek kam in allen 30 Partien zum Einsatz.

Endstation VfB Stuttgart

Direkt nach dem Ende der Punktspiele nahm er mit dem VfL noch an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Dort war allerdings gegen den späteren Meister VfB Stuttgart Endstation. Solowski wurde nur in zwei Punktspielen eingesetzt. Beide Einsätze waren in der Hinrunde. Einmal beim Eimsbütteler TV (0:2) und gegen Gastgeber Arminia Hannover setzte es ebenfalls eine 0:2-Niederlage. Beide Spieler verließen den VfL Osnabrück nach nur einer Saison wieder. Mrusek wanderte später sogar nach Kanada aus, wo seine Torwartkünste groß gefeiert wurden. Er starb dort 1979.

Rückkehr zum BVC

Solowski kehrte über die Zwischenstation Schinkel zum BV Cloppenburg zurück. An alter Wirkungsstätte wurde er auch gleich auf Anhieb wieder ein Leistungsträger. Er gehörte der legendären Mannschaft an, die im Jahr 1956 den erstmals ausgetragenen Bezirkspokalwettbewerb gewinnen konnte. Später war er im Juniorenbereich des Clubs tätig.

Unter anderem coachte er die B-Jugend, wo er auch den späteren Trainer Klaus Ebel unter seinen Fittichen hatte. Solowski war nicht nur ein feiner Fußballer, sondern auch ein begeisterter Sänger. „Franzel hat immer das schlesische Lied von Rübezahl angestimmt“, erinnerte sich der im Februar 2015 verstorbene, ehemalige Torhüter des BV Cloppenburg Hans Hochartz im NWZ -Gespräch vor einigen Jahren noch gut an die ausgeprägten Sangeskünste Solowskis.

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