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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball: Flexibilität im Haifischbecken Niedersachsenliga

20.06.2020

Cloppenburg Im fünften Teil der NWZ-Serie „Tore, Trainer, Taktiken“ geht es um die Spielweise der Fußball-Mannschaften in der A-Junioren-Niedersachsenliga in der Spielzeit 2019/2020. Peter Siemer, aktueller Coach der BVC-Junioren, zeichnet ein genaues Bild der Liga auf. Zudem erklärt er, mit welcher Taktik die A-Junioren des BVC ins Spiel gehen.

unterschiedlich

peter siemer

Peter Siemer ist 27 Jahre alt. Beim BV Cloppenburg ist er seit Juli 2016 als Trainer tätig.

Zuerst coachte er ein Jahr lang die B-Junioren des BV Cloppenburg, ehe er auf die Trainerbank der A-Junioren wechselte.

Nach drei Jahren bei den A-Junioren vom BV Cloppenburg übernimmt Siemer zur neuen Saison ein neues Traineramt. Er wird in der Serie 2020/2021 die erste Herrenmannschaft von BW Langförden coachen. Langförden ist in der Kreisliga Vechta beheimatet. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1927.

Insgesamt, so hat Siemer beobachtet, gäbe es von den Trainern als auch von den Charakteren der verschiedenen Mannschaften große Unterschiede in der Liga. „Zum einen gibt es Trainer, die grundsätzlich flexibel sind und sich zum Beispiel intensiv auf kommende Gegner vorbereiten. Dann wieder andere, die darauf bedacht sind, dass ihre Mannschaft ihre Spielweise durchbringt.“

Viererkette

Über Dreiviertel der Trainer in der Liga setzen indes auf die Viererkette. Im Vergleich zu anderen Ligen werde kaum ein System mit Dreierkette gespielt, so Siemer. „Viele Mannschaft agieren im 4-2-3-1 oder im 4-3-3, wobei dort die Übergänge ja fließend sind“, sagt Siemer. Viele Teams fühlen sich wohl, wenn drei Spieler im Zentrum sind. „Dieses garantiert permanente Anspielstationen und maximale Flexibilität“, meint Siemer. Auch das 4-4-2 „flach“ käme häufig vor. Dies würden in der Regel einige Teams spielen, da es über eine gute Grundordnung mit den zwei Viererketten verfügt, sagt Siemer.

flexibilität

Wie steht es mit der Flexibilität der Mannschaften, will die NWZ von Siemer wissen. Darauf antwortet der Coach: „Der Großteil spielt ein festes System, wenn man System als Grundordnung versteht. Es gibt aber einige Teams, die ihre Art Fußball zu spielen, je nach Spielstand schon ändern.“

So habe zum Beispiel der SV Drochtersen/Assel im Hinspiel beide Halbzeiten ein 4-4-2 gespielt, aber zwei vollkommen unterschiedliche Halbzeiten absolviert. „So haben sie uns in der ersten Halbzeit zunächst in Ruhe aufbauen lassen und wollten erst kurz hinter der Mittellinie attackieren“, berichtet Siemer. Dieser Plan ging jedoch nicht auf, weil sich die BVCer zu wehren wussten. Cloppenburg führte zur Pause 2:0.

Doch nach dem Seitenwechsel erlebten die Cloppenburger eine andere Spielweise des Gegners. „In der zweiten Halbzeit hat uns Drochtersen/Assel permanent unter Druck gesetzt, so dass uns unsere Spielstärke flöten ging. Zudem ließen wir ab Mitte der zweiten Halbzeit in unseren Aktionen die Sicherheit vermissen. So gelang es Drochtersen/Assel, zum 2:2 auszugleichen“, erinnert sich Siemer.

prestigeduell

Beim Prestigeduell gegen den Gastgeber BW Lohne hatten beide Trainer zuvor tief in die Taktikkiste gegriffen. Siemer: „Lohne spielte unerwartet in einem 3-6-1-System mit einer Dreierkette und wir wiederum unerwartet für Lohne in einem 4-3-3. Eigentlich hatten wir zuvor den Großteil der Spiele mit einer Dreierkette absolviert“, so Siemer. Lohne habe allerdings leider früh verletzungsbedingt auf eine Viererkette umstellen müssen, so Siemer. Dennoch agierten beide Teams in ihren Aktionen flüssig. „Die Umstellung von der Dreierkette auf die Viererkette stellte Lohne vor keine Probleme. Diese taktische Variabilität ist sicherlich auch ein Grund, warum Lohne – meiner Meinung nach – verdient Tabellenführer ist“, sagt Siemer.

Spielstil

Wie in allen Fußball-Ligen auf diesem Planeten pflegen auch die Teams in der Niedersachsenliga einen unterschiedlichen Spielstil. BW Lohne pflege zum Beispiel eher eine offensive Ausrichtung. „Die Lohner haben einen ausgeprägten Zug zum Tor. Offensiv unterwegs ist auch JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen, die gerne auch in Systemen mit Dreierkette extrem offensiv agiert haben“, hat Siemer beobachtet. Beim JFV werden laut Siemer zum Beispiel immer wieder sehr offensivstarke Spieler auf defensiven Positionen eingesetzt und sogar umgeschult.

Manche Teams versuchen auch, über eine defensive Spielweise zum Erfolg zu kommen. Eine sehr strukturiert agierende Mannschaft sei Northeim. Die Eintracht aus Northeim setzt auf ein massives 3-5-2-System. „Sie haben sehr gut verteidigt und waren im Spiel nach vorne unheimlich schnell unterwegs und stets gefährlich“, sagt Siemer.

flottes Tempo

Insgesamt, so Siemer, versuchen viele Mannschaften in der Niedersachsenliga, schnell zu spielen. „Es wird oft schnell nach vorne gespielt. Ein Spiel, welches nur auf Ballbesitz ausgelegt ist, um den Gegner zu ermüden, habe ich kaum beobachten können“, sagt Siemer. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. „Der Tabellendritte Georgsmarienhütte hat bei seinem Gastspiel in Cloppenburg schon versucht, den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten.“

auffälligkeiten

Die Mannschaften in der Niedersachsenliga verstehen ihr Handwerk, und versuchen daher, nichts dem Zufall zu überlassen. So wird von den Mannschaften bei gegnerischen Standards und Einwürfen ein aggressives Zustellen gemacht. „Um so halt einfache Anspiele zu vermeiden. Dies wird auch bei Abstößen umgesetzt“, sagt Siemer. Viele Teams seien sehr gut organisiert und haben deutlich sichtbare Verhaltensweisen im Spiel gegen den Ball. „Dort sind dann alle Pressinghöhen vertreten“, sagt Siemer.

Mittelstürmer

Der klassische Mittelstürmer, der im deutschen Fußball von vielen Fans gefordert und verehrt wird, ist in der Niedersachsenliga keinesweges vom „Aussterben bedroht“. Zu Beginn der Serie verfügte der BVC über drei Mittelstürmer klassischer Prägung. „Oft hatten wir auch zwei davon in der Startformationen gehabt“, sagt Siemer.

Mit Robin Flechsig spielt zum Beispiel bei Viktoria Georgsmarienhütte ein talentierter Mittelstürmer, der mit vielen Toren auf sich aufmerksam gemacht hat, weiß Siemer zu berichtet. Eintracht Northeim verfüge mit Louis Malina ebenfalls über einen Mittelstürmer. „Auch Lupo Martini Wolfsburg, Drochtersen/Assel und einige andere Mannschaften verfügen über richtige Strafraumstürmer“, sagte Siemer.

BW Lohne indes, habe auf der Position des Mittelstürmers häufig Mittelfeldspieler eingesetzt. „Also auch hier gibt es verschiedene Ansätze. Die Niedersachsenliga hat es in sich, was das angeht. Das macht sie aber auch gerade so spannend“, meint Siemer.

die BVC-Spielweise

Die Cloppenburger agierten in ihren Spielen meistens mit einer Dreierkette, sagt Siemer. „Zu Beginn oft mit zwei Stürmern, zu einem späteren Zeitpunkt der Partie agierten wir in einem 3-4-3-System.“ Dieses System bevorzugt Siemer. Zwar habe man im Zentrum schnell mal ein größeres Loch, aber da gibt es auch viele Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Man habe immer ausreichend Spieler, die auch zum Tor ziehen können, eine richtig schöne Raumaufteilung und auch im Aufbau mit drei Spielern in der letzten Linie meistens Überzahl, sagt Siemer.

Markante Merkmale

Ein Trainingsschwerpunkt der Cloppenburger ist das schnelle Spiel nach vorne. Es gilt zu versuchen, möglichst einfach und schnell in den Rücken der Abwehr zu kommen. „Um auch tieferstehende Gegner knacken zu können, haben wir vor allem zum Ende der Hinserie stark an Positionswechseln gearbeitet“, berichtet Siemer. Dies habe oft sehr gut geklappt.

Das Spiel über die Flügel wurde ebenfalls immer wieder trainiert. „Was ja beim 3-4-3-System auch sehr nahe liegt. Ich würde schon behaupten, dass diese drei Dinge auch sehr markant in unserem Spiel zu erkennen waren“, meint Siemer.

standardsituationen

Was bei den Cloppenburgern sehr gut klappt, ist die Chancenverwertung bei Standardsituationen. Die Mischung macht es. Neben einem sehr guten Standardschützen Rocco Bury verfügt Siemer über viele starke Kopfballspieler.

Die Cloppenburger studierten viele Varianten ein. „Aus unseren zwei Grundvarianten haben wir dann immer wieder Variationen im Training erarbeitet. Die zu spielenden Varianten waren vor dem Spiel abgesprochen“, erzählt Peter Siemer.

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