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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

„Stefan Kuntz soll es jetzt machen“

29.06.2018

Cloppenburg Welche Fehler sind gemacht worden? Welche Spieler haben besonders enttäuscht? Muss Trainer Joachim Löw jetzt gehen? Am Tag nach dem historischen Vorrunden-Aus der Deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland hat sich die NWZ unter Cloppenburger Fußball-Fans umgehört.

Bundestrainer Löw dürfe auf keinen Fall weitermachen, sagt der Hauptmann des Cloppenburger Bürgerschützenvereins, Dr. Jürgen Vortmann. „Löw hat die gleichen taktischen Fehler wie gegen Italien bei der WM 2010 gemacht.“ Einen Nachfolger hat Vortmann auch schon parat: „Stefan Kuntz soll es jetzt machen.“ Dieser habe als U-21-Trainer die Europameisterschaft gewonnen und kenne diejenigen Nachwuchsspieler, die jetzt eingebaut werden müssten. Die jetzige Elf habe keine Zukunft: „Keine Mannschaft, keine Charaktere, kein Führungsspieler“. Das Team habe Özil mit durchschleppen müssen, zudem habe es zu viele Mitläufer wie Thomas Müller gegeben. Einzig Mats Hummels habe sich nach dem Spiel den Medien gestellt.

Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) schaute sich das Debakel gegen Südkorea (0:2) gemeinsam mit seinen Nachbarn an. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Trainer habe sicherlich Fehler gemacht. Warum Löw nicht die Mannschaft aus der zweiten Halbzeit des Schwedenspiels auch gegen Südkorea aufs Feld geschickt habe, sei ihm schleierhaft, so Wiese. Zudem sei in Gestalt von beispielsweise Özil oder Khedira der eine oder andere zu viel aus „der Jogi-Connection“ dabei gewesen, dafür hätten frische Spieler wie Sané gefehlt. Auch sei Neuer nicht topfit gewesen. Wenn Löw die richtigen Schlüsse aus dem Vorrunden-Aus ziehe, könne er weitermachen – wenn der Bundestrainer denn wolle. Wiese: „Und ich brauche keinen Fußball mehr zu schauen, sondern kann die Hecke schneiden.“

Torsten Bünger, der zusammen mit Olaf Blancke den Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg trainiert, war vom Aus der National-Elf nicht sonderlich überrascht. Zumal die Vorbereitung auch schon holprig verlief. „Es fehlte der unbedingte Wille und die Leidenschaft, Spiele zu gewinnen“, sagte er. Die DFB-Elf sei deshalb auch zurecht rausgeflogen. Den Rücktritt Löws fordert er jedoch nicht. „Man sollte jetzt auch nicht alles verteufeln. Mit Löw sind wir schließlich Weltmeister geworden“, so Bünger. Er geht auch nicht davon aus, dass Löw zurücktreten wird.

Für Tanja Schulte, die als sportliche Leiterin der BVC-Frauenfußballabteilung tätig ist, hatte sich das Ausscheiden irgendwie schon angedeutet. „Alle drei Partien waren überwiegend schlecht“, meinte sie. Allerdings habe sie – so Schulte – auch damit gerechnet, dass die deutsche Elf mit viel Offensivpower in das Südkorea-Spiel gehen würde. „Doch Pustekuchen. Es wurde viel zu viel taktiert, und jetzt sind wir auf dem Boden der Tatsachen gelandet“, sagt Schulte. Sie hält jedoch nun nicht viel davon, einen großen Schnitt beim DFB zu machen. „Die Eindrücke des schwachen Abschneidens sind noch viel zu frisch. Da wäre es nicht gut, voreilige Schlüsse zu ziehen“, so Schulte.

Auch Passanten in der Cloppenburger Fußgängerzone drückten am Donnerstagmittag ihre Enttäuschung über das verlorene Spiel gegen Südkorea aus:

So ging es auch für den Cloppenburger Erwin Dierks persönlich schlecht los – er stand im Stau und musste das Spiel im Radio hören. Der 64-Jährige hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei der Mannschaft: „Die Spieler sind nicht zusammengewachsen. Die Mannschaft war charakterlos – kein Team. Es war eine gewisse Aroganz zu spüren.“ Das Spiel gegen Südkorea habe zu den übrigen gepasst. Woran das liegen könnte? „Sie sind satt, zu erfolgreich“, vermutet Dierks. Ein neuer Trainer, sagt er, würde der Nationalmannschaft gut zu Gesichte stehen.

Eigentlich freut sich Ruth Lamping immer auf die WM und die Deutschlandspiele. Die 61-Jährige lädt dann ihre Kinder ein und schmückt das Wohnzimmer in den Farben schwarz, rot, gold. Leider sei es dieses Mal „ernüchternd und deprimierend“ gewesen. „Die Spieler hatten keinen Ehrgeiz und waren so lustlos – als wüssten sie nicht, dass es eine WM ist“, sagt die Lohnerin enttäuscht. „Da saßen bessere auf der Bank“, schätzt ihr Mann Werner Lamping (62) die seiner Meinung nach falsche Aufstellung ein.

„Ich war perplex, einfach sprachlos“, sagt derweil Klaus Schuricht, der das Desaster zu Hause mit seiner Frau und den Enkelkindern verfolgte. „So schlecht haben die Deutschen noch nie gespielt. Das ist nicht das, was wir von ihnen kennen. Sie haben es auch nicht verdient, weiterzukommen.“ Und eigentlich sei es gut, dass die Deutschen jetzt raus seien, meint der 69-Jährige: „Es wäre ja grottenschlecht weitergegangen.“ Enttäuscht? Ja. Er freut sich aber auf weitere, bessere Spiele. Und dann solle der Weltmeister werden, der es verdient habe, so der Essener.


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Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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