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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Denver-Clan an der Soeste

01.11.2018

Cloppenburg Beim Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg rumort es wieder einmal. Es geht manchmal zu, wie in der legendären amerikanischen Fernsehserie „Denver-Clan“, wo Intrigen, Machtspielchen und Gerüchte an der Tagesordnung waren. Am Dienstag gab Michael Scheibel in einer Mitteilung bekannt, dass er seine Tätigkeit als sportlicher Berater des BVC mit sofortiger Wirkung ruhen lassen werde (die NWZ berichtete).

Als Grund für diesen Entschluss gab er unüberbrückbare Differenzen mit dem Notvorstand des BVC an. Es kam in erster Linie zum Zerwürfnis mit Notvorstand Yilmaz Mutlu, weil laut Scheibel es von Seiten des Notvorstandes keine Unterstützung und keine Wertschätzung gegenüber der erfolgreichen Jugendabteilung des Clubs gegeben habe. Zudem gab es da eine Sache, die an ihm nagte. „Mir wurde glaubhaft zugetragen, dass es klare öffentliche Äußerungen seitens des Notvorstandes gegeben haben soll, dass die Scheibels rausgeschmissen werden sollen“, sagte Scheibel. Er hofft allerdings nicht, dass nun Trainer Olaf Blancke und Co-Trainer Torsten Bünger auch die Brocken hinwerfen. Zumal die Mannschaft intakt sei. „Das ist eine gute Truppe“, so Scheibel, dem der Schritt, seine Beratertätigkeit vorerst ruhen zu lassen, schwer fiel. Eine Rückkehr könne er sich aber vorstellen: „Wenn der Notvorstand zurücktritt, und sich ein Vorstand wählen lässt, mit dem ich mich identifizieren kann, wäre ich gerne wieder dabei.“ Doch auf der Ebene ruht die See. Leute, die sich zur Lage des Clubs äußern, gibt es viele, aber wenn es um die Bildung eines Vorstandsteams geht, kommt keiner aus der Deckung. Warum dies so ist, darüber schießen die Gerüchte nur so ins Kraut.

Dabei würde es Mutlu begrüßen, wenn Leute kämen, die Verantwortung in Form eines Vorstandsposten übernehmen würden. „Jeder hat die Chance, mit uns in den offenen Dialog zu treten. Wenn sich Leute finden, setzen wir uns zusammen, terminieren eine Mitgliederversammlung, und los geht es“, sagte er. Die Entscheidung Scheibels kann er verstehen, doch hätte er sich auch mehr Verständnis von ihm gewünscht: „Kritik darf man äußern, aber wir arbeiten unter widrigen Bedingungen. Dies gilt es zu bedenken. Ich schaue auf jeden Euro, der rein- und rausgeht.“

Der Unternehmer hält zudem weiter an seiner Meinung fest, dass es Leute im Hintergrund gibt, die bewusst Buschbrände legen, um dem Notvorstand die Arbeit zu erschweren. Namen nannte er nicht. „Diese Leute wollen die Macht im Club übernehmen“, so Mutlu. Es ärgere ihn, dass jeder Mist an die Presse gehe, sagte Mutlu. Das stets aufkommende Gerücht im Umfeld des BVC, dass die Herren- und Jugendabteilung zugunsten der Zweitliga-Damenmannschaft „geopfert“ werde, dementierte Mutlu indes energisch. „Das ist Quatsch und definitiv nicht so.“

Unterdessen läuten auch beim Trainerduo Blancke/Bünger nach dem Ausstieg Scheibels die Alarmglocken. Blancke erinnerte daran, dass sie seinerzeit unter ganz anderen Voraussetzungen angetreten waren. „Torsten, ich, Peter Kenkel und Michael starteten. Geblieben sind nur Torsten und ich. Jetzt werden wir uns bis zum Wochenende grundsätzlich Gedanken darüber machen, was unsere Konsequenzen daraus sind“, sagte er. Aktuell sehe er kein Licht am Ende des Tunnels.

Störfeuer neuerlicher Art passen ihm und Bünger gar nicht in den Kram. „Es macht alles schwieriger, zumal wir schon Leute für die Rückrunde angesprochen haben“, so Blancke.

Dass die BVC-Trainer in Klausur gehen, habe nichts mit der Mannschaft und der aktuellen Tabellensituation zu tun, stellte indes Bünger klar: „Für die Jungs lege ich meine Hand ins Feuer. Die sind charakterlich top. Wir sind auch überzeugt davon, dass wir uns in der Oberliga halten können.“

Ach so, Fußball gespielt wurde übrigens auch noch. Am Dienstag verlor der BV Cloppenburg vor exakt 176 Zuschauern im Stadion an der Friesoyther Straße trotz einer couragierten Leistung sein Heimspiel gegen TB Uphusen 1:4 (1:1). Luka Luniku hatte den BVC per Traumtor in Führung gebracht (15.). Danach trafen nur noch die Gäste. Philipp-Bruno (31.), Frithjof Rathjen (63., 71.) und Sebastian Kurkiewicz (66.) „knipsten“.

Aufgrund der engen Personallage sei es ein schwieriges Spiel gewesen, sagte Blancke. Seiner Truppe machte er keinen Vorwurf. „Es wird enger in der Tabelle. Uns stehen schwere Wochen bevor“, sagte er.

BVC: Bangma - Ostendorf, Westerveld, Plaggenborg, Dreher, Thoben, Luniku (74. Grammel), Muric, Neldner (85. Rahenbrock), Hennig, Demaj (81. Lizenberger).

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