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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Auszeichnung: Lions ehren Leichtathletin mit Löwenherz

26.06.2020

Cloppenburg Die Corona-Krise macht auch für Ausnahmesportler keine Ausnahme. Sonst wäre Talea Prepens ein donnernder Applaus vor großer Kulisse sicher gewesen. Schließlich sollte die 18-jährige Leichtathletin vom Lions Club Cloppenburg und von dessen Förderverein in der Halbzeitpause des Oberliga-Handball-Spitzenspiels TV Cloppenburg gegen den ATSV Habenhausen geehrt werden. Alles war bestens und heimlich geplant, doch das Spiel in der mit mehreren Hundert Zuschauern ausverkauften TVC-Halle fand wegen der Pandemie nie statt. Nun kam es eben im kleinen Rahmen zu einer Auszeichnung der Sportlerin mit dem großen Kämpferherzen. Die Ehrung der U-18-Weltmeisterin von 2017 (200 m) mit dem Jugendpreis des Lions Club Cloppenburg fand am Mittwoch im Dorfkrug des Museumsdorfes einen würdigen Rahmen.

Schlimme Verletzung

Talea Prepens, die von ihrem ebenfalls in der Leichtathletik sehr erfolgreichen Bruder Torben sowie ihren Eltern Regine und Harald Prepens begleitet wurde, war aber nicht nur wegen ihrer unzähligen sportlichen Erfolge geehrt worden. Das machte Hans-Jürgen Thurau, der Vorsitzende des Fördervereins der Lions in Cloppenburg, deutlich. Zwar seien ihre Erfolge wie zum Beispiel der U-18-Weltmeistertitel, den sie 2017 mit gerade einmal 15 Jahren in Nairobi (Kenia) über 200 m gewann, die sechs deutschen Meistertitel und die 27 Siege bei niedersächsischen Meisterschaften nun wahrlich Grund genug, die Schülerin auszuzeichnen. Aber auch ihr Kampf zurück in die Spitze, den sie nach einer schweren Verletzung 2018 führen musste, habe ihr großen Respekt verschafft. Auch unter den Lions – die durch Thurau, Präsident Dr. Aloys Klaus, Volker Raker, Peter Cromme und Tobias Vaske vertreten waren.

Zwar hat die Läuferin mit dem Löwenherzen nach Wettkämpfen immer noch Schmerzen, wie Harald Prepens, der die 18-Jährige zusammen mit seiner Frau Regine trainiert, verriet. Doch ihre Schnelligkeit vor der Verletzung an Schulter und Fußgelenk hat sie zumindest über 100 m längst wieder erreicht – und sogar übertroffen.

Sieg über 60 Meter

Im Februar gewann sie über die 60 Meter der U-20 bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in persönlicher Bestzeit (7,43 Sekunden) und vor Kurzem beim Sprintmeeting von Werder Bremen über 100 Meter in 11,58 Sekunden. In ihrer Altersklasse waren 2020 in Europa bisher nur zwei und in der Welt sieben Läuferinnen schneller. „Das ist allerdings coronabedingt“, sagt Harald Prepens, was gut zum bescheidenen Auftritt der Familie passt.

Dennoch ist der von unzähligen Sportlern gehegte Traum von einer Teilnahme an Olympischen Spielen, vielleicht sogar schon 2021 in Tokio, für Talea Prepens inzwischen eine reale Möglichkeit geworden. Sie selbst sieht aber bessere Chancen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris.

Erreichbare Ziele

Und Talea Prepens hat sich immer Ziele gesetzt, die auch in erreichbarer Nähe sind. „Natürlich kann immer jemand kommen, der besser ist, aber eine Teilnahme an Olympischen Spielen ist nicht mehr so abwegig wie noch vor ein paar Jahren“, sagt Harald Prepens.

Auf Talea kommen derweil wichtige Jahre zu: Der Wechsel vom Jugend- in den Erwachsenen-Bereich der Leichtathletik steht bald an, und im nächsten Jahr wird sie mit den Abiturprüfungen reichlich zu tun haben. „Bisher habe ich die Schule und den Sport immer ganz gut unter einen Hut bekommen“ sagt Talea Prepens. Das soll später auch im Beruf so sein, allerdings weiß der Teenager noch nicht, „in welche Richtung ich gehen will“.

In der Leichtathletik selbst ist es der Spaß am Sport, der es ihr ermöglicht, vier- bis fünfmal die Woche zu trainieren. „Aber durch Erfolge wird man natürlich auch angefixt“, sagt die Sprinterin, die zudem immer wieder in anderen Disziplinen der Leichtathletik Siege feiert. Aber es geht ihr nicht nur um die Leistung, so stört es sie in der Corona-Krise besonders, dass sie sich nicht mit ihren Teamkolleginnen von der Staffel treffen kann. „Es wäre schon schön, die ganzen Mädels endlich mal wieder zu sehen“, sagt die Ausnahmeathletin.

Mit drei Jahren beim TVC

Dass sie auch für ihren Verein, den TV Cloppenburg, ungemein wichtig ist, zeigte sich am Mittwoch auch dadurch, dass TVC-Geschäftsführer Uwe Otte zu der Ehrung gekommen war. Talea Prepens ist schon Mitglied des Vereins, seit sie drei Jahre alt war. Und die Familie Prepens im Ganzen hat einen riesigen Anteil daran, dass die Leichtathletikabteilung des TVC seit ihrer Neugründung im Jahre 2008 eines der Aushängeschilder des Vereins geworden ist.

Dass der Jugendpreis des Lions Clubs „für besondere Leistungen und Engagement im sozialen, schulischen, musikalischen oder sportlichen Bereich“ vergeben wird, passt in diesem Fall besonders gut. Ist Talea Prepens doch auch Musikerin. Sie spielt Kontrabass und ist Mitglied im Jugendsymphonieorchester Oldenburger Münsterland. Das Musizieren ist ihr auch sehr wichtig. Aber wenn es um Medaillen geht, spielt die Musik für die 18-Jährige natürlich wieder auf der Tartanbahn . . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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