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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

„Bruno Ballermann“ schießt BVC ab

16.06.2018

Cloppenburg Als der Bundesligist SV Werder Bremen im August 1996 ein Freundschaftsspiel gegen den damaligen Oberligisten BV Cloppenburg bestritt, war es auch ein Treffen zweier Fußball-Legenden der ehemaligen DDR. Auf der einen Seite Wolfgang Steinbach (Trainer des BVC) und auf der anderen Seite Hans-Jürgen Dörner (Trainer von Werder Bremen). Steinbach wirbelte zu seiner aktiven Spielerzeit für den 1. FC Magdeburg, während Dörner mit Dresden für Furore sorgte.

Doch an jenem Tag fieberten die Legenden von der Trainerbank aus mit, wie ihre Schützlinge sich auf dem Rasen verkauften. Dabei hinterließen die Cloppenburger, obwohl sie am Ende 3:7 unterlagen, einen ordentlichen Eindruck. Vor allem im ersten Abschnitt drehten die BVCer auf.

Ihnen gelang vor 3000 Zuschauern im Stadion an der Friesoyther Straße auch die Führung. Torsten Bünger traf per verwandeltem Handelfmeter bereits nach zwei Minuten. Zuvor leistete sich der Bremer Heimo Pfeifenberger ein absichtliches Handspiel. Der Österreicher hatte allerdings Glück im Unglück. Für seine Unsportlichkeit kassierte er nicht die Rote Karte. Schiedsrichter Thomas Klein hatte seinen großzügigen Tag. Schließlich sei es ein Freundschaftsspiel gewesen, sagte Klein nach Spielende.

Der Jubel im Cloppenburger Fanlager nach dem Führungstreffer durch Torsten Bünger war kaum verhallt, als den Bremern durch Bernd Hobsch das 1:1 gelang. Aber der Außenseiter erzielte in Person von Olaf Blancke das 2:1 (22.), ehe Bremens Edeltechniker Rodolfo Esteban Cardoso das 2:2 markierte (26.). Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit pennte die Cloppenburger Hintermannschaft jedoch so tief und fest wie ein Murmeltier im Winterschlaf. Nutznießer war Bruno Labbadia, den seine Fans aufgrund seiner Torgefährlichkeit als „Pistolero“, oder „Bruno Ballermann“ bezeichneten. Er machte seinem Spitznamen alle Ehre. Der Angreifer erzielte innerhalb kürzester Zeit drei Tore und schoss die Bremer mit 5:2 in Front. Die weiteren Treffer der Gäste schossen Pfeifenberger und erneut Labbadia.

Der BVC hatte auch noch einen Pfeil im Köcher und kam durch Vidas Savickas zum 3:7-Anschlusstreffer. Nach Spielende stand nicht nur Bruno Labbadias Schriftzug bei den Autogrammjägern hoch im Kurs. Auch Werder-Manager Willi Lemke war umringt von Fans.

Luc-Arsene Diamesso gehörte zwar der Verlierermannschaft an, aber der kongolesische Nationalspieler war dennoch ein Gewinner der Partie. Mit einem beherzten Auftritt als Bewacher von Labbadia sicherte sich der Testspieler einen Vertrag beim BVC. Da der damals 22-Jährige Diamesso noch kein Wort Deutsch sprach, sprang BVC-Torhüter Thomas Wegmann mit seinen Französisch-Kenntnissen als Dolmetscher ein.

Bereits in den Jahrzehnten zuvor, waren Teams von Werder Bremen in Cloppenburg vorstellig geworden. So unterlag der BV Cloppenburg in der unmittelbaren Nachkriegszeit den Bremern 3:4. Im Mai 1953 verloren die Cloppenburger indes zuhause vor 2500 Zuschauern gegen eine Werder-Elf mit 0:5.

 Statistik zum Spiel im August 1996: BV Cloppenburg - SV Werder Bremen 3:7 (2:2).

Tore: 1:0 Torsten Bünger (2., Handelfmeter), 1:1 Hobsch (4.), 2:1 Blancke (22.), 2:2 Cardoso (26.), 2:3, 2:4, 2:5 Labbadia (45., 49., 50.), 2:6 Pfeifenberger (68.), 2:7 Labbadia (78.), 3:7 Savickas (88.).

BV Cloppenburg: Thomas Wegmann (46. Rene Damerow), Predrag Uzelac, Dirk Paulig, Luc-Arsene Diamesso, Torsten Bünger, Marcus Piehl (60. Matthias Thien), Helmut Bünger (46. Michael Klein), Christian Neidhart (63. Ralf Faulhaber), Uwe Hammes, Olaf Blancke, Vidas Savickas.

Werder Bremen: Oliver Reck (46. Frank Rost), Thomas Wolter, Hany Ramzy, Heiko Scholz, Mirko Votava, Jens Todt (46. Andre Wiedener), Heimo Pfeifenberger, Rodolfo Esteban Cardoso (46. Christian Brand), Andreas Herzog (46. Wladimir Bestchastnych), Bernd Hobsch, Bruno Labbadia.

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