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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Knatsch, Krimis und zwei Kartenkönige

02.02.2019

Cloppenburg Dank einer erfolgreichen Saison 1994/1995 stieg der BV Cloppenburg aus der Oberliga Niedersachsen/Bremen in die damals drittklassige Regionalliga Nord auf. Um für die neue Spielzeit gewappnet zu sein, verpflichtete Cloppenburg bekannte Spieler. So verstärkte sich der BVC mit dem zweitligaerfahrenen Abwehrspieler Frank Faltin und Stürmer Dietmar Sulmann, die den Kader in der neuen Liga mit auf Kurs halten sollten. Erfahrung pur besaß auch Defensivspezialist Bernd Heemsoth, der schon seit der Hinserie 1993/1994 für den BVC am Ball war. Der gebürtige Oldenburger hatte 1992 mit Hannover 96 den DFB-Pokal gewonnen.

  Echte Typen im Kader

Echte Typen gab es im Kader des BVC auch. Allen voran, die aus Bunnen stammenden Brüder Helmut und Torsten Bünger. Sie standen für Einsatzbereitschaft und Siegeswillen und genossen auch bei den Fans viele Sympathien. Auch der kantige und kampfstarke Mittelstürmer Olaf Blancke stand bei den Fans hoch im Kurs.

  Trainerwechsel

Der BVC ging allerdings nicht mit seinem Aufstiegstrainer Klaus Ebel in die neue Saison. Dieser hatte sich nach der erfolgreichen Oberliga-Spielzeit 1994/1995 dem TuS Lingen angeschlossen. Neuer Mann auf der Kommandobrücke war Matthias Risse, der unter Klaus Ebel als Co-Trainer tätig war. Er sollte die Mission Klassenerhalt mit seiner Truppe unter Dach und Fach bringen.

  bekannte Gesichter

Die Cloppenburger sahen sich gewappnet für eine Liga, in der ein scharfer Wind wehte und in der es vor ehemaligen Erstliga-Profis nur so wimmelte. So stürmte der Brasilianer Leonardo „Leo“ Manzi (26 Bundesligapartien FC St. Pauli) für die Amateure des FC St. Pauli, und Ralf Balzis (63 Bundesligapartien für Hamburg und Frankfurt) in Osnabrück sowie Jürgen Degen (19 Erstligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf) beim VfL 93 Hamburg. Es war ein Haifischbecken, in das die Cloppenburger geworfen wurden. Dabei zogen sie sich zahlreiche „Bisswunden“ zu und taten sich schwer als Neuling.

  es kracht im Gebälk

Im Oktober 1995 geriet das BVC-Flaggschiff in heftige Turbulenzen. Die Cloppenburger waren nach zehn absolvierten Spieltagen Tabellenletzter. Es krachte im Gebälk. BVC-Fußballobmann Andreas Schumacher forderte laut NWZ vom 10. Oktober 1995 den Rücktritt von Cheftrainer Matthias Risse.

Kurze Zeit später spitzte sich die Lage zu. Denn Schumacher stellte seinen Posten zur Verfügung. Ein Rückschlag für den Verein. Zumal Schumacher am Aufschwung des BVC Anfang der 90er-Jahre als Manager und Gönner erfolgreich mitgewirkt hatte. Die Führung des BVC äußerte sich einige Tage später schriftlich zur Personalie Schumacher. Der Verein respektiere die Entscheidung des Fußballobmannes.

Zugleich bedankte sich der BVC für seine geleistete Arbeit. Allerdings distanziere man sich von der Art und Weise, wie dieser Rücktritt erfolgte. Die Aufgaben Schumachers übernahmen vorerst Bernhard Brockhaus (Vorsitzender) und der zweite Vorsitzende Siegfried Kaiser. Im Oktober strich auch Matthias Risse die Segel. Nach dem 0:1 gegen Atlas Delmenhorst hatte er sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Der Vorstand nahm es an.

  Steinbach übernimmt

Ein neuer Trainer musste her. Als Kandidaten standen mit Wolfgang Steinbach und Roman Wójcicki bekannte Namen zur Auswahl. Steinbach absolvierte für die DDR-Nationalmannschaft als Aktiver 28 A-Länderspiele. Wójcickis Spielerkarriere war auch nicht von schlechten Eltern. Er nahm für Polen an drei Weltmeisterschaften teil. Außerdem gewann er mit Hannover den DFB-Pokal. Das Rennen machte schlussendlich Steinbach.

  BVC verliert in Celle

Doch dieser konnte trotz eines zwischenzeitlichen Höhenfluges den Abstieg nicht verhindern. Nach einem echten Krimi am letzten Spieltag in Celle (2:3), als fast 500 BVC-Fans die Mannschaft begleitet hatten, war der Abstieg besiegelt. Besonders bitter: In der Endabrechnung fehlte den Cloppenburgern nur ein Punkt zum viertletzten Rang. beziehungsweise drei zum Fünftletzten. Die Niederlage in Celle war nicht der einzige Krimi, den der BVC nicht für sich entschied. Bereits in der Hinserie verlor der Liganeuling gegen den VfB Oldenburg (2:3) ein packendes Match.

Die Bürde des schlechten Saisonstarts wog wohl so schwer, dass der BV Cloppenburg am Ende den bitteren Gang zurück in die Oberliga antreten musste.

  BVC-Statistik 95/96

Einsätze: Rene Damerow, Michael Klein (beide 34 Partien), Arne Tammen, Helmut Bünger, Bernd Heemsoth (je 33), Marcus Piehl (31), Olaf Blancke, Christoph Krampe (je 30), Ralph Sandomeer (28), Ralf Faulhaber (26), Norman Schindler (20), Mario Nauen (18), Hans Ossmann (17), Matthias Thien (14), Frank Faltin (13), Benno Lüers (12), Dietmar Sulmann (11), Glenn Burger (4), Jürgen Rosenboom (2), Thomas Wegmann, Ralf Böhmer und Manfred Hellmann (jeweils 1).

Die 44 BVC-Tore erzielten: Olaf Blancke (12 Tore), Torsten Bünger (7, allesamt Elfmeter), Christoph Krampe (6), Norman Schindler (4), Ralf Faulhaber (4), Ralph Sandomeer (2), Michael Klein (2), Dietmar Sulmann (2), Helmut Bünger (1), Bernd Heemsoth (1), Arne Tammen (1), Marcus Piehl (1), plus ein Eigentor vom Gegner (1).

Die „Sünder-Kartei“ des BVC: Rote Karte: Hans Ossmann; Gelb-Rote Karten: Ralph Sandomeer (2), Frank Faltin und Marcus Piehl (je 1);

Gelbe Karten: In dieser Kategorie sind Torsten und Helmut Bünger die Kartenkönige: Torsten Bünger (13), Helmut Bünger (12), Olaf Blancke, Ralph Sandomeer (je 8), Marcus Piehl (7), Frank Faltin (6), Michael Klein (5), Arne Tammen, Christoph Krampe (je 4), Matthias Thien, Ralf Faulhaber, Mario Nauen (je 3), Bernd Heemsoth, Hans Ossmann (je 2), Dietmar Sulmann, Norman Schindler, Jürgen Rosenboom (je 1).

Zuschauergunst: Die Zuschauer in Cloppenburg und Umgebung nahmen die neue Liga durchaus an. Mit einem Schnitt von 1247 Besuchern belegte der BVC Rang sieben in der Zuschauertabelle. Aus allen Nähten platzte das Stadion an der Friesoyther Straße am 12. November 1995 im Derby gegen den VfB Oldenburg. Seinerzeit sahen 4000 Zuschauer eine 2:3-Niederlage des BVC.

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